| 02:40 Uhr

30 000 Euro für Spreewaldatelier-Kunst

Einmalig: Kunstwerke entstehen beim Orgelkonzert in der Nikolaikirche. Rainer Ehrt (l.) bekam sein Großformat verkauft, kaum dass es fertig war.
Einmalig: Kunstwerke entstehen beim Orgelkonzert in der Nikolaikirche. Rainer Ehrt (l.) bekam sein Großformat verkauft, kaum dass es fertig war. FOTO: Hoberg
Lübbenau. Das diesjährige Spreewaldatelier in Lübbenau hinterlässt einen süßen Nachgeschmack. Denn die in einer Septemberwoche auf dem Kirchplatz entstandene Kunst fand bei der abschließenden Auktion guten Absatz. Daniel Preikschat

44 verkaufte Skulpturen, Karikaturen, Zeichnung, Broschen sowie andere kleinere Objekte brachten einen Erlös von rund 30 000 Euro, wie Jürgen Othmer vom Projektbüro Lübbenaubrücke bestätigt, die das Spektakel im öffentlichen Rauem im Auftrag der Stadt Lübbenau erneut veranstaltet hatte.

Den Höchstpreis von 4500 Euro erzielte eine Skulpturengruppe von Bildhauer Christoph Roßner aus Sachsen. Unter anderem auch für eine von Künstlerin Julia Alberti aus Düsseldorf so genannte "Chaiselongue der Erkenntnis" sei ebenfalls eine vierstellige Summe gezahlt worden, so Jürgen Othmer.

Insgesamt konnten 44 der insgesamt 80 Objekte an die Frau oder den Mann gebracht werden. Wie Othmers Kollegin Queenie Nopper von der Lübbenaubrücke ergänzt, fand das großformatige Bild "Europa", von Rainer Ehrt während eines Orgelkonzerts in der Nikolaikirche gemalt, sofort einen Käufer. Noch zwei weitere Maler, Dietrich Lusici und Egidius Knops, waren beim Spreewaldatelier an dem Kunstexperiment in der Kirche beteiligt.

Die Produktivität aller teilnehmenden Künstler sei diesmal besonders bemerkenswert gewesen, so der Lübbenaubrücke-Chef weiter. Bildhauer und Karikaturisten haben sich gegenseitig motiviert und Anregungen gegeben. Das sei seines Wissens "einmalig".

Bis Ende Oktober verbleiben die noch nicht verkauften Skulpturen dort, wo sie gefertigt wurden, auf dem Kirchplatz. Danach werden sie im Stadtgebiet möglichst gut sichtbar platziert, sagt Jürgen Othmer. Interessenten können sich unter 03542 403692 an die Lübbenaubrücke wenden, um den Preis zu erfahren und den Kauf abzuwickeln

Von dem Verkaufserlös geht der Großteil an die jeweiligen Künstler, erklärt Jürgen Othmer. Nur ein Teil von dem Geld wird einbehalten, um das Spreewaldatelier zu finanzieren. Ausreichend wäre diese Summe bei Weitem nicht. Nur dank vieler Förderer, Sponsoren und Zuschussgeber könne das Spreewaldatelier im Zweijahres-Rhythmus veranstaltet werden.

Die Stadt Lübbenau, so Queenie Nopper, bekommt dafür Aufmerksamkeit weit über die Grenzen des Spreewalds hinaus. Die eingeladenen Künstler aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz sorgten zudem für gute Mundpropaganda. Die vielen herzlichen Dankschreiben, von ihnen mittlerweile eingegangen sind, zeigen das.

Den Nutzen für die Stadt und den Spreewald sieht auch Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos). Mit einem Spreewaldatelier in zwei Jahren wieder dürfe man daher wohl rechnen, sagt er. 2019 sei ein Theodor-Fontane-Jahr. Vielleicht steht das Atelier dann im Zeichen dieses Dichters.