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| 02:32 Uhr

Absetzbecken wird entschlammt

Mit einem Bagger wird braune Schlamm aus dem Radduscher Absetzbecken gepumpt. Per Kahn gelangen die Mitarbeiter des Wasser- und Bodenverbandes zum Bagger auf dem 1,6 Hektar großen "See".
Mit einem Bagger wird braune Schlamm aus dem Radduscher Absetzbecken gepumpt. Per Kahn gelangen die Mitarbeiter des Wasser- und Bodenverbandes zum Bagger auf dem 1,6 Hektar großen "See". FOTO: Kuschy
Raddusch. Romantisch spiegeln sich im Wasser des kleinen "Sees" die Bäume. Aber dieses Radduscher Absetzbecken und das, was auf seinem Grund schlummert, ist alles andere als romantisch. Der Wasser- und Bodenverband "Oberland Calau" entsorgt aus der Tiefe braunen Hydroxidschlamm. Hannelore Kuschy

Nahe dem Radduscher Sportplatz füttern Pumpen das erste Geotube mit einem Schlamm-Wasser-Gemisch. Sieben solcher großen wasserdurchlässigen Textilkissen könnten es werden, die übereinander gelagert werden. Maik Schulz, Techniker beim Wasser- und Bodenverband "Oberland Calau" rechnet damit, dass aus dem Radduscher Absetzbecken rund 16 000 Kubikmeter Schlamm geholt werden. Die Schlammschicht in der ehemaligen Grubenwasserreinigungsanlage, die niemand mehr für irgendwelche technischen Prozesse benötigt, wird auf durchschnittlich einen Meter geschätzt.

Seit dem Frühjahr laufen die Vorbereitungen für die Beräumung des Beckens, nicht weit entfernt vom idyllisch gelegenen Schwarzen Berg. Der Wasser- und Bodenverband übernimmt diese Arbeiten im Auftrag der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Das sei eine Maßnahme von vielen im Jahr mit einem Umsatz von rund 14 Millionen Euro. Davon, so erklärt Verbands-Geschäftsführer Rainer Schloddarick, sei lediglich eine Million Euro von Verbandsbeiträgen. Auch die Arbeiten im LMBV-Auftrag am Greifenhainer Fließ oder in der Wudritz sind Teil des Kampfes gegen die Verockerung, deren Quellen unter anderem in mehreren Zuflüssen zum Spreewald liegen.

Diese Gewässer hätten in den kommenden Jahren eh beräumt werden müssen, dann hätte es den Verband richtig Geld gekostet, erläutert Rainer Schloddarick. Jetzt gelte das Verursacher-Prinzip. "So beräumen wir jetzt die Gewässer, für die wir verantwortlich sind, und bekommen Geld dafür, bleiben anschließend aber weiter in der Verantwortung", sagt er.

So ist das auch mit den Altlasten im Radduscher Absetzbecken. Dort fördert ein Bagger den braunen Schlamm aus dem Gewässer. Als Schlamm-Wasser-Gemisch füllt es die Geotubes wenige Meter vom Absetzbecken entfernt. In diesen textilen Kissen wird der Schlamm entwässert. Bevor er entsorgt werde, würden durch die Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall Proben genommen, erklärt Maik Schulz. Diese Proben geben Auskunft über die Beschaffenheit des trockenen Schlamms. Ist er etwa durch Schwermetalle belastet, müsse er gesondert entsorgt werden. Bei Unbedenklichkeit könne er durchaus landwirtschaftlich verwertet werden.

Bis Frosteintritt werde der Verband auf dem Radduscher Absetzbecken zu tun haben. Rainer Schloddarick rechnet damit, dass die Säcke im nächsten Frühjahr entsorgt werden können. Parallel dazu wird auf dem Greifenhainer Fließ sowie in den Schlossparks Lübbenau und Ogrosen gearbeitet. Vorbereitungen laufen für das Vorhaben 2016 im Grabensystem von Cottbus-Schmellwitz. Durch das gestiegene Grundwasser ist Eisen ausgespült worden.