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| 13:52 Uhr

Altdöbern
Konditorei startet Offensive 2025

Früh übt sich, wer einmal ein zünftiger Bäcker werden möchte. In der Altdöberner Konditorei Fuchs durften Mädchen und Jungen kürzlich jene Buchstaben formen und backen, die sie bereits in der Lilien-Grundschule erlernt haben.
Früh übt sich, wer einmal ein zünftiger Bäcker werden möchte. In der Altdöberner Konditorei Fuchs durften Mädchen und Jungen kürzlich jene Buchstaben formen und backen, die sie bereits in der Lilien-Grundschule erlernt haben. FOTO: Hegewald / Hegewald Uwe
Altdöbern. Altdöberner Lilien-Grundschule und Konditorei Fuchs machen gemeinsame Sache.

Mehlig-weiße Stubsnasen, lustige Bäckermützen mit Namenszug und kleine Hände prägen das Bild in der Backstube der Altdöberner Konditorei Fuchs. Mädchen und Jungen der 1. Klasse der Liliengrundschule haben ihren Besuch angekündigt und treffen auf eine offene Backstube. Klassenleiterin Katrin Schneider erklärt den Grund der Stippvisite bei den Bäckersleuten: „Uns geht es um das Erlernen von Buchstaben mit allen Sinnen. Bereits erlernte Buchstaben schreiben wir an die Tafel, in den Sand oder mit Buntstiften und Wasserfarben auf Papier. Grundanliegen ist ein ganzheitliches Erfassen“, begründet sie.

Unter der Regie von Konditormeisterin Heike Staude und die im Familienbetrieb mit wirbelnde Tochter Marie sind die geforderten Sinne in Etappen zu erleben. Nach dem Sichten der Zutaten, dem Kneten des Mürbeteigs und Formen der Buchstaben werden diese in wenigen Minuten zu duftenden Backwaren veredelt. „Die Kinder erfahren, was Handarbeit bedeutet, welche Abläufe in Backstuben stattfinden oder welche erlesenen Produkte verwendet werden“, erklärt Marie Staude. Dass in geringem Maße auch geschäftliche Interessen dahinter stecken, will die 24-Jährige nicht leugnen. „Das sind doch unsere Kunden von morgen und vielleicht löst der Besuch bei einem der Kinder sogar ein Schlüsselerlebnis aus, es später selbst einmal mit dem Bäckerhandwerk zu versuchen. So gesehen starten wir jetzt mit einer Ausbildungsoffensive für das Jahr 2025“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Immer wieder zieht es Knirpse in die Altdöberner Backstube, zuletzt sogar für ein Fotoshooting. Marie Staude erklärt: „Mit der Dresdener Fotografin Jennifer Zinke und 30 Kindern haben wir in der Backstube Aufnahmen gemacht, die einen Kalender für das Jahr 2018 schmücken. Demnächst wollen wir diese an unsere Models und Kunden weiterreichen“, informiert sie. Angeheftete Coupons und die Info, dass ein Euro pro Kalender einer Kindertagesstätte zugeführt wird, sollen den Verkauf zusätzlich ankurbeln.

Ein Besuch der Konditorei Fuchs bei den Sprösslingen der Altdöberner AWO-Kindertagesstätte ist schon fast zur Tradition gereift. Nach den Weihnachtsfeiertagen wandert das pompöse und kunstvoll verzierte Lebkuchenhaus direkt vom Schaufenster in die Kita, wo das essbare Objekt vernascht werden darf. Marie Staude setzt bewährte Traditionen der elterlichen Konditorei fort. In ihren Aktivitäten spiegeln sich Momente, die Rückschlüsse auf ihre berufliche Entwicklung zulassen.

Nach dem BWL-Studium in Cottbus hat die 24-Jährige eine Ausbildung im elterlichen Betrieb angetreten und diese erfolgreich abgeschlossen. Ausgelernt habe sie jedoch noch lange nicht, sagt sie und kündigt einen Auslandsaufenthalt an: „2018 werde ich eine mehrwöchige Bildungsreise nach Frankreich antreten.“ Ihr Ziel sei es, im Land der Genusshandwerker Erfahrungen beim Herstellen von Eclairs, Croissants, Baguettes und so weiter zu sammeln. Vielleicht gelingt es ihr sogar, dem französischen Nachbarn Geheimrezepte zu entlocken, um diese nach ihrer Rückkehr im heimischen Betrieb auszuprobieren.