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Sanierung in Vetschau notwendig
Mit Reparaturen über Wasser halten

Abgeordnete im Somerbad Vetschau
Abgeordnete im Somerbad Vetschau FOTO: Kuschy / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Vetschau. Vetschauer Abgeordnete erfahren: Das Sommerbad kann nicht vor 2020 saniert werden. Von Hannelore Kuschy

Hunderttausende Euro würde eine Sanierung des Sommerbades in Vetschau kosten. Die wäre auch dringend nötig – vor allem die Technik in dem 90 Jahre alten denkmalgeschützten Bad ist verschlissen. Dass Vetschau sein kuscheliges Bad im Grünen erhalten möchte, haben die Stadtverordneten bereits vor längerer Zeit bekundet. Christoph Schneider (CDU-Fraktion) aber drängt darauf, dass nun endlich gehandelt wird. Doch auch der Besuch des Sozialausschusses in der größten Badewanne der Niederlausitz ändert nichts daran, dass sich die Stadt wohl bis zum Jahr 2020 noch mit Reparaturen im Bad über Wasser halten muss.

 Diesen reinen Wein hat den Ausschussmitgliedern Baufachbereichsleiter Sven Blümel eingeschenkt. An dieser Tatsache ändert auch der Vergleich mit einem Bad in der Nähe von Bitterfeld nichts, das zur selben Zeit wie das Vetschau gebaut und später saniert wurde. Und auch der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vor zwei Jahren nicht, das Bad 2017/18 zu sanieren – allerdings unter der Bedingung, dass Fördermittel fließen. Geschätzte 600000 Euro wären nach Angaben Sven Blümels allein für die Beckensanierung erforderlich. Denn neben der veralteten Technik leidet auch der Beckenboden bereits an Altersschwäche. Dennoch beanstandete das Gesundheitsamt des Kreises auch in der zurückliegenden Saison keine einzige der monatlichen Wasserproben. 11324 Besucher sind von Mai bis September gezählt worden, davon über 8000 Kinder. Viele von ihnen haben dort das Schwimmen erlernt. Das spricht für die Beliebtheit dieses Bades mit dem Charme der 1920er-Jahre. Gern besucht wird das Sommerbad auch wegen der nach wie vor moderaten Eintrittspreise.

Dass Vetschauer wie Auswärtige ungetrübten Badespaß genießen konnten, hat die Stadt mehr als 99400 Euro an Zuschüssen für das Bad locker gemacht. Das waren in diesem Jahr rund 3000 Euro mehr als 2016.

So ist es neben den Abgeordneten auch der Stadtverwaltung wichtig, das Bad mit einer Sanierung längerfristig zu erhalten. Wie Sven Blümel erklärt, gäbe es ein neues Programm zur Förderung der kommunalen Infrastruktur, zu der auch Bäder gehören. Deshalb strebe die Stadt an, zunächst den Sanierungsbedarf konkret zu klären, daraufhin Fördermittel zu beantragen und für 2018 zunächst Planungskosten in den Haushalt einzustellen. Bis heute sind Tausende Euro ausgegeben worden für einen neuen stabilen Zaun um das Badgelände herum. Denn immer wieder, so Schmimmmeisterin Birgit Schmied, seien Gäste durch den alten Zaun hindurch ins Bad gelangt. Im kommenden Jahr soll die Umzäunung komplettiert werden.