| 16:41 Uhr

Altdöbern
„Ehrenamtler fallen nicht vom Himmel“

Nach Verleihung der Bürgerpreise 2017 und vor dem Einschreiben ins Ehrenbuch stellten sich Gratulanten und Preisträger den Fotografen. Von links: Amtsausschussvorsitzender Peter Winzer, Horst Lehnigk (Bronkow), Horst Messing (Verein Aktives Ressen), Marlies Schulz (Altdöbern), Reinhard Wianke (Neupetershain), Karin Stoffel (Altdöbern), Peter Raschke (Weißag), Traute Rettmer, Amtsdirektor Detlef Höhl und Ingrid Kühn (alle Altdöbern).
Nach Verleihung der Bürgerpreise 2017 und vor dem Einschreiben ins Ehrenbuch stellten sich Gratulanten und Preisträger den Fotografen. Von links: Amtsausschussvorsitzender Peter Winzer, Horst Lehnigk (Bronkow), Horst Messing (Verein Aktives Ressen), Marlies Schulz (Altdöbern), Reinhard Wianke (Neupetershain), Karin Stoffel (Altdöbern), Peter Raschke (Weißag), Traute Rettmer, Amtsdirektor Detlef Höhl und Ingrid Kühn (alle Altdöbern). FOTO: Hegewald / Hegewald Uwe
Neupetershain. Amt Altdöbern verleiht Bürgerpreise an Ehrenamtliche aus fünf Gemeinden. Zahl der Geehrten war selten so groß.

Zum elften Mal hat das Amt Altdöbern besondere Menschen geehrt, die in den fünf amtsangehörigen Gemeinden zu mehr Lebensqualität beitragen. „Ehrenamtler fallen nicht vom Himmel. Danke zu sagen, ist das Mindeste, was wir tun können und was wir gerne machen“, führte Detlef Höhl (SPD) in der Festveranstaltung auf dem Gut Geisendorf an.

Für den scheidenden Amtsdirektor war es die letzte Bürgerpreisverleihung. Diese hatte er seinerzeit mit ins Leben gerufen.Er bedankte sich bei den vielen zuverlässigen, loyalen und tüchtigen Mitarbeitern und Weggefährten in den zurückliegenden 16 Jahren. Gegenüber den fünf Gemeindevertretungen mahnte er, die Verwaltung nicht als Spielball der Politik zu benutzen. „Wenn wir etwas zusammen erreichen wollen, müssen Ehrenamt und Hauptamt gemeinsame Wege gehen“, betonte der Amtsdirektor.

Amtsausschussvorsitzender Peter Winzer (SPD) zitierte Brandenburgs ehemalige Sozialministerin Regine Hildebrandt (1941-2001): „Der Sinn des Lebens liegt im Miteinander.“ Ehrenamtler und Vereine seien wichtige Bausteine der Gesellschaft“, so Winzer, der sich für ein Fortsetzen der Bürgerpreisverleihung aussprach. Nie war die Anzahl der Preisträger so hoch wie in diesem Jahr, was auf die Benennung der Kandidaten aus Neu-Seeland zurückzuführen ist. Mit dem Verein „Aktives Ressen“ ist gleich eine ganze Personengruppe zu Bürgerpreisträgern ernannt worden.

Der 2011 gegründete Verein umfasst 25 aktive Mitglieder im Alter von 20 bis 63 Jahren und zeichnet sich durch den Zusammenhalt im Dorf aus. Neben dem Durchführen von kulturellen Veranstaltungen ließ der Verein um ihren Vorsitzenden Horst Messing zuletzt mit dem Bau einer dauerhaften Wasserleitung zum Dorfteich aufhorchen.

Horst Lehnigk aus Bronkow ist mit seinen 78 Jahren als verdienstvoller Feuerwehrmann und interessierte Mitbürger als gute Seele im Er gilt er vielen im Ort als Vorbild.

In Luckaitztal fiel die Wahl auf Peter Raschke. Wenn Feuerwehr, Heimatverein oder Nachbarn um Hilfe bitten, ist er zur Stelle, hieß es in der Laudatio. Pflasterarbeiten am Gemeindehaus, die Pflege der „Grünen Wiese“ auf dem Friedhof oder die regelmäßige Reinigung des Feuerlöschteiches tragen seine Handschrift.

Ein Damen-Quartett gilt in Altdöbern als Synonym für Zuverlässigkeit. Ingrid Kühn, Traute Rettmer, Karin Stoffel und Marlies Schulz bilden das Reinigungsteam im Gemeindebad. Viele Tage vor und nach der Saison zieht es die Frauen zum Großreinemachen ins Bad. Bei Veranstaltungen oder Treffen in der AWO-Begegnungsstätte betreibt das Quartett Werbung für Bad und Förderverein, wodurch letztlich auch Ältere animiert werden, die Einrichtung zu besuchen.

Für Reinhard Wianke (Gemeinde Neupetershain) erwies sich die Fahrt zur Festveranstaltung als Reise in die Vergangenheit. Viele Jahre hat der im Kleintierzuchtverein und im Karnevalsverein mitwirkende 67-Jährige in Geisendorf gelebt, das bis auf das Gutshaus dem Braunkohletagebau weichen musste. Sein Heimatdorf, das Herrenhaus und dortige Kulturforum der Lausitzer Braunkohle hat er jedoch nie aus den Augen verloren. In Neu-Geisendorf oder beim SV Corona ist er als Mitgestalter ein jederzeit gern gesehener Mann.