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| 16:31 Uhr

Bahnhofsviertelfest
Polka-Nachhall und Rad-Auktion

 Die Fahrrad-Versteigerung durch die Deutsche Bahnzählte zu den Höhepunkten des 10. Lübbenauer Bahnhofsviertelfestes. Ralf Henkel l./DB Station & Service) versuchte bei jedem Exponat den Preis nach oben zu schrauben.
Die Fahrrad-Versteigerung durch die Deutsche Bahnzählte zu den Höhepunkten des 10. Lübbenauer Bahnhofsviertelfestes. Ralf Henkel l./DB Station & Service) versuchte bei jedem Exponat den Preis nach oben zu schrauben. FOTO: Uwe Hegewald
Lübbenau. Das 10. Bahnhofsviertelfest im Zeichen des Tanzes und der Fahrräder.

Damit hatte Norbert Lanzky bei seinem Kurzurlaub in der Spreewaldstadt Lübbenau nicht gerechnet. Mit zwei ersteigerten Fahrrädern und Lebensgefährtin ging es Samstagabend im Caravan zurück nach Chemnitz. „Wir hatten vom Bahnhofsviertelfest gelesen und von der Fahrradversteigerung“, erzählt der Wahlsachse. „Zwei fahrbereite Räder für jeweils 20 Euro bekommst du nicht mal bei eBay billiger. Noch ein paar Euro reingesteckt und schon kann es losgehen“, so der in der Nähe von Hoyerswerda aufgewachsene Lanzky, der, der bei mehreren der knapp 30 Räder munter mitsteigerte.

Der erste Drahtesel ging für zwölf Euro über den Auktionstisch. Lübbenaus Licht- und Tontechniker Guido Lerch konnte und wollte sich bei einem Alu-City Bike mit Gangschaltung nicht bremsen. Schlappe zehn Euro legte Carola Krahl für ein Damenfahrrad hin. Die Geschäftsführerin des Landesfeuerwehrverbandes assistierte ihrer SPD-Kollegin Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, am Grillstand der Lübbenaubrücke. Und Carola Krahl erwies sich als kompetente Tänzerin an der Seite von Bahnhofsviertelfest-Moderator Matthias Greupner.

Schauspielkollege Michael Apel hatte zum Tanzen „angestiftet“, wo in der Vorwoche noch die Liebhaber von Polka-Beats das Tanzbein schwangen. Apel ist jedoch in anderer Polka-Mission unterwegs: Kreuzpolka, Annemarie-Polka, oder der Polka-verwandte Rheinländer. „Meine Intention ist es, Lausitzer Volkstänze wieder stärker auf den Tanzboden zu bringen“, so der Bühnen- und Diplomtänzer.

Seine Tanzausbildung legte er in der legendären Palucca Hochschule für Tanz in Dresden ab. Unter dem Titel „Wjasele do rejki“ (Auf zum fröhlichen Tanzen) lädt er zum geselligen Tanzen mit alten wendischen/sorbischen und deutschen Volkstänzen ein und bietet in Cottbus und der Spreewaldregion entsprechende Kurse an.

„Die bereiten mir immer große Freude. Ich liebe das Tanzen über alles“, räumt Margit Hinz ein. Um „ihren“ Tanz-Lehrmeister beim Bahnhofsviertelfest zu begegnen, war sie extra aus Cottbus angereist. Ein kurzer Blickkontakt genügte und schon drehte sie sich mit Michael Apel auf dem Gleis-3-Hof im Kreis. Theaterfreunde kennen dessen Leichtfüßigkeit von Aufführungen in der Bunten Bühne Lübbenau, wo er sich als Chef der „Spreewald-Pension“ oder als „Kjeld“ von der Olsenbande längst einen Namen gemacht hat.

Apropos Olsenbande: Ab 12. Juli gaunert das Trio zum dritten und letzten Mal durchs Programm des Sommertheaters in der Mehrzweckhalle Groß Beuchow. „Die Premierenveranstaltung ist schon ausgebucht“, teilt Matthias Greupner – alias Egon Olsen – mit. Da im vorigen Jahr alle Vorstellungen des Gaunertrios ausgebucht waren, empfiehlt er sich rechtzeitig Tickets reservieren zu lassen. Einen Hauch von Egons Schlitzohrigkeit versprühte der Vollblut-Schauspieler beim Bahnhofsviertelfest, als er Auktionator Jan Henkel von der Deutschen Bahn, Station & Service, bei der Fahrrad-Versteigerung zur Seite sprang.

Als Matthias Greupner bei einem Fahrrad der DDR-Marke Diamant die Aufmerksamkeit auf das Radprofil lenkte und beteuerte, dass dieses aus einem alten WM-Fußball herausgeschnitten worden sei, schnellte der Preis auf 75 Euro nach oben. Selbst bei Damenfahrrädern ohne Sattel konnte er sich mit einem schlüpfrigen Kommentar nicht zurückhalten.

Egal. Die Stimmung auf dem ersten zweistelligem Bahnhofsviertelfest war sowieso aufgeheizt – von Petrus, der sommerliche Temperaturen nach Lübbenau sendete, von den „Fröhlichen Hechten“ und ihrer Blasmusik oder von den Kindern und Jugendlichen aus „Bellas Tanzstudios“, die die Herzen des Publikums zusätzlich erwärmten. Allein der Fahrtwind bei der Rückfahrt auf einem ersteigerten Fahrrad sorgte für etwas Erfrischung.

 Die Fahrrad-Versteigerung durch die Deutsche Bahnzählte zu den Höhepunkten des 10. Lübbenauer Bahnhofsviertelfestes. Ralf Henkel l./DB Station & Service) versuchte bei jedem Exponat den Preis nach oben zu schrauben.
Die Fahrrad-Versteigerung durch die Deutsche Bahnzählte zu den Höhepunkten des 10. Lübbenauer Bahnhofsviertelfestes. Ralf Henkel l./DB Station & Service) versuchte bei jedem Exponat den Preis nach oben zu schrauben. FOTO: Uwe Hegewald