"Unser Wohnhaus zählt zu den Gebäuden, für die eine Einzelfalllösung in Betracht kommt. Das stimmt uns nachdenklich", sagt Klaus Kupsch. Für den Gewerbetreibenden stünden hinter der Altdöberner Grundwasserproblematik zu viele Fragenzeichen. "Wer kann garantieren, dass der Südgraben überhaupt die erhoffte Wirkung erzielt und wie wird mit den Grundstücksbesitzern verfahren, die trotz des Grabens Wasser im Keller haben?", sucht er nach Antworten.

Zuletzt hatte Martina Möller, Planungsleiterin der LMBV, selbst von einem "Prognosewasserstand" gesprochen, dem entsprechende Studien vorangegangen seien. Klaus Kupsch bleibt skeptisch: "Für alle Betroffenen, denen das Verfüllen der Keller bevorsteht, stellt sich doch die Frage, welche Auswirkungen das aufsteigende Grundwasser auf die Fundamente ausübt." Der Altdöberner beruft sich auf Informationen, wonach das Grundwasser "aggressiv" sei und somit weiterhin Gefahr für die Gebäudesubstanz bestehe. Gegenüber der RUNDSCHAU bestätigt er, sich mit der LMBV im Dialog zu befinden. Der Bergbausanierer bietet allen Betroffenen Hilfe an, betont jedoch, zu dieser rechtlich nicht verpflichtet zu sein. Der Altdöberner Familie ist das zu wenig: "Es ist doch so, dass ich für den Schaden aufkomme, den ich anderen zufüge", betont Kupsch und sieht Land und Bund in der Verantwortung.

Und noch eine Gegebenheit bereitet ihm Kopfschmerzen: So sei der Familie vom Bergbausanierer mitgeteilt worden, dass nach erfolgter Einzelfalllösung alle Rechte an die LMBV abgetreten werden müssten. "Für jetzt und alle Zukunft, ohne zu wissen wie der Untergrund auf den Grundwasserwiederanstieg reagiert und womöglich weitere Schäden herbeiführt werden", beklagt er. Während der zurückliegenden Gemeindevertretersitzung nutzte Klaus Kupsch die Einwohnerfragestunde, um auf die Problematik aufmerksam zu machen, von der weitere 16 Hausbesitzer betroffen sind. Sein Angebot: Ein gemeinsames Treffen aller Eigentümer, für die eine Einzelfalllösung ansteht. "Bisher stirbt doch jeder für sich. Wir fühlen uns allein gelassen", kritisiert er. Seinen Appell für mehr Transparenz richtet Kupsch gleichermaßen an die Altdöberner Amtsverwaltung und Gemeindevertreter. Zur Thematik "Maßnahmen zur Gefahrenabwehr infolge Grundwasserwiederanstieg in der Ortslage Altdöbern" findet am heutigen Mittwoch, 19. Februar, in Altdöbern ein Erörterungstermin statt - ab 10 Uhr, Sitzungszimmer Markt 24.

Zum Thema:
In den Grundwasserabsenkungsgebieten gewährt die LMBV den vom Grundwasserwiederanstieg Betroffenen eine finanzielle Unterstützung zur Gefahrenbeseitigung. Die finanzielle Unterstützung kann für Hauptwohnsitze beantragt werden und wird auf Nachweis für die Beschaffung von Pumpen und zugehörigen Ausrüstungen sowie für die anfallenden Energiekosten zum Betrieb bei einer Eigenbeteiligung von 20 bzw. 50 Prozent (Soforthilfe-Eigenanteil) gewährt.