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| 16:05 Uhr

Parksommerträume
Altdöbern ehrt verstorbenen Künstler

Alfons Rohde (1929-2017) wird als anonymer Altdöberner Kunstmaler in Erinnerung bleiben. Erst- und einmalig werden zu den Parksommerträumen Werke aus der fast 70-jährigen Schaffensperiode des Malermeisters gezeigt. Darunter auch das Bild vom Hirtenjungen in den Alpen, das Alfons Rohde während seiner Lehrzeit in Kostebrau gemalt hat.
Alfons Rohde (1929-2017) wird als anonymer Altdöberner Kunstmaler in Erinnerung bleiben. Erst- und einmalig werden zu den Parksommerträumen Werke aus der fast 70-jährigen Schaffensperiode des Malermeisters gezeigt. Darunter auch das Bild vom Hirtenjungen in den Alpen, das Alfons Rohde während seiner Lehrzeit in Kostebrau gemalt hat. FOTO: Uwe Hegewald
Altdöbern. Erstmalig werden Malerarbeiten aus der Schaffensperiode von Alfons Rohde gezeigt. Von Uwe Hegewald

Wenn sich zu den Altdöberner Parksommerträumen am kommenden Wochenende, 11./12. August, wieder einmal die Pforten zum Barockschloss öffnen, dürfen sich Besucher auf einen einzigartigen und einmaligen künstlerischen Leckerbissen freuen. Erstmals werden Öl- und Acrylbilder von Alfons Rohde gezeigt, der im vergangenen Jahr im Alter 88 Jahren verstorben ist.

Viele kannten ihn als emsigen Malermeister, doch nur wenige wussten, dass er sich in der Freizeit mit der Kunstmalerei auseinandergesetzt hat. „Das war seine Leidenschaft. Er hat das auch nur als Hobby betrieben und nie einen Gedanken daran verschwendet, seine Bilder irgendwann mal der Öffentlichkeit zu zeigen“, erzählt seine Witwe Mariluise Rohde. Eine Ausnahme bildeten Arbeiten für den Altdöberner Karnevalsclub.

„1978 zählte Alfons zu den Gründungsmitgliedern und war für die Saaldekoration zuständig. Die vielen, langen Banner hatte er zuhause im Flur gemalt. Wenn ich aus dem Wohnzimmer wollte, musste ich zuvor immer an der Tür klopfen“, so die Witwe.

Zur Malerei habe er erst in der Lehrausbildung gefunden. Lehrmeister Georg Scheffler hatte seine Zöglinge Alfons und den ebenfalls aus Kostebrau (Stadt Lauchhammer) stammenden Waldemar Strauß dazu animiert. Zu den ersten Arbeiten zählten ein Fliederstrauß und das Bild eines Hirtenjungen in den Alpen (siehe Foto). „Gelegentlich hat er spezielle Wünsche von Familienmitgliedern oder guten Bekannten erfüllt, ansonsten das gemalt, was ihm in den Sinn gekommen ist“, berichtet sie.

Mitunter dienten ausdrucksstarke Postkarten- oder Kalendermotive als Grundlage, aber auch auserwählte Gebäude, wie etwa die Kirche von Strahwalde (bei Löbau), dem früheren Heimatort von Mariluise Rohde. In Vorbereitung auf die Ausstellung hat sie ein Schreiben aus dem Jahr 1953 hervorgezogen, in dem Alfons Rohde als „fleißiger, pünktlicher, zuverlässiger Mitarbeiter“ beurteilt wird. Die damalige, arbeitgebende Firma in Ruhland bedauerte den Weggang ihres talentierten Kollegen, der sich für eine Meisterausbildung entschied und ab 1955 in die berufliche Selbstständigkeit wechselte.

Einfach waren die Jahre nicht, obwohl es reichlich Aufträge gab. So zählte Alfons Rohde in den früheren Altdöberner Bäckereien Uhlmann, Gebauer oder Kupsch zu den regelmäßigen „malernden Besuchern“. „Verrückt war die Zeit, als die Leute alle nach Raufaser-Tapete schrien, diese aber nur schwer zu bekommen war“, erinnert sich Mariluise Rohde an die Zeiten von DDR-Mangelwirtschaft. Für das Hobby blieb oft wenig Zeit.

Auf rund 50 Bilder schätzt sie die Gesamtzahl der Werke ihres verstorbenen Mannes. Rund 30 von ihnen werden zu den Parksommerträumen gezeigt. Mariluise Rohde bietet einige Exponate auch zum Verkauf an. Unverkäufliche Exponate gehen an Familienangehörige zurück. Möglicherweise auch das Bild, das die Altdöberner Kirche zeigt, die aber vom fast schon anonymen, lokalen Maler nicht mehr vollendet werden konnte.