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Altdöberner drängen auf das Ende der Bank-Krise

Zu den Parksommerträumen ist das Fürstenpaar (Margitta Ressel und Matthias Enge) an der Bank vorbei flaniert.
Zu den Parksommerträumen ist das Fürstenpaar (Margitta Ressel und Matthias Enge) an der Bank vorbei flaniert. FOTO: uhd1
Altdöbern. Für die neue Stifter-Bank im Schlosspark soll ein geeigneter Platz gefunden werden. Angefragter Schloss-Eigentümer schweigt Uwe Hegewald

Rolf Wünsche sieht Licht am Ende des Tunnels. Licht, das er zum Teil selbst entfacht hat. Seit mehreren Monaten sucht er fieberhaft nach einem Weg, im Altdöberner Schlosspark einen Platz für die neue Stifter-Bank zu finden. Im Rahmen des diesjährigen Maigangs, der jährlich vom Altdöberner Heimatverein veranstaltet wird, ist die kunstvolle, weiße Bank eingeweiht worden. Der Heimatvereinsvorsitzende Rolf Wünsche erklärt dazu: "Seit diesem Tag suchen wir einen Standort im Park, an dem wir die Bank dauerhaft aufstellen können. Um nicht eigenmächtig zu handeln, haben wir bei der Brandenburgischen Schlössergesellschaft nachgefragt. Eine verbindliche Antwort blieb bis heute aus." Deshalb sieht er die Zeit zum eigenmächtigen Handeln gekommen. "Wahrscheinlich müssen wir Fakten schaffen. Immerhin handelt es sich um eine Bank, die aus Spenden von Altdöberner Salzteichehrenbürgern finanziert worden ist. Die Leute fragen nun, wie es mit der Bank weitergeht", so Wünsche, der das Unikat geschaffen hat.

Seit 1993 sind 66 Personen für ihr gesellschaftliches Engagement in der Gemeinde zu Salzteichehrenbürgern getauft und ernannt worden. Viele von ihnen hatten einen Obolus zum Bau der Stifter-Bank beigesteuert. Im Ort gilt Rolf Wünsche als Perfektionist, wenn es um die kunstvolle Verarbeitung von Knüppelholz geht. Selbst einen überlebensgroßen Eiffelturm hat der Berufsfotograf schon aus Ästen und Zweigen geschaffen. Ist die Bank möglicherweise zu kunstvoll für den denkmalgeschützten Park? Landschaftsarchitekt Stefan Hohmann, 2013 selbst zum Salzteich ehrenbürger ernannt, hebt die Hände und sagt: "Über den künftigen Standort müssen andere Personen entscheiden." Gemeint sind leitende Mitarbeiter der Brandenburgischen Schlössergesellschaft, die Altdöbernern derzeit einen Eindruck der Selbstauflösung vermittelt. Langjährige vertraute Personen wie Dr. Wolfgang Illert, Jutta Feige und Holger Schulz haben die Tochtergesellschaft der Deutschen Stiftung Denkmalschutz verlassen. Ansprechpersonen sind nicht auszumachen. Anfragen zur Stifter-Bank bleiben unbeantwortet. Inmitten der Bemühungen, diese Bank-Krise zu beenden, platzte die Nachricht, dass sich Deutsche Stiftung Denkmalschutz womöglich von ihren zehn Schlössern in Brandenburg trennen wolle. Dazu gehört das Altdöberner Barockschloss. Rolf Wünsche bekommt in der Sache Stifter-Bank inzwischen Rückendeckung von der Gemeinde und der Amtsverwaltung. "Mir wurden Hoffnungen gemacht, im Park einen geeigneten Platz zu finden", berichtet er. Das Suchen nach einer dauerhaften Lösung ist nachvollziehbar. Immerhin befindet sich der rund 60 Hektar große Park - mit Ausnahme des Barockschloss-Areals - im Eigentum der Gemeinde Altdöbern. Die Kommune hat ein Mitspracherecht.

Zum Thema:
Der Berufsfotograf Rolf Wünsche mit eigenem Atelier, Taxifahrer und Holzkünstler ist Mitglied im örtlichen Gewerbeverein und Vorsitzender des Altdöberner Heimatvereins. 2014 ist er zum Salzteichehrenbürger getauft und ernannt worden. 2010 erhielt er den Bürgerpreis des Amtes.Am Sonnabend, dem 9. September, will er im Hans-Beimler-Ring an der "längsten Kaffeetafel von Altdöbern" berichten. Stargast der um 14 Uhr beginnenden Veranstaltung ist das Roland-Kaiser-Double Steffen Heidrich (Dresden), der die Kaffeetafel musikalisch eröffnen wird.