"Der Grund unseres Zusammenkommens ist jedem bekannt. Wir werden heute eine Akte schließen, die 18 Jahre geöffnet war", begrüßte Horst Nuglisch die Gäste. 1992 organisierte sich die Ortsgruppe aus der ehemaligen Betriebsgruppe des Tagebaus Greifenhain, in dem 1994 die Restauskohlung erfolgte. Im selben Jahr vollzog sich die Abkoppelung der Gewerkschafter aus Drebkau (Spree-Neiße). "Der Zusammenhalt ist jedoch nie abgebrochen", sagte Horst Nuglisch und erinnerte an viele gemeinsame Aktivitäten wie die Bergmannstage mit den großen Altdöberner Bergaufzügen 2005 und 2010 oder Kegelvergleichswettbewerbe. Thomas Schulze, Vorsitzender der IG BCE-Ortsgruppe Drebkau, schwärmte von "gemeinsamen Schlachtefesten, die einfach Spitze waren. Wir sind heute nicht hier, um gemeinsam Beerdigung zu feiern, sondern unsere gemeinsame Geschichte", sagte der Drebkauer. Aus Cottbus hatte sich Karola Berndt auf den Weg ins Altdöberner Schützenhaus gemacht. Die Gewerkschaftssekretärin der Bezirksgeschäftsstelle Cottbus der IG BCE, bedauerte aber respektierte zugleich, dass Horst Nuglisch aufgrund seines Alters keine weitere Amtsperiode als Vorsitzender der Ortsgruppe mehr antreten möchte. Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin konnte nicht gefunden werden. "Mit dem heutigen Tag bricht das Gewerkschaftsleben nicht zusammen, wir müssen es nur umorganisieren", sagte sie. Karola Berndt erinnerte, dass die Lausitzer Kohle- und Energieindustrie von einst 55 000 auf rund 8000 Beschäftigte geschrumpft sei. Dass die Jugend nicht entsprechend nachgerückt ist, verschärfe die demografische Entwicklung in den Ortsgruppen zusätzlich. "Wir haben zwar blühende Landschaften, aber nicht überall im Land", diagnostizierte sie und holte zugleich zu einem großen Dankeschön aus. Als es nach der Wende zu Einschnitten kam, habt ihr zu uns gehalten, ließ Karola Berndt eine verbale Verneigung folgen. Die Gewerkschaftssekretärin erinnerte an aktuelle Konfrontationen mit Vattenfall. "Uns geht es um Beschäftigungssicherung und den Erhalt von Ausbildungsplätzen. Ein Aderlass in der Region ist mit uns nicht zu machen." Gegenüber der RUNDSCHAU erklärte Horst Nuglisch, dass ein sauberer Kassenschnitt erfolgt sei und das Vermächtnis der Altdöberner Bergmannsgeschichte gewahrt bleibt. "Dazu wird die bestehende Ortsgruppe Altdöbern des Traditionsvereins Braunkohle Senftenberg beitragen."

Zum Thema:
Im Rahmen der Abschlussveranstaltung sind Ehrungen für vier Jubilare vorgenommen worden. Auf eine 40-jährige Mitgliedschaft blicken Monika Madlehn und Michael Kurth zurück. Seit 60 Jahren stärken Waltraud Weiss und Siegfried Gollasch die Reihen der Gewerkschaft.