ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:46 Uhr

Haushalt Lübbenau
Abgeordnete helfen der Olsenbande

Die Olsenbande hat allein in diesem Jahr 2000 Besucher in die Mehrzweckhalle von Groß Beuchow gelockt.
Die Olsenbande hat allein in diesem Jahr 2000 Besucher in die Mehrzweckhalle von Groß Beuchow gelockt. FOTO: Uwe Hegewald
Lübbenau. In den Haushalt 2019 mit aufgenommen werden außerdem Ausgaben für den Wochenmarkt und für mobile Tempomessgeräte. Insgesamt investiert die Stadt Lübbenau rund 20 Millionen Euro. Von Daniel Preikschat

Die Lübbenauer Olsenbande knackt Jahr für Jahr die Besucher-Rekordmarke beim Sommertheater. 2017 kamen 1900 Gäste in die Mehrzweckhalle nach Groß Beuchow, ein Jahr später 2000. Sicher auch diesen Erfolgen hat es die Schauspielergruppe um Matthias Härtig zu verdanken, dass ihr die Lübbenauer Stadtverordneten Finanzhilfe leisten. Vergangene Woche ging ein Antrag der SPD-Fraktion mehrheitlich durch, dem Bunte-Bühne-Team 10 000 Euro über das Budget hinaus zuzubilligen, um ein entsprechendes Defizit auszugleichen.

Ausnahmsweise könne man das mal machen, sagte Eberhard Richter (AWG). Es sei sicher nicht leicht, Theater in einer Mehrzweckhalle zu machen. Möglicherweise könnten aber die Eintrittspreise um zwei, drei Euro für Erwachsene angehoben werden, regte der Ragower an. Jörg Claus Renaud (Linke) sah es ähnlich. Die Schauspieler leisteten ihren Beitrag, Touristen in der Spreewaldstadt zu halten. Frank Zelder (SPD) wies außerdem hin auf den Honorarverzicht der Schauspieler in der Weihnachtszeit. Helmut Wenzel (parteilos) betonte, dass es ausschließlich um einen Finanzausgleich der Eigenproduktionen des Vereins KultuRegio für das Sommertheater (Olsenbande) und die Vorweihnachtszeit (Pension Spreewald) gehe.

Die Kosten hierfür, bestätigt Bunte-Bühne-Chef und KultuRegio-Vereinsvorsitzender Matthias Härtig der RUNDSCHAU, seien in den vergangenen Jahren in die Höhe geschnellt. Die vielen Darsteller, denen man wenigstens eine Aufwandsentschädigung zahlen möchte, Fahrtkosten und Bühnenbild gingen ins Geld. Das Publikum wolle aber diesen Aufwand nicht missen. Es lasse sich nicht abspeisen mit Wiederholungen vom Vorjahr. Außerdem werden Aufführungen gezeigt, die auf Lübbenau zugeschnitten sind und sich nicht für Gastauftritte eignen, die dem Verein zusätzliche Einnahmen bescheren würden.

Sogar 45 000 Euro nachträglich im Haushalt 2019 verbucht werden für die Befestigung des Wochenmarktes am Kolosseum in der Neustadt, beantragt von der CDU-Fraktion. Holger Bartsch (SPD) findet die Investition sinnvoll, hatte aber Probleme mit dem Vorschlag zur Gegenfinanzierung, nämlich den Kauf der Alten Schule in Zerkwitz hinten an zu stellen. Kämmerin Ute Radnitz wies jedoch darauf hin, dass der Kauf 2019 aufgrund der sich hinziehenden Verhandlungen ohnehin noch nicht getätigt werden könne.

Im Fachausschuss bereits diskutiert worden war die Idee der Lübbenauer CDU, zwei mobile Tempomessgeräte anzuschaffen und vor Kindertagesstätten aufzustellen. Hierfür werden noch einmal Kosten von 7500 Euro fällig. Eher bescheidene Ausgaben angesichts der großen Investitionen im neuen Jahr. 6,5 Millionen Euro dürfte allein der energetische Ausbau des in die Jahre gekommenen Delphinbades kosten, weitere 3,8 Millionen Euro der Bau der Kita „Storchennest“ in Boblitz, 400 000 Euro kostet hier schätzungsweise allein die Gestaltung der Kita-Außenanlagen inklusive eines Spielplatzes. Für den Umbau des ehemaligen Oberstufenzentrums (OSZ) in der Neustadt, in das im Jahr 2020 die Jenaplanschule einziehen soll, rechnet man im Rathaus mit Kosten von zwei Millionen Euro. Hier hilft die Städtebauförderung den Lübbenauern. Insgesamt sieht der Haushalt 2019 eine Investitionssumme von 20,3 Millionen Euro vor.