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Altdöberner froh über neuen Netto

Der Altdöberner Jörg "Kok" Bertram (l.) war erster Kunde. Begrüßt wurde er von Marktleiterin Karin Mattiebe.
Der Altdöberner Jörg "Kok" Bertram (l.) war erster Kunde. Begrüßt wurde er von Marktleiterin Karin Mattiebe. FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Altdöbern. Den Altdöbernern steht in ihrem Neubaugebiet wieder ein Discounter in festem Gebäude zur Verfügung. Zur Eröffnung gestern nutzten viele das Zehn-Prozent-Rabatt-Angebot. Ein Wermutstropfen aber bleibt. Daniel Preikschat

Schon um kurz vor sieben Uhr früh bildete sich vor dem Eingang eine Menschentraube. Ganz vorn der Altdöberner Jörg Bertram, von vielen nur "Kok" genannt. Mit Handschlag und Blumenstrauß begrüßte Marktleiterin Karin Mattiebe ihren ersten Kunden. Über 800 Quadratmeter Verkaufsfläche konnte Jörg Bertram danach seinen Einkaufswagen schieben, vorbei an 4000 Artikeln. Wie er, lobten auch andere Kunden das neue Angebot. "Ein gutes Einkaufen", war der Tenor.

Ein deutlich komfortableres Shoppen ist in der Schulstraße nun möglich als noch vor Kurzem. Seit August vergangenen Jahres mussten die Altdöberner mit einer Leichtbauhalle vorlieb nehmen. Eine Übergangslösung, nachdem wenige Wochen zuvor Kriminelle einen Geldautomaten gesprengt und damit das gesamte Gebäude zum Einsturz gebracht hatten, in dem auch Netto, die Vetschauer Wurstwaren, Bäckerei und Blumenladen untergebracht waren.

Dieser neue Einkaufsmarkt sei besser als der Alte, sagte Bürgermeister Peter Winzer (SPD), die Neueröffnung für Altdöbern eine gute Nachricht. Immerhin zwei Drittel der Einwohner im Ort wohnen in der Nähe des Netto-Marktes, viele Einwohner in umliegenden Dörfern nutzen ihn gleichfalls. In Altdöbern selbst gibt es nur noch einen deutlich kleineren Edeka-Markt.

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Bedauerlich sei nur, so Winzer, dass die Vetschauer Wurstwaren keine Filiale mehr haben. Viele Altdöberner werden das Angebot vermissen. In den Verhandlungen, ergänzte dazu Thomas Knoke von der Ratisbona-Projektentwicklung KG, habe man sich in der Kostenfrage nicht einigen können. Auch bauordnungsrechtlich wäre ein Nebengebäude wohl kaum realisierbar gewesen.

Nicht zu übersehen war gestern, dass der Markt samt Parkplatz und Entwässerung gerade rechtzeitig zur Eröffnung fertig geworden ist. Der Geruch von Asphalt lag noch in der Luft. In nur sieben Tagen, so Projektentwickler Knoke, sei der Parkplatz mit 72 Kundenstellplätzen fertiggestellt worden. Das Regenwasser, auch das vom Dach des Nettomarktes, versickere vor Ort.

Im Netto-Markt arbeiten außer Leiterin Karin Mattiebe noch 14 Verkäuferinnen. Weiteres Personal ist im integrierten Bachshop der Konditorei Fuchs beschäftigt. Thomas Knoke hat keine Zweifel, dass vorhandenes Kunden- und damit auch Umsatzpotenzial langfristig gesichert, wenn nicht gar weiter ausgebaut werden kann. Hilfreich sein dürften diese Perspektiven bei der Suche von Ratisbona nach einem Käufer für das über 6300 Quadratmeter große Areal.

Zum Thema:
Zweieinhalb bis drei Millionen Euro wurden nach Angaben der Projektentwicklung KG Ratisbona in den Bau des neuen Netto-Marktes in Altdöbern investiert. Pro Jahr realisiert der Bauträger und Projektentwickler bundesweit rund 50 vergleichbare Projekte im Einzelhandelsbereich. In Altdöbern gibt es noch bis morgen zur Nettomarkt-Eröffnung zehn Prozent Rabatt.