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| 02:32 Uhr

1500 Meter Graben durchgepflügt

Baustelle Nummer eins: 27 Meter in der Länge und einen Meter im Durchmesser misst der Durchlass für den Diagonalgraben, der die Kraftwerkstraße quert. Angelegt wird er von Mitarbeitern einer Spezial- und Bergbau-Servicegesellschaft mit Sitz in Lauchhammer.
Baustelle Nummer eins: 27 Meter in der Länge und einen Meter im Durchmesser misst der Durchlass für den Diagonalgraben, der die Kraftwerkstraße quert. Angelegt wird er von Mitarbeitern einer Spezial- und Bergbau-Servicegesellschaft mit Sitz in Lauchhammer. FOTO: Daniel Preikschat
Lübbenau. Das Lübbenauer Grabensystem bekommt sichtbar Profil. Bis Jahresende soll das Oberflächenwasser zwischen Boblitz und Lübbenau bald wieder ungehindert abfließen können. Damit verbunden sind viel Arbeit und hohe Kosten. Daniel Preikschat

Die Mitarbeiter der Spezial- und Bergbau-Servicegesellschaft aus Lauchhammer hatten es zuletzt nicht nur mit dem Wasser in den Gräben zu tun. Leider, sagt der Vorarbeiter an der Baustelle in der Kraftwerkstraße, habe es in den vergangenen Tagen stark geregnet. Er zeigt auf Matsch und Pfützen. Zum Arbeiten unter erschwerten Bedingungen gehört aber auch, dass nur wenige Meter von den Grabenbauern entfernt der Verkehr auf einer Fahrspur über den mit Schotter bedeckten Rohrdurchlass rollt. Seit wenigen Tagen erst liegt er in der Erde und kreuzt die Kraftwerkstraße. In drei Meter Tiefe musste gearbeitet und dafür das Grundwasser abgepumpt werden, so der Polier. 27 Meter lang ist der Durchlass und hat einen Meter im Durchmesser - der größte von vier Durchlässen auf 1530 Meter Grabenlänge.

Wie im Rathaus der zuständige Fachbereichsleiter Hartmut Klauschk bestätigt, soll dieser erste Bauabschnitt Ende des Jahres fertig werden. Diagonal-, Neustadt- und Nordgraben erstrecken sich vom nördlichen Boblitzer Ortsrand in nordöstlicher Richtung vorbei an mehreren Kleingarten-Sparten. Nahe der L 49 ergießt sich das Wasser ins Grebbinfließ.

Zumindest wird das so sein, sobald die Gräben vollständig angelegt beziehungsweise freigeräumt wurden. Laut Hartmut Klauschk eine aufwendige Angelegenheit. Alle 100 Meter müssen die ausgebaggerten Erdmassen und der Schlamm zu Haufen gepackt und auf Schadstoffbelastung geprüft werden. Das laufe in Regie der Abfallbehörde des Landkreises. Entsprechend einem Abfallschlüssel werde das Material entsorgt, teilweise wieder eingebaut. Besonders der Diagonalgraben sei stark mit Hausmüll verfüllt gewesen. Das Grabenprofil werde danach mit Kokosmatten ausgelegt, um der Erosion vorzubeugen.

Nach Angaben des Fachbereichsleiters betragen die Kosten für den nun bald abgeschlossenen ersten Bauabschnitt rund 440 000 Euro. Die LMBV sei an der Finanzierung beteiligt. Für den zweiten Bauabschnitt laufe noch die Planung. Dabei geht es um den Bau beziehungsweise die Sanierung zweier Stichgräben, die vom Nordgraben abzweigen und die nördlich gelegene Kleingartenanlage zwischen L 49 und Kraftwerkstraße an die Grabenentwässerung anschließen.

Zum zweiten Bauabschnitt gehört aber auch ein Neustadtgraben, der weiter Richtung Boblitz ebenfalls vom Nordgraben abzweigt und hinter den Spreewald-Werkstätten Wasser aufnehmen soll. Dank des so ertüchtigten Grabensystems, so Klauschk, soll der Überflutungsgefahr vorgebeugt werden. Gründe dafür waren gestiegenes Grundwasser und heftige Niederschläge.

Zum Thema:
Das gesamten Projekt Nord-/Neustadtgraben soll samt Regenrückhaltebecken Ende 2016 beendet sein. Gerechnet wird mit Gesamtkosten von etwa 600 000 Euro. Zugleich befasst sich der Fachbereich Bau im Rathaus mit Plänen für eine bessere Niederschlagsentwässerung im zwischen Wiesenstraße und Rosa-Luxemburg-Straße.