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| 02:32 Uhr

Altdöberns Bürgermeister erhält künftig mehr Geld

Altdöbern. Was die Ausrichtung um Sitze und Positionen im kommunalen Abgeordnetenhaus anbetrifft, steht die Gemeinde Altdöbern den großen Nachbarkommunen in nichts nach. In der konstituierenden Sitzung am Dienstagabend zeigte sich, dass auch zukünftig mit überraschenden und bisweilen turbulenten Momenten zu rechnen ist. uhd1

Bereits das Besetzen der Abgeordnetenstühle warf Fragen auf: Dirk Volkmann und Werner Glinzk (beide Alternative für Deutschland/AfD) hatten in den Gästereihen Platz genommen, obwohl sie von den Wählern in die Gemeindevertretersitzung gewählt worden waren. "Wir geben der Jugend den Vorrang", lautete die Erklärung von Werner Glinzk, warum er und Dirk Volkmann auf ihr Mandat verzichteten. Mit Daniela Scholz und Henry Volkmann sollen die deutlich Jüngeren die AfD-Interessen vertreten.

"Ich finde es gut, dass sich unser Parlament generell verjüngt hat", befand Bürgermeister Peter Winzer (SPD). Er wertete das Wahlergebnis als "Zeichen der Einwohner, die keinen öffentlichen Streit mehr haben wollen".

Dass es weiterhin zu Meinungsverschiedenheiten kommen wird, musste Peter Winzer bereits beim Tagesordnungspunkt zur Kommunalaufwandsentschädigungssatzung erfahren. Karl-Heinz Grund (Altdöbern-Freie Wählergemeinschaft/AFW) bedauerte das Vorgehen, bereits auf der konstituierenden Sitzung über Diäten zu diskutieren. Sein Antrag, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen, wurde mehrheitlich abgelehnt.

Zur Diskussion stand eine "Anpassung der Aufwandsentschädigung für den ehrenamtlichen Bürgermeister". "Die zurzeit gezahlten 550 Euro pro Monat erachte ich als zu gering. Trotzdem hätten wir mit den Beratungen bis zur kommenden Sitzung warten sollen", bemerkte Monika Krüger (CDU). Hans-Dieter Helbig (SPD) rechtfertigte eine Erhöhung ohne Wenn und Aber: "Bürgermeister Peter Winzer hat bewiesen, dass er die Gemeinde mit Sachverstand führt. Gerade im Hinblick auf bevorstehende Herausforderungen wie die Gemeindegebietsreform, die Sicherung des Schulstandortes oder der nahende Grundwasserwiederanstieg benötigen wir ein Gemeindeoberhaupt, dessen Arbeit auch entsprechend honoriert werden sollte", begründete er.

Karl-Heinz Grund sprach sich gegen eine Erhöhung aus. Er erinnerte an 2009, "als eine Erhöhung der Aufwandsentschädigung für den damaligen Bürgermeister Horst Bernstein abgeschmettert wurde". Ein Jahr zuvor wurde das Salär für das Gemeindeoberhaupt in geheimer Abstimmung um 400 Euro reduziert. Als Grund wurde seinerzeit die schwierige Haushaltssituation angeführt. "Ich wundere mich über die Neuausrichtung zu diesem Thema, gab es doch damals erheblichen Widerstand, dem Bürgermeister eine höhere Aufwandsentschädigung zu gönnen", haderte Grund.

Peter Winzer gestand ein, "den Arbeitsaufwand und -umfang unterschätzt zu haben". Demnach müsse er als Unternehmer sehr oft geschäftliche Dinge zurückstellen, was geringere Einnahmen nach sich ziehe. Torsten Franke (SPD-Fraktion) empfahl eine Anpassung der Aufwandsentschädigung auf 950 Euro und begründete das mit vorangegangenen Richtlinien. Diesem Vorschlag folgten die Gemeindevertreter mehrheitlich.