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Adam Bagge ruht in Lübbenauer (Neustadt)-Erde

Im Jahre 1920 hat die gräfliche Familie zu Lynar den Gedenkstein für den "Familienretter" und Lübbenaus Bürgermeister Adam Bagge (1622 bis 1675) aufgestellt. Der Gedenkstein steht zwischen dem städtischen Friedhof und dem gräflichen Erbbegräbnis.
Im Jahre 1920 hat die gräfliche Familie zu Lynar den Gedenkstein für den "Familienretter" und Lübbenaus Bürgermeister Adam Bagge (1622 bis 1675) aufgestellt. Der Gedenkstein steht zwischen dem städtischen Friedhof und dem gräflichen Erbbegräbnis. FOTO: Bernd Marx/bdx1
Lübbenau. Am heutigen Tag erinnern Heimatforscher an den plötzlichen Tod des einstigen Lübbenauer Bürgermeisters Adam Bagge. Er verstarb am 18. August 1675. bdx1

Von einem am 30. Juli 1675 erlittenen Schlaganfall erholte sich das damals 53-jährige Stadtoberhaupt nicht mehr.

Wer war Adam Bagge, dem die gräfliche Familie zu Lynar die Fortsetzung ihrer langjährigen, erfolgreichen und traditionsreichen Familiengeschichte zu verdanken hat?

Geboren wurde er im Jahre 1622 in Lago in Mecklenburg. Es war die Zeit des 30-jährigen Krieges. In der Stadtkapelle von Güstrow in Mecklenburg nahm der damals 15-jährige Jüngling 1637 eine Lehrstelle als Trompeter an. Die Lehrzeit endete für ihn in Beuthen in Schlesien.

1641, im Alter von 19 Jahren, wurde er in die schwedische Armee aufgenommen. Doch wenige Monate später wurde er von der kaiserlichen Armee gefangen genommen. Er wurde der Leibkompanie des kaiserlichen und kursächsischen Feldmarschalls Herzog Franz Albrecht zu Sachsen-Lauenburg (1598 bis 1642) zugeordnet, die während des 30-jährigen Krieges für beide Kriegsparteien focht. In diesem Heer kämpfte auch Rittmeister Graf Johann Sigismund zu Lynar (1616 bis 1665) aus Lübbenau. Adam Bagge wurde ihm unterstellt.

Bei der Schlacht am 23. November 1642 bei Breitenfeld (Leipzig) wurde der Lübbenauer Rittmeister Graf zu Lynar schwer verwundet. Die Historie besagt, dass er aus 27 Wunden blutete, und er bereits zu den Toten gelegt worden war.

Sein Diener Adam Bagge bemerkte aber noch ein schwaches Lebenszeichen in seinem blutüberströmten Körper. Bagge brachte seinen Herren zu einem Feldscherer nach Leipzig. Dieser behandelte die Wunden, und Adam Bagge pflegte seinen Herrn gesund. Durch die aufopferungsvolle Tat wurde das Geschlecht der Lynars erhalten, da er seiner Zeit der letzte Spross der Familie war.

Diese Hilfe und Treue vergaß Graf Sigismund zu Lynar seinem Diener nie.

Adam Bagge heiratete am 21. November 1645 in Lübbenau Anna Krüger, die Tochter des einstigen Bürgermeisters Johann Krüger. Er kaufte und bewirtschaftete zwei Vollgüter in der Stadt Lübbenau. Ein Bürgergut war das Schorten'sche Gut am Markt, welches später das "Hotel zum braunen Hirsch" wurde. Zu diesem Gut gehörten Äcker, Wiesen und Gartenland. Adam Bagge kaufte es im Jahre 1666 für 250 Taler.

Für das Bürgergut am Amtsgericht, es trug den Namen das Kalauk'sche Gut, erhielt er von der Standesherrschaft die Abgabenfreiheit. Der Familie Bagge wurden die Kinder Maria (1650), Anna (1652), Katharina (1655), Adam (1659), Christian (1659) und Margarethe (1662) geboren.

Am 9. Juni 1664 legte der treue Wegbegleiter des Grafen Sigismund zu Lynar den Amtseid als Bürgermeister der Stadt Lübbenau ab. Er konnte der Stadt elf Jahre treu, ehrlich und erfolgreich dienen, bis ein Schicksalsschlag ihn ereilte, von dem er sich nie mehr erholte.

Im Jahre 1920 ließ ein Nachfahre von Graf Sigismund zu Lynar, Graf Rochus zu Lynar, zwischen dem städtischen Friedhof und der gräflichen Begräbnisstätte an der heutigen Lübbenauer Straße des Friedens einen Ehrenstein für Adam Bagge setzten. Der Gedenkstein, es ist ein Findling aus der Lübbenauer Region, für den einstigen Retter und Lübbenauer Bürgermeister Adam Bagge befindet sich noch heute an dieser Stelle und erinnert an eine Historie aus längst vergangener Zeit.