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| 14:44 Uhr

Im Haus für Mensch und Natur
40 „Glücksmomente“ eines Rangers

Ranger Frank Kuba von der Naturwacht Brandenburg erzählte bei der Ausstellungseröffnung anschaulich, wie ihm die Fotos gelungen sind.
Ranger Frank Kuba von der Naturwacht Brandenburg erzählte bei der Ausstellungseröffnung anschaulich, wie ihm die Fotos gelungen sind. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Lübbenau. Fotos von Frank Kuba zeigen Tiere des Spreewalds aus nächster Nähe. Von Daniel Preikschat

Der Rothirsch mampft in Seelenruhe Schilf. Halme ragen ihm aus dem Maul, als er neugierig dem Fotografen direkt in die Linse schaut. Was man nicht sieht auf der Aufnahme, aber Frank Kuba damals im Süd-Polder in Leipe gesehen hat: Rund 20 Tiere standen im Rudel ganz gelassen so da und ließen es sich schmecken beziehungsweise sich fotografieren. Es war eines der leichteren Fotos für den Ranger der Naturwacht Brandenburg

Frank Kuba hat noch 39 weitere Bilder ausgewählt für eine Ausstellung im Haus für Mensch und Natur in Lübbenau, die vergangene Woche eröffnet wurde. „Die Auswahl ist mir schwer gefallen“, sagte er den geladenen Gästen bei dem Gang durch Treppenhaus und Flure, vorbei an Kolbenente, Ringelnatter und Moorfrosch, an Rohrdommel, Waldkauz und Graureiher. Gleich das erste Foto ist Kubas „Lieblingsfoto“. Einen selten anzutreffenden Eisvogel hatte er dicht vor der Nase. Einer dieser „Glücksmomente“, von denen der Ranger im Berufsleben einige hatte.

Das Fotografieren, erklärt der Naturwächter, gehöre zu den Aufgaben eines Rangers. Für Veranstaltungen und Medien werden ständig Fotos benötigt. Der Arbeitgeber stellt daher auch die Technik zur Verfügung. Allerdings hat sich Kuba privat selbst noch einen zweiten, höherwertigen Apparat dazu gekauft. Mittlerweile habe er auch diverse Objektive, zwischen denen er nach Bedarf schnell wechseln kann.

Fast noch wichtiger als die Ablichtungstechnik allerdings sei die Artenkenntnis, das Wissen darüber, wann sich welche Tiere wo aufhalten. Von einem Wiedehopf zum Beispiel wusste der Ranger, dass er sich immer erst auf seinen „Lieblingsast“ setzt und von dort aus das Terrain sondiert, bevor er ins Nest fliegt. Viel fotografischen Ertrag brachten Frank Kuba auch die Stradower Teiche, der Byleguhrer See oder das Vetschauer Mühlenfließ. Indes musste Kuba lernen, sich nicht an die Tiere heran zu schleichen. „Die sind so schnell weg, so schnell können sie gar nicht gucken.“ Vielmehr komme es darauf an, die scheuen Wesen an sich herankommen zu lassen – und dann schnell zu reagieren.

Dabei wird Kuba oft überrascht. Als er auf der Suche nach einem Seeadler war, erzählt er, erspähte er statt dessen einen Rotmilan. Auch gut. Einem in Augenhöhe heranfliegenden Schwarzstorch habe er einmal regelrecht ausweichen müssen. Ein anvisierter Hirschkäfer hob just in dem Moment ab, als Kuba auf den Auslöser drückte. So gelang eine seltene Aufnahme. Wieder so ein „Glücksmoment“. Manchen Anblick hätte sich Frank Kuba jedoch lieber erspart. Zum Beispiel war er Zeuge der tödlichen Silbermöwen-Attacke auf ein Singschwan-Junges.

Frank Kuba räumte bei der Ausstellungseröffnung aber auch ein, mal ein gestelltes Foto gemacht zu haben. Eine Rotbauchunke, die in einen Krötenschutzzaun gehopst war, setzte er auf eine Wiese und fotografierte sie dort. Die Natur um die fotografierten Tiere herum, Gräser, Äste, Wasser, Himmel, geben den Fotos von Kuba Bildaufbau und Tiefe. Außerdem werden sie so authentischer. „Ich habe eine Leidenschaft entwickelt für das Fotografieren“, sagt Kuba. Was wohl auch bedeutet, dass seine Fotos in den 26 Jahren seiner Ranger-Tätigkeit immer besser geworden sind. Einen Qualitätsschub bescherte natürlich auch ihm die Digital-Fotografie, sagt er. Bilder in Serie schießen, die man hinterher auch noch bearbeiten kann. Toll.

Die Tiere auf den Fotos, die Frank Kuba im Haus für Mensch und Natur zeigt, fliegen und laufen nicht weg. Sie können in Ruhe noch bis zum Herbst betrachtet werden.