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| 02:32 Uhr

Altdöbern hat neuen Bürgermeister

Peter Winzer (SPD), Bürgermeister in Altdöbern. Foto: uhd1
Peter Winzer (SPD), Bürgermeister in Altdöbern. Foto: uhd1 FOTO: uhd1
Altdöbern. Peter Winzer ist am Mittwochabend zum ehrenamtlichen Bürgermeister von Altdöbern gewählt worden. Für den SPD-Politiker stimmten in geheimer Wahl acht Gemeindevertreter. Gegenkandidat Eberhard Krause (Altdöbern – Freie Wählergemeinschaft/AFW) erhielt sechs Stimmen, eine weitere war ungültig. Uwe Hegewald

Peter Winzer möchte sein Amt zum 1. Juli antreten. Der 60-jährige Diplom-Ingenieur ist Nachfolger von Horst Bernstein (parteilos), der sein Amt zum 1. April dieses Jahres niedergelegt hatte.

"Ich bin seit 20 Jahren in der Kommunalpolitik tätig und kenne auch die politischen Akteure in den Nachbarkommunen Calau und Großräschen", erklärte Winzer, der auch ein Kreistagsmandat besitzt. Da er Bürgermeister aller Altdöberner sein möchte, zieht er sich aus den Reihen der kommunalen SPD-Fraktion zurück. Ein neuer Kandidat oder eine Kandidatin wird nachrücken.

Vorgeschlagen für den Bürgermeisterposten war Peter Winzer von den Fraktionen der SPD und CDU. "Wir waren immer bestrebt, schnell einen Nachfolger zu finden. Das Thema Bürgermeisterwahl stand in den zurückliegenden Sitzungen häufig auf der Tagesordnung", widersprach Matthias Lachmann (CDU) einem entsprechenden Antrag der AFW. Walter Schiementz und Daniela Kroll nämlich stellten den Antrag, den Tagesordnungspunkt umzuformulieren. Statt der "Wahl" sollte nur eine "Vorstellung" des oder der Bürgermeister-Kandidaten erfolgen. Sie erinnerten an vorherige Absprachen, wonach der Bürgermeister nach einem gemeinsamen Konsens aller Fraktionen gefunden werden sollte. "Ich wusste nicht, wer kandidiert. Um mir ein Urteil zu bilden, hätte ich mich zuvor gern mit unseren Wählern verständigt", bat Walter Schiementz (AFW) schließlich um Zurückstellung des Tagesordnungspunktes. Matthias Lachmann forderte auf, "zum Ergebnis zu kommen". Man habe genügend Zeit gehabt, einen Bürgermeister zu finden und jeder die Chance, sich für dieses Amt zu bewerben, so der CDU-Fraktionsvorsitzende. Daniela Kroll (AFW) schlug sogleich Oberingenieur Eberhard Krause (AFW) für das Bürgermeisteramt vor. "Ich kandidiere und wäre ebenso für alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde da", beteuerte Krause. Er sei Rentner und habe die nötige Zeit, die dieses Amt beansprucht. Bei der Abstimmung war die Freie Wählergemeinschaft schließlich dem Bündnis von SPD und CDU unterlegen.

Vor der Wahl zum Bürgermeister hatte Peter Winzer Fragen von Gemeindvertretern beantwortet. Auf die Frage von Walter Schiementz (AFW) nach den geplanten Windkraftanlagen (WKA) im Chransdorfer Wald brachte Winzer verhaltenen Widerspruch zum Ausdruck. Er habe kein Verständnis dafür, wenn sich ein elitärer Personenkreis durch die Errichtung solcher Anlagen Gewinne einstreicht. Er trete dafür ein, Anrainerkommunen an den Umsätzen der Energiegewinnung zu beteiligen.

Der näher rückenden Kommunalgebietsreform empfiehlt Peter Winzer mit "Augenmaß" zu begegnen. Altdöbern müsse sich nicht unterwerfen, eine Entscheidung nicht zeitnah getroffen werden. Eine Vernunftehe mit Nachbarkommunen ziehe er einer Zwangsehe vor. Sollte das Amt Altdöbern auseinander fallen, sei zügiges Handeln erforderlich. Bei einem eventuellen Abwandern von Neupetershain nach Welzow, Neu-Seeland nach Senftenberg sowie Bronkow und Luckaitztal nach Calau sei der Schulstandort Altdöbern gefährdet. Politische Kraft möchte Winzer in Vereine, Schlosspark und Schwimmbad einbringen.