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| 14:42 Uhr

Hut ab!
Ein Riesenspaß für Knirpse in der Calauer Sporthalle

 Die Mini-Eisenbahn zählt zu den zahlreichen Attraktionen der Calauer Trolltage, die zum neunten mal stattfanden. 
Die Mini-Eisenbahn zählt zu den zahlreichen Attraktionen der Calauer Trolltage, die zum neunten mal stattfanden.  FOTO: Uwe Hegewald
Calau. Dank Familie Bareinz und ihrer Helfer stillen Kinder bei den 9. Calauer Trolltagen ihren Bewegungshunger

Wenn sich die Sonne hinter dicken Regenwolken versteckt, empfiehlt es sich, auf Couch-Modus umzuschalten. Was vielleicht bei Erwachsenen funktioniert, ist bei Heranwachsenden kein Thema. Aktive Freizeitgestaltung lautet die Formel, die am Wochenende bei den Trolltagen in der Calauer Sporthalle eine willkommene Lösung herbeiführte. „Wir machen das zum neunten Mal“, sagt Frank Bareinz. Mit „wir“ meint der Calauer seine Familie sowie rund ein Dutzend Helfer, die das Winter-Event für Knirpse vorbereiten, begleiten und die Halle nach Abschluss auch wieder besenrein übergeben.

„Mir gefällt es hier sehr gut. Den größten Spaß hatte ich an der Riesenrutsche“, erzählt Max Schwarzenau. Für den Achtjährigen aus Altdöbern ist es das erste Mal, dass er die Calauer Trolltage besucht. Bisher habe er fasst alle Angebote einmal ausprobiert. Jetzt lockt nur noch die Draisine, die zum ersten Mal über das hölzerne Gleis in der Sporthalle rollt. „39 Meter ist sie lang“, erzählt „Gleisbauer“ Frank Bareinz, für den es als Tischlermeister eine Selbstverständlichkeit war, den Schienenstrang aus beständigem Eichenholz zu produzieren. Die darauf rollende stählerne Draisine ist eine Produktion seines Vaters Reinhard Bareinz. „Die hat er vor mehr als zehn Jahren für seine Enkelkinder gebaut, um damit über das Gleis auf unserem Hof zu rollen“, teilt der Trolltage-Initiator mit.

Rund 40 Meter des ehemaligen Gleisanschlusses vom Bahnhof zum ältesten Industriegebiet der Stadt liegen noch auf dem familiären Anwesen, in der Akazienallee. Es gibt kaum Momente, an denen die Draisine in der Troll-Halle stillsteht, Ausnahme bilden etwas unbeherrscht zu Werke gehende Benutzer, die ein Herunterfallen der Antriebskette riskieren. Zwei Handgriffe genügen, um sie wieder auf die Zahnkränze zu setzen – vorausgesetzt, man verfügt über handwerkliches Geschick wie Steffen Römelt. „Kein Problem“, sagt der Sprecher der Vetschauer Stadtverwaltung, der mit drei Kindern in die Nachbarschaft gereist ist. „Um dieses Angebot für Kinder kann man die Stadt Calau nur beneiden. Wir waren auch schon bei ähnlichen Veranstaltungen in Cottbus, die eine willkommene Alternative an Schlechtwettertagen darstellen“, sagt er.

Bei der Trolltage-Familie Bareinz gehen solche Worte sprichwörtlich runter wie Öl. „Wir machen das insbesondere für junge Familien und für die Kinder unserer Stadt oder von außerhalb. Sie sind unsere Zukunft“, begründet Frank Bareinz, warum er sich und seiner Familie den enormen Kraftaufwand jedes Jahr aufs Neue aufbürdet.

Besucher wissen das Angebot zu schätzen. Gerade im Zeitalter der Calauer Rückkehrer-Kampagne, in der es erst recht darum gehen sollte, Rückkehrer-Willige die Attraktivität der Stadt aufzuzeigen. „Eine Handvoll Sponsoren aus Calau und Vetschau sieht das ähnlich und kann unserer Philosophie folgen. Wie auch die Leute vom Gasthaus ´Zur Oase`, die unsere Trolltage kulinarisch begleiten“, sagt Frank Bareinz. Bei der Wahl der Spielgeräte besitze die Sicherheit oberste Priorität. Mit nachvollziehbarem Stolz erzählt der 43-Jährige, dass in all den Jahren kein Rettungswagen angefordert werden musste. „Den wollen wir auch zukünftig hier nicht sehen“, betont er. Ist den Worten etwa zu entnehmen, dass der Reigen der Calauer Trolltage fortgesetzt wird?

„Schaun mer mal. Im kommenden Jahr gibt es die zehnte Aufführung, die wir mit unseren treuen Helfern noch einmal gemeinsam stemmen wollen“, kündigt der Tischlermeister an. Alles andere sei Zugabe und hänge davon ab, wie sich familiäre aber auch externe Gegebenheiten und Zusagen entwickeln, will er noch keine Prognose wagen.