Von Daniel Preikschat

Als Catrin Steiniger vor 20 Jahren ihre Praxis in den Räumlichkeiten des Medizinischen Zentrums Lübbenau (MZL) eröffnet hat, standen ihr zwei Schwestern zur Seite. Heute gehören ihrem Team fünf Medizinische Fachangestellte an sowie – seit Kurzem – eine weitere Ärztin für Urologie. Dr. Johanna Harksen aus Berlin praktiziert zwei Tage in der Woche als Entlastungsassistentin. Bei der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) wurde aber bereits Sonderbedarf angemeldet für einen weiteren halben urologischen Kassensitz.

Aber nicht nur das Team der selbstständigen niedergelassenen Ärztin, die im MZL Mieterin ist, wurde größer, auch die Zahl der Patienten. 2300 behandlungsbedürftige Menschen kommen im Quartal in die Urologie am MZL, 1700 pro Quartal ist der Durchschnitt im Land Brandenburg. Und das, obwohl der Landkreis OSL laut den Bedarfszahlen der KVBB mit 3,5 Urologen sogar leicht überversorgt ist.

Davon freilich merken der stellvertretende Lübbenauer Bürgermeister Rainer Schamberg, zugleich MZL-Aufsichtsratsvorsitzender, die MZL-Geschäftsführerin Karin Linke und der Stadtverordnete Joachim Liedtke (Grüne) wenig bei ihrem Praxisbesuch diese Woche bei Catrin Steiniger. Sie kommen mit Blumen und kleinen Präsenten zum Jubiläum der Ärztin und durchqueren ein volles Wartezimmer. Mit Rücksicht auf die wartenden Menschen, die meisten nicht mehr jung, halten sie sich nicht allzu lange in der Praxis auf. Händeschütteln, Umarmung, freundliche Worte. Catrin Steiniger sagt den Besuchern, sie rechne aufgrund des weiter steigenden Altersdurchschnitts der Einwohner in der Region künftig sogar mit noch höheren Patientenzahlen in ihrer Praxis. Mit höherem Alter werde der Mensch nun mal auch krankheitsanfälliger.

Stark beruflich in Anspruch genommen, engagiert sich Catrin Steiniger dennoch ehrenamtlich für ihr Fachgebiet, wie Karin Linke anerkennend hinweist. Die Fachärztin ist Mitglied in der KVBB-Vertreterversammlung, seit 2015 außerdem Landesvorsitzende im Bundesverband der Deutschen Urologen (BvDU) und Sprecherin des Hauptausschusses. „Nur zuschauen ist eben nicht mein Ding“ hatte Catrin Steiniger kurz nach ihrer Wahl zur Landesvorsitzenden in einem Interview im Urologenportal gesagt. Aktives Mitgestalten habe ihr immer schon Spaß gemacht. Die Umsetzung und Gestaltung einer ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung im Flächenland Brandenburg nannte sie damals als eines der wichtigen Themen, an denen sie dranbleiben wolle. Auch sei hinzuarbeiten auf eine angemessene Vergütung fachärztlicher Leistungen in der Urologie – ob für ambulante Operationen, Mikrobiologie oder Urinzytologie.

Ambulante Operationen und Chemotherapie sind dann unter anderem auch Angebote ihrer eigenen Praxis. Im Team Catrin Steinigers gibt es zudem einen nichtärztlichen Praxisassistenten, der im Stile von Schwester Agnes Patienten zu Hause aufsucht und dort beispielsweise den Katheder wechselt. Sehr wichtig sei für urologische Praxen gerade in Brandenburg außerdem die gute Kooperation mit den Klinikärzten, äußerte Catrin Steiniger damals im Interview. Aus heutiger Sicht könne sie sagen, dass sie mit den Krankenhäusern in Luckau und Cottbus sehr gut kooperiere.

Was vor allem Karin Linke und Rainer Schamberg gern gehört haben dürften, war das Lob Catrin Steinigers für das MZL. „Ich fühle mich wohl hier, wir sind ein gutes Team.“ Ihr werde viel Verwaltungsarbeit abgenommen, und die Wege seien kurz im Haus. Gut möglich also, dass es weitere Jubiläen gibt.