Von Uwe Hegewald

„Dieser Trödelmarkt hat Charme und besitzt ein einzigartiges Ambiente“, fasste Otto Schulte am Sonntagnachmittag seine Eindrücke vom Altdöberner Flohmarkt zusammen. Der Essener muss es wissen, hat er doch als Experte der Doku-Serie von RTL II „Der Trödeltrupp – Das Geld liegt im Keller“ nach eigenen Angaben an rund 700 Drehtagen vor der Kamera gestanden.

Otto Schulte präsentierte sich als Kumpel-Typ, schlägt keine Bitte um ein Selfie aus, plaudert mit den Händlern und preist gelegentlich sogar deren Ware an. Mareen Kopsch, bei der veranstaltenden WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald für Marketing zuständig, zeigt sich beeindruckt von der Bodenständigkeit und Aufgeschlossenheit des Trödel-Experten. „Dieser Tag und sein Besuch sind nicht zu toppen“, resümiert die Organisatorin des Flohmarktes, der mit 75 Händlern einen neuen Rekord verzeichnete.

Mareen Kopsch war es auch, die Otto Schulte nach Altdöbern lockte, der sich über die Abgeschiedenheit wunderte. „Mir sind auf den letzten 20 Kilometern kaum Autos entgegengekommen. Umso beeindruckender, dann auf einmal vor diesem schönen Schloss zu stehen“, so der TV-Promi. Einziger Wehrmutstropfen: auch dieses Mal blieb der barocke Prachtbau für Besucher des Schlossparks und WIS-Trödelmarktes geschlossen.

Am Samstagabend hatten Startrompeter Ludwig Güttler und sein Blechbläserensemble mit ihrem Konzert in der evangelischen Kirche den Grundstein für das Altdöberner Erlebnis-Wochenende, das am Sonntag seine Fortsetzung fand, gelegt.

Zum 19. Mal bat der ortsansässige Heimatverein zum traditionellen Maigang mit integrierter Salzteich-Ehrenbürgertaufe. Barbara Starke, Ilona Cornelsen und Dieter Lemke sind die Preisträger 2019. Während sich die beiden Frauen für herrenlose Katzen und das Tierwohl stark machen, gilt der stets hilfsbereite Dieter Lemke als „der Mann für alle Fälle“. So wurde er von Sabine Ilmert charakterisiert, die die Salzteich-Ehrenbürgertaufe moderierte, wie den davor durchgeführten Maigang.

Die neuen Altdöberner Gewässer standen im Fokus des Spazierganges, allen voran der im Auftrag der LMBV geschaffene Südgraben. „Er soll das wiederaufsteigende Grundwasser aufnehmen und oberflächlich abführen“, informierte sie. Durch dieses Projekt würden 92 Prozent aller gefährdeten Gebäude im Ort vor Vernässungen dauerhaft geschützt. Im Südgraben eingebundene Staubecken, die Eisenhydroxid-Schlamm aufnehmen sollen, komplettieren die Liste neuer Gewässer in der Gemeinde.

Genau genommen müsste auch der Salzteich im Schlosspark hinzugezählt werden, ist dieser doch in den zurückliegenden zwei Jahren umfassend saniert worden. „Die Arbeiten im Teich und an den Uferböschungen sind abgeschlossen. Der Salzteich kann wieder gefüllt werden“, so Sabine Ilmert, die das aufmerksame (Fuß-)Volk mit aktuellen Zahlen fütterte. So seien bei der Teichsanierung 38 000 m³ Schlamm aufgenommen und inzwischen abtransportiert worden. Der noch geringe Wasserstand im Salzteich machte es aber notwendig, die Gondelfahrt der Salzteich-Ehrenbürger mit Bürgermeister Peter Winzer auf den Schmidtsteich zu verlegen.

Barbara Starke, Ilona Cornelsen und Dieter Lemke genossen den Bootsausflug mit dem rudernden Gemeindeoberhaupt. Zuvor mussten sie sich noch dem Taufprozess fügen. Luise Sterzl schlüpfte in das Kostüm der Teichnixe und überzeugte bei ihrer Premiere mit einem fehlerfreien Job. Die aus Weimar stammende Thüringerin ist momentan in der Gartendenkmalpflege im Altdöberner Schlosspark tätig. Dort absolviert sie in der Jugendbauhütte ein Freiwilliges Soziales Jahr.

Das internationale Team der Parksanierer ist auch Empfänger des Erlöses des diesjährigen Flohmarktes. Als Standgebühr hatten alle Händler einen Kuchen mitzubringen, der von WIS-Mitarbeitern verkauft wurde. Die Einnahmen werden stets an örtliche Vereine, Interessengruppen oder Institutionen weitergereicht.