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| 15:11 Uhr

Tierschutzmaßnahmen in Vetschau
23 Katzen erfolgreich kastriert

 Bislang zeigt sich die Stadt Vetschau mit der Katzen-Kastrations-Aktion im Wohnquartier I zufrieden. Allerdings gab es auch Rückschläge wie den vierfachen Katzenmord im vergangenen Herbst und eine gestohlene städtische Katzenfalle.
Bislang zeigt sich die Stadt Vetschau mit der Katzen-Kastrations-Aktion im Wohnquartier I zufrieden. Allerdings gab es auch Rückschläge wie den vierfachen Katzenmord im vergangenen Herbst und eine gestohlene städtische Katzenfalle. FOTO: dpa / Julian Stratenschulte
Vetschau. Vetschauer Ordnungsamt und Tierarzt ziehen trotz Giftköderanschlag im Herbst und Diebstahl einer Katzenfalle positive Zwischenbilanz zu den Maßnahmen. Von Rüdiger Hofmann

Die Stadt Vetschau zieht ein erstes und überwiegend positives Zwischenfazit zur groß angelegten Katzen-Kastrations-Aktion im Wohnquartier I. Mit den beiden Vermietern Wohnbaugesellschaft Vetschau mbH & Co. KG (WGV) und der Vetschauer Wohnungsgenossenschaft e.G. (VWG) sowie einem Tierarzt wurde im Spätherbst 2018 aufgrund der hohen Population an herrenlosen Katzen im Stadtgebiet mit einer Fangaktion und anschließender Kastration der Tiere begonnen.

„Wir bewerten die Maßnahme trotz einzelner Rückschläge wie die Vergiftungen von vier Katzen als erfolgreich“, sagt Nadine Wegner, Fachbereichsleiterin Ordnung und Soziales. Im Bereich Juri-Gagarin-Straße/Pestalozzistraße sind im Oktober vier Streunerkatzen an einer betreuten Futterstelle vergiftet worden und qualvoll verendet. Die Tierschutzorganisation Tasso war seinerzeit auf den Vorfall aufmerksam geworden und setzte – genau wie ein Laasower Bürger und die Stadt selbst – Belohnungen für zum Täter führende Hinweise aus (die RUNDSCHAU berichtete).

Dennoch seien nur positive Reaktionen von Bürgern gegenüber der Stadt geäußert worden. „Die Verwaltung erhält nicht nur von Vetschauern, sondern auch von außen und von Tierschutzorganisationen viel Lob und positive Zuschriften“, so Wegner. Im betroffenen Wohnquartier werde die Aktion ebenfalls gut angenommen und unterstützt. 23 Tiere sind im Zeitraum November 2018 bis Januar 2019 über die städtische Kastrations-Aktion behandelt worden – neun männliche und 14 weibliche Tiere.

Hinsichtlich einer Bewertung der Reduzierung von wild lebenden Katzen durch diese Aktion kann aber noch keine Aussage getroffen werden. Dafür ist der Aktions-Zeitraum noch zu kurz.

Die tierärztlichen Kosten belaufen sich pro Tier auf etwa 100 Euro. Das sind bei den bisher behandelten Tieren Gesamtkosten von rund 2300 Euro. „Davon werden jeweils 50 Prozent durch die Stadt und 50 Prozent durch den städtischen Großvermieter WGV und VWG getragen“, sagt die Fachbereichsleiterin. Was den Kosten-Nutzen-Effekt betrifft, wurde durch die Maßnahme laut Stadt „in jedem Fall eine Einsparung erzielt“. Denn durch die Kastration wild lebender Tiere werde eine unkontrollierte Vermehrung von Katzen im Stadtgebiet reduziert. „Andernfalls müsste die Stadt Fundtiere und Jungkatzen im Tierheim unterbringen lassen, was pro Tier etwa 600 Euro kosten würde“, teilt das Ordnungsamt mit. „Da kann sich jeder ausrechnen, was es die Stadt kosten würde, wenn eine Katze maximal zweimal im Jahr bis zu fünf Junge zur Welt bringt und diese dann im Tierheim untergebracht werden müssten“, so Nadine Wegner.

Aufgrund der „Rolligkeit“ der Tiere wird die Kastration aktuell während der Paarungszeit der Katzen ausgesetzt. Medizinisch gesehen empfiehlt der Tierarzt einen Zeitraum von November bis Januar als das ideale Zeitfenster für eine Kastration. Im November dieses Jahres soll die Maßnahme im Wohnquartier II sowie im Altstadtbereich fortgesetzt werden, bestätigt die Stadtverwaltung.

Was den vierfachen Katzenmord anbelangt, so sind aufgrund der Aufrufe und Aushänge mit Aussetzung einer Belohnung bislang mehrere Bürgerhinweise bei der Polizei eingegangen. „Dies ist aber Bestandteil polizeilicher Ermittlungen“, so die Stadt. Ein konkreter Täter ist noch nicht ermittelt worden.

„Nach dem Vorfall gab es keine weiteren Giftanschläge auf Katzen im Stadtgebiet“, teilt das Ordnungsamt mit. „Allerdings wurde Ende des vergangenen Jahres eine städtische Katzenfalle, die im Wohnquartier I aufgestellt war, durch Dritte entwendet“, sagt Nadine Wegner. Die Stadt hat auch in diesem Fall Anzeige bei der Polizei erstattet.

Ebenfalls Ende des Jahres hatte Vetschau dazu aufgerufen, wer die Kastrations-Aktion finanziell unterstützen will, kann eine Spende mit dem Verwendungszweck „Katzen-Aktion“ auf das Konto der Stadt einzahlen. „Hier haben wir bereits eine Spendensumme in Höhe von 350 Euro eingenommen“, so das Ordnungsamt.