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Baumaßnahme
Ärztehaus Calau erhält Aufzug

Das Gesundheitszentrum Calau erhält nun einen Aufzug für die Patienten. Baubeginn soll im Mai sein. Dann ist auch mit Einschränkungen für Patienten und Mitarbeiter auf dem Parkplatz und innerhalb des Gebäudes zu rechnen.
Das Gesundheitszentrum Calau erhält nun einen Aufzug für die Patienten. Baubeginn soll im Mai sein. Dann ist auch mit Einschränkungen für Patienten und Mitarbeiter auf dem Parkplatz und innerhalb des Gebäudes zu rechnen. FOTO: Rüdiger Hofmann
Calau. Erleichterung für die Patienten. Vorübergehende Einschränkungen für Personal und Besucher. Von Rüdiger Hofmann

Patienten, aber auch das Personal, können nun aufatmen: Im Ärztehaus Calau, auch bekannt als Gesundheitszentrum oder ehemalige Poliklinik in der Karl-Marx-Straße 104, gibt es bald einen Aufzug. Das Gebäude hat zwei Stockwerke. Bisher war die obere Etage ausschließlich per Treppe erreichbar – gerade für mobilitätseingeschränkte Patienten ein unsäglicher Zustand.

„Sowohl für gehfähige als auch liegende Patienten wird es nach dem Einbau eines Aufzuges eine enorme Erleichterung geben“, teilt Dr. Torsten Braunsdorf mit. Der Facharzt für Chirurgie sitzt gemeinsam mit dem Facharzt für Allgemeinmedizin, Dr. Götz Ulrich Meißner, den Fachärzten für Neurologie und Psychiatrie – Dr. Markus Reckhardt – und der Fachärztin für Gynäkologie, Dr. Kerstin Grüger, in dem Gemeinschaftshaus. An der Außenfassade steht mit roter Schrift „Medizinische Praxen“. Die Ärzte haben sich in dem Gesundheitszentrum zusammengeschlossen und realisieren das Bauvorhaben auf privater Ebene. „Wir sind quasi eine Eigentümergemeinschaft der Medizinischen Praxen“, erläutert Braunsdorf. „180 000 Euro wird der Einbau kosten“, so Braunsdorf. Inzwischen ist der nunmehr dritte Fördermittel-
antrag bewilligt worden. Die Baugenehmigung ist erteilt, und eine bauausführende, im Bereich der Aufzugstechnik weltweit agierende Firma seit Donnerstag gefunden. „Wir haben uns nun verständigt, dass der Baubeginn Mitte Mai sein wird“, sagt der Chirurg. Innerhalb des Hauses wüssten alle bereits Bescheid, nun gehen die Ärzte mit dem Bauvorhaben an die Öffentlichkeit.

Der geplante Ablauf zieht natürlich Einschränkungen sowohl für die Mitarbeiter als auch die Patienten und Besucher nach sich. „Daher wollen wir die Bürger rechtzeitig informieren. Die Baufirma wird zunächst im Laufe des Monats Mai nach Einrichten eines Bauplatzes mit Trockenarbeiten beginnen, den Schacht mauern und anschließend den Aufzug einbauen“, sagt Torsten Braunsdorf. Elektrische Leitungen und Heizungen müssten umgelegt werden. Für die Maßnahmen wird anfangs die rechte Seite des Parkplatzes mit einem Bauzaun abgesperrt. Später folgt dann die Sperrung des Hintereingangs. Dort befindet sich seit geraumer Zeit eine Rollstuhlrampe, auf der bisher vor allem ältere und gehbehinderte Besucher und Patienten zumindest in die erste Etage gelangen konnten.

Insgesamt wird die Baumaßnahme etwa drei Monate andauern. Das wollen aber alle Beteiligten in Kauf nehmen, mit allen Einschränkungen. „Denn danach kann dann die heutzutage gängige Barrierefreiheit in dem Gebäude sichergestellt werden“, sagt Torsten Braunsdorf.

Als Landambulatorium feierte das heutige Ärztehaus in Calau mit dem ersten Spatenstich 1954 seine Geburtsstunde. Zwei Jahre später ging der Betrieb los. Die Einrichtung wuchs mit der Einwohnerzahl und entwickelte sich so zur Kreispoliklinik. Nach der Wende stand das Haus vor dem Aus. Heute gibt es in Calau neben den fünf selbstständigen Praxen das Gesundheitszentrum, welches vom Klinikum Niederlausitz mit angestellten Ärzten in den Fachgebieten Psychiatrie, Neurologie und Gynäkologie/Geburtshilfe betrieben wird. Das Gesundheitszentrum ist eine Tochter des Klinikums Niederlausitz in Senftenberg.

Bisher gibt es lediglich diese Rampe, die in das erste Obergeschoss führt. Um das oberste Stockwerk zu erreichen, musste die Treppe genutzt werden.
Bisher gibt es lediglich diese Rampe, die in das erste Obergeschoss führt. Um das oberste Stockwerk zu erreichen, musste die Treppe genutzt werden. FOTO: Rüdiger Hofmann