UC-Frontfrau Kathrin Jantke und Danny Radfan samt Band, Tordis Radfan und Detlef Gleisberg-Radfan nutzten die Adventszeit, um die Herzen der Menschen für all die kleinen und großen Probleme der Menschen um uns herum zu öffnen, um den Blick nach links und rechts anzuregen, damit niemand mit seinen Sorgen ganz allein bleibt. In der Aktion „Wir helfen“, die Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, unterstützt, hatte die Band einen kompetenten Partner gefunden, um all die Spenden der Konzertgäste an die richtigen Adressen zu bringen. Bernd Töpfer vom Spendenbeirat des helfenden Vereines erlebte das Konzert in der Calauer Stadthalle ebenso gerührt wie hunderte Gäste.

Ursula Lungwitz hatte es sich mit ihrem Mann in den hinteren Reihen bequem gemacht. „Ich kenne Tordis seit über 30 Jahren, mag ihre Musik“, gestand die Calauerin, die sehr gut weiß, wie wichtig Hilfe für andere Menschen ist. „Ich habe einen behinderten Bruder, kenne dadurch die Nöte“, erklärt sie. Sie selber spende viel und nicht nur in der Weihnachtszeit für andere. Nicht weit von Familie Lungwitz entfernt lauschen Frank und Christine Kühne den Stimmen der Künstler. „Wir mögen die Band, haben sie bereits bei einer Jugendweihefeier erlebt, wo sie uns sehr gut gefiel. Solche helfenden Veranstaltungen sollte es viel öfter geben“, so Christine Kühne. Denn in unserer Zeit bräuchten die Menschen, unter denen jeder denke, er sei am schlimmsten dran, die Augen für das Leid der anderen geöffnet.

Mit Titeln von Sehnsucht nach Geborgenheit, von Liebe und Hoffnung sowie traditionellen Weihnachtsliedern und solchen, die ein ums andere Jahr im Dezember die Charts stürmen, rührten „UC & Band“ an die Herzen ihrer Gäste. Unterhaltsam und abwechslungsreich, gefühlvoll und mit faszinierenden Stimmen ließen sie weihnachtliche Stimmung Einzug halten. Geschichtenerzähler Siegfried Keßler, mit dessen Schaukelstuhl-Ecke sich die Band die Bühne teilte, klärte das Publikum über so manche weihnachtliche Tradition auf und appellierte an die Vernunft, das Fest mit Ruhe und Muße anzugehen.

„Am 23. Juli 2001 brach für die Familie Thomas eine Welt zusammen“, begann Detlef Gleisberg-Radfan, als er für das Calauer Publikum noch einmal die Geschichte der kleinen Lisa erzählte. Während eines dreiwöchigen Komas, in das das Mädchen ganz plötzlich fiel, wurde ihre Gefäßveränderung im Kopf dreimal operiert; in der nachfolgenden Reha sollte sie alles neu lernen, was sie nun nicht mehr beherrschte. Noch prophezeiten die Ärzte, dass Lisa danach wieder ein völlig normales Kind sein werde. Doch alles kam anders. Nach einer tragischen und kontinuierlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes entdeckte man im Oktober des vergangenen Jahres einen Tumor in Lisas Kopf, der durch eine OP nur teilweise entfernt werden konnte. Das heute geistig behinderte Mädchen ohne Kurzzeitgedächtnis mit allumfassenden Störungen, die ihr das Leben erschweren, leidet zudem unter schwersten Depressionen. Sie macht sich selbst für die Situation ihrer dreiköpfigen Familie verantwortlich. Und Lisa vermisst ihren von der Familie getrennt lebenden Vater, der sich vor zweieinhalb Jahren von ihr distanzierte.

Heike Thomas gab dem Calauer Publikum Worte mit auf den Weg, die ihr in besonders schweren Stunden helfen: „Wir sind alle Engel mit einem Flügel. Wir müssen uns nur aneinander festhalten, dann können wir fliegen.“

Der Krankheitsverlauf von Lisa wurde in der Weltliteratur bisher in nur zwei weiteren Fällen dokumentiert. Keiner weiß, wie es weitergeht. Doch eines wissen Mutter Heike und Schwester Anne Thomas ganz genau: Das Weihnachtsfest machen sie sich gemütlich und ruhig, denn dann wird Lisa von der derzeitigen Reha nach Hause geholt und das bekommen, was sie am meisten braucht: Liebe und Geborgenheit.