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| 17:32 Uhr

Swingladen
Der Mathematiker am Piano

Pianist Benedikt Jahnel hat im Trio mit Josh Ginsburg (Bass) und Tobias Backhaus (Schlagzeug) zum 24. Swingladen-Geburtstag im Lübbenauer Schloss in Rocco‘s Linari-Bar gespielt.
Pianist Benedikt Jahnel hat im Trio mit Josh Ginsburg (Bass) und Tobias Backhaus (Schlagzeug) zum 24. Swingladen-Geburtstag im Lübbenauer Schloss in Rocco‘s Linari-Bar gespielt. FOTO: Ingrid Hoberg / LR
Lübbenau. Zum Trio von Benedikt Jahnel gehört diesmal Bassist Josh „Hellmann“ Ginsburg.

Elf Jahre und viele Konzerte später: Benedikt Jahnel ist wieder zu Gast im Lübbenauer Swingladen. Veranstalter Volker Rennert hat ihn diesmal zum 24. Swingladen-Geburtstag eingeladen  und sich wie dem Publikum eine wunderbare Überraschung bereitet. „Das Piano ist mein Lieblingsinstrument“, verrät er. Und dem jungen Benedikt Jahnel hatte er 2007 schon eine große Karriere vorausgesagt. Inzwischen war der Pianist weltweit unterwegs, hat Platten produziert, an verschiedenen Projekten mitgearbeitet und eigene Bands gegründet.

Das Trio ist eine dieser Gruppen, zum 13. Swingladen-Geburtstag war er damals mit dem Quartett max.bab, jungen Musikern aus Bayern, im Roten Salon des Schlosses Lübbenau zu erleben. Den Umbau zu Rocco’s Linari-Bar im Lübbenauer Schloss hat er nicht miterlebt, doch nun ist er wieder im Spreewald und hat Tobias Backhaus und Josh Ginsburg mitgebracht.

Die drei kommen auf die Bühne, gehen an die Instrumente und legen los. Benedikt Jahnel lässt sich nach dem Auftakt ein Mikrofon reichen. Er will nicht nur seine Kollegen vorstellen, es gibt eine interessante Episode, die er gern mit den Zuhörern teilen will. „Was glauben Sie, wer den engsten Bezug zum Spreewald hat?“, fragt er, und weiß noch nicht, welche Überraschung er auslösen wird. Alle drei leben zwar in Berlin, sind aber aus Bayern, Darmstadt und Baltimore (USA) zur Jazz-Szene der Hauptstadt dazugestoßen.

„Es ist Josh - er hat einen Urgroßvater, der aus Vetschau stammt!“, löst er das Rätsel auf. Dieser Vorfahre sei nach Amerika ausgewandert, habe aber nicht wie geplant die „Titanic“ genommen, sondern sei mit einem anderen Schiff gereist. Im Pausengespräch stellt sich heraus, dass es der bekannte Richard Hellmann war, der Großvater seiner Großmutter Gertrud. Und so begrüßt Bendikt Jahnel nach der Pause Josh „Hellmann“ Ginsburg auf der Bühne - unter dem besonders herzlichen Applaus der Zuhörer.

Nach so viel Familiengeschichte bleibt die Musik dennoch nicht auf der Strecke. Die Stücke von Benedikt Jahnel sind ziemlich konsequent komponiert, doch wenn er sich bei einem Solo über die Tasten beugt, dann scheint er aus ihnen eine besondere Leichtigkeit wie auch Kraft zu ziehen. Vielleicht sind es mathematische Strukturen, die ihn inspirieren. Er ist promovierter Mathematiker und arbeitet in der Forschung - er hat keinen Nebenberuf, sondern zwei Begabungen, die er erfolgreich pflegen kann - ein Privileg!

Zum 24. Swingladen-Geburtstag hat sich Volker Rennert über ein treues Stammpublikum wie auch neue Gäste freuen können. Musikfreunde kommen nicht nur aus Lübbenau, sie nehmen gern den Weg aus Egsdorf bei Luckau auf sich wie aus Cottbus, Forst, Großräschen.