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| 01:03 Uhr

35-Jährige in Arbeit und soll trotzdem Arbeit suchen

Vetschau.. Seit 1989 hat die 35-jährige Mutter aus Vetschau (Name ist der Redaktion bekannt) einen festen Arbeitsplatz. Nie hätte sie mit einem Brief gerechnet, wie sie einen dieser Tage vom Job Center des Oberspreewald-Lausitz-Kreises, Geschäftsstelle Lübbenau, bekommen hat.

Darin wird ihr mitgeteilt, dass sie verpflichtet ist, „alle Möglichkeiten zur Beendigung oder Verringerung ihrer Hilfebedürftigkeit auszuschöpfen“ . Dazu gehöre, dass sie sich beim Job Center OSL arbeitssuchend zu melden habe.
„Ich soll meinen Betrieb verlassen und auf Jobsuche gehen?“ , fragt sich die Frau. Seit dem 1. Januar dieses Jahres bezieht sie Arbeitslosengeld II. Seit Januar, so bescheinigt es ihr Chef, hätte sie in der Firma rund 1600 Stunden gearbeitet, auch samstags und sonntags. Den Job könne sie doch nicht so einfach aufgeben - die Vetschauerin ist verzweifelt, schließlich habe sie einen Sohn und den arbeitslosen Mann mit zu versorgen.
Sollte der Aufforderung des Job Centers nicht gefolgt werden, wird angedroht, die finanzielle Hilfe zu versagen. Dass es sich mit dem Brief jedoch um einen nahezu formellen Akt handele, klärt erst Kathrin Fuchs, Geschäftsstellenleiterin in Lübbenau, gegenüber der RUNDSCHAU auf: „Jeder, der in einem festen Arbeitsverhältnis steht, den Lebensunterhalt aber allein damit nicht bestreiten kann, hat sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen“ , sagt sie. Würde sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessern und das Center für die Frau eine besser bezahlte Arbeit finden, sei es verpflichtet, der Frau vorzuschlagen, sich für diesen Job zu bewerben.
„Jeder, der hilfebedürftig ist, muss daran interessiert sein, diese Hilfebedürftigkeit zu beenden“ , so Kathrin Fuchs. Werde die werktätige Vetschauerin dann in das Heer der Arbeitssuchenden aufgenommen, bedeute dies nach Angaben der Geschäftsstellenleiterin jedoch nicht, dass sie regelmäßig Termine im Job Center wahrzunehmen habe. „Wir legen uns eine Wiedervorlage an und prüfen regelmäßig die Hilfebedürftigkeit“ , erklärt Kathrin Fuchs. (hk)