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Sturmschäden
Altdöberner Park entzaubert

Im Altdöberner Schlosspark wird das große Aufräumen fortgesetzt. Seite an Seite sind Mitarbeiter des Bauhofes und von der Internationalen Jugendbauhütte mit dem Beseitigen der Schäden beschäftigt, die Sturmtief Xavier herbeigeführt hat.
Im Altdöberner Schlosspark wird das große Aufräumen fortgesetzt. Seite an Seite sind Mitarbeiter des Bauhofes und von der Internationalen Jugendbauhütte mit dem Beseitigen der Schäden beschäftigt, die Sturmtief Xavier herbeigeführt hat. FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Altdöbern. Sturmtief verwüstet Teile des Parks und fällt Bäume. Dabei wurde die Asiatische Zaubernuss von umstürzender Erle zerschmettert. "Barocke Verführung" am Sonntag muss abgesagt werden. Uwe Hegewald / uhd1

Eines der beliebtesten Wintermotive im Altdöberner Park - die bereits im Januar blühende Asiatische Zaubernuss - wird es für viele Jahre nicht geben. Das hinter der Naturbühne (Heckentheater) stehende Gehölz ist Opfer des Sturmtiefs Xavier, der in der Vorwoche auch im Altdöberner Juwel Verwüstungen im Baumbestand angerichtet hat. Dem Sturm konnte die gelb blühende Zaubernuss widerstehen, nicht aber der zerstörerischen Kraft einer umstürzenden Erle, die das Gehölz zerschmetterte.

Glück im Unglück war, dass die 2014 durch Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) eingeweihte und nur knapp drei Meter entfernte Eichenbrücke verschont blieb.

Wie Peter Noack vom Altdöberner Bauhof informiert, zählen zu den zahlreich umgestürzten Bäumen auch rund 20 bestandsbildende, historische Bäume, wie etwa eine Eiche aus der Pflanzperiode um 1750 sowie weitere Exemplare der Petzold-Ära. Der einstige Musterschüler des Fürsten Pückler hatte diese vor 140 bis 150 Jahren im Rahmen der Parkneugestaltung pflanzen lassen. "Weitere Bäume sind dermaßen in Schieflage geraten oder beschädigt, dass auch diese beräumt werden müssen", erklärt Peter Noack.

Im Schulterschluss sind Bauhof und Jugendbauhütte jetzt damit beschäftigt, die Grundordnung im Park wieder herzustellen. Dass passiert mit äußerster Vorsicht, hängen doch mächtige Äste in den Baumkronen, die jederzeit herabstürzen können. "Es ist sogar vorgekommen, dass Bäume mit einem Stammdurchmesser von einem Meter zwei Tage nach dem Sturm umgestürzt sind", schildert Peter Noack die momentane Situation im Schlosspark.

Amtsdirektor Detlef Höhl sah sich veranlasst, mittels Hinweiszetteln am schmiedeeisernen Park-Eingangstor auf die Gefahren hinzuweisen: "Das Betreten der Parkanlage sollte vermieden werden und erfolgt auf eigene Gefahr", mahnt er. Abgesagt ist auch die "Barocke Verführung", die eigentlich am Sonntag stattfinden sollte. "Für das Saisonfinale hatten wir uns etwas Besonderes einfallen lassen. Schade, dass es nicht klappt, aber die Sicherheit aller Beteiligten geht vor", sagt Katharina Sprigode. An der Seite von Hans Anacker verkörpert das Cottbuser Schauspielerpaar die ehemaligen Schlossbewohner Carl Heinrich von Heineken (1707 bis 1791) und seine Gemahlin Friederike Magdalena (1721 bis 1790). Wie die Edelleute jedoch beteuern, sollen die "Barocken Verführungen" im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Neben den drei Klassikern "Lust am Garten" (Juni), den "Parksommerträumen" (2. Augustwochenende) und dem "Tag des offenen Denkmals" (September), hätten insbesondere Reisgruppen oder Hochzeitsgesellschaften das Angebot des gemeinsamen Flanierens mit dem unterhaltsamen Duo angenommen. "Wir wollen im April 2018 in die neue Saison starten", kündigt Katharina Sprigode an. Dann dürften auch die Sturmschäden beseitigt und Neupflanzungen vorgenommen worden sein. Stefan Hohmann, Landschaftsarchitekt und Leiter der Jugendbauhütte geht von einer zeitnahen Neubepflanzung in der Pflanzperiode 2017/18 aus. Nur bei der Asiatischen Zaubernuss stimmt er Parkbesucher auf Geduld ein: Der Winter-Blüher entwickelt sich nur sehr langsam, begründet er.

Weitere Fotos gibt es in der LR-Bildergalerie: www.lr-online.de/bilder/