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Altdöbern bekommt Ossi-Stuben

Die Heimatstuben in Altdöbern erhalten einen sturzfreien Zugang. Schließlich werden in diesem Jahr viele Besucher erwartet.
Die Heimatstuben in Altdöbern erhalten einen sturzfreien Zugang. Schließlich werden in diesem Jahr viele Besucher erwartet. FOTO: Hegewald
Altdöbern. Während der Jahreshauptversammlung des Altdöberner Heimatvereins hat Vorsitzender Rolf Wünsche die Mitglieder auf ein intensives Jahr eingeschworen. Einer der Höhepunkte war bereits die Teilnahme an der Geschichtsbörse in Potsdam. Uwe Hegewald

"Es hat uns erstaunt, wie viele Besucher der Potsdamer Geschichtsbörse Altdöbern kennen und an unseren Stand herantraten", fasst Rolf Wünsche die Eindrücke der Delegation zusammen. Bereits zum fünften Mal reisten Altdöberner zur Messe in die Landeshauptstadt.

Doch dieses Jahr hat weitere Höhepunkte zu bieten, wie den Maigang am Sonntag, 11. Mai, mit der Taufe von Salzteich-Ehrenbürgern und die Parksommerträume am 9. und 10. August.

Was das Vereinsdomizil am Hans-Beimler-Ring anbetrifft, wird nach der Eröffnung des historischen Schulkabinetts im November 2013 an einer neuen Attraktion gearbeitet. Demnächst sollen eine Schuhmacher- und eine Schneiderwerkstatt mit Nähmaschinen, Bügeleisen und anderem mehr entstehen.

Der Monat Oktober steht im Zeichen einer Ausstellungseröffnung, die DDR-Vergangenheit widerspiegelt. "Am 7. Oktober 2014 hätte die DDR ihren 65. Geburtstag gefeiert und so das Rentenalter erreicht. Vor diesem Hintergrund liegt uns das Datum am Herzen. Wir hoffen, dass unsere Ausstellung bis dahin steht", sagte Klaus-Dieter Schmidt.

Geplant ist das Einrichten von Wohnzimmer und Küche mit Mobiliar aus den 50er- bis 80er-Jahren, begleitet von einer Präsentation unvergessener Alltagsgegenstände.

"Eine politische Aufarbeitung zur DDR-Vergangenheit können wir nicht leisten. Dies ist klassischen Museen oder anderen Einrichtungen vorbehalten, die sich diesem wissenschaftlichen Thema widmen können", erklärt Klaus-Dieter Schmidt.

Als schwierig erwies sich die Suche nach einem geeigneten Namen für die neuen Räumlichkeiten. Mehrheitlich stimmten die Vereinsmitglieder für den Begriff "Ossi-Stuben", obwohl das Gros auch gern einer anderen Bezeichnung gefolgt wäre. "Im Volksmund hätten die Stuben eh die Bezeichnung Ossi-Stuben verliehen bekommen. Egal, welchen anderen Namen wir uns ausgedacht hätten", lässt Doris Lindner anklingen. Zuvor hatte Udo Meckert zu bedenken gegeben, dass der Name Ossi negativ besetzt sei und im Zusammenhang mit den Wessis immer etwas Trennendes assoziiere. "Wenn sich die Mehrheit dafür ausspricht, dann sollten wir dieser Bezeichnung folgen", empfiehlt der Pfarrer im Ruhestand dennoch und lässt Erinnerungen an Richard Schröder wach werden. Der deutsche Philosoph und evangelische Theologe prägte 2009 den Satz: "Nennt es wie Ihr es wollt, aber vergesst nicht, wie es war."

Was das Vereinsareal im Hans-Beimler-Ring anbetrifft, werden Gäste schon bald vergessen, wie bedenklich sich ein Besuch der Heimatstuben bisweilen gestaltete. Dieser Tage wurde der Fußweg zu den Heimatstuben gepflastert. Die notwendigen 6000 Euro für Arbeit und Material sind dem Verein aus dem Fonds der "Förderung der Konzessionsabgabe Lotto" (Lottomittel) zugeteilt worden.