ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:50 Uhr

Kultur
Zwischen zwei Ausstellungen

 Die Lübbenauerin Antje Koßmagk (53) ist eine genaue Beobachterin. Sie bringt von Reisen wie nach Venedig oder von Ausflügen in die Natur Eindrücke mit, die dann Bilder werden.
Die Lübbenauerin Antje Koßmagk (53) ist eine genaue Beobachterin. Sie bringt von Reisen wie nach Venedig oder von Ausflügen in die Natur Eindrücke mit, die dann Bilder werden. FOTO: Ingrid Hoberg
Die Lübbenauerin Antje Koßmagk ist immer auf der Suche nach Motiven für ihre Aquarellmalerei. Von Ingrid Hoberg

Wenn in der Lübbenauer Neustadt alle schlafen und nur noch in einem Fenster Licht ist, dann könnte es das Atelier von Antje Koßmagk sein. Sie arbeitet gerne nachts an den Aquarellen, in denen sie Augenblicke des Alltags einfängt. Heuschober auf einer Wiese – ein Winterbild, ein Vogel in seinem Nest, ein Radfahrer, der sich gegen den Wind stemmt, Blume vor dem Fenster, eine Spreewaldnacht, Stillleben und tanzende Menschen.

Gerade erst ist ihre aktuelle Ausstellung „Aquarell-Lieben“ in der Kleinen Galerie Goyatz zu Ende gegangen, doch sie bereitet sich schon wieder auf eine neue Exposition vor. Im Oktober wird sie 40 bis 60 Bilder in der Reha-Klinik in Lübben zeigen. Vielleicht werden dann schon Aquarelle zu sehen sein, in denen sie Eindrücke ihrer jüngsten Reise nach London verarbeitet hat. Ihr Skizzenbuch ist gut gefüllt.

Antje Koßmagk arbeitet in ihrem kleinen Atelier zwar allein, doch sie öffnet es gern für Freunde und interessierte Besucher. „Auch beim Tag des offenen Ateliers bin ich immer dabei“, erzählt sie. Beim Lindenfest, in der Galerie RO bei Dorit Robarick, im katholischen Pfarramt war sie ebenfalls schon zu Gast, im Calauer Seniorenheim – und im Lübbenauer Rathaus. Dort war vor neun Jahren unter dem Titel „Von 19 bis 95“ eine besondere Ausstellung zu sehen: Adele Ayer, die damals 95-jährige Großmutter, zeigte ihre Bilder  zum ersten Mal außerhalb ihres Heimatdorfs Briesen. Antje Koßmagk, damals 44 Jahre alt, war mit ihren Aquarellen dabei und ihre Tochter Helene (19), begleitete die Vernissage mit ihrem Klavierspiel.

Die Großmutter ist im vergangenen Jahr im Alter von 103 Jahren gestorben, die Tochter arbeitet inzwischen im Ausland, Antje Koßmagk absolvierte ihre Ausbildung zur Altenpflegerin, arbeitete in dem Beruf und ist nun als Eventmanagerin in der Tanzschule Kara in Cottbus tätig.

Ein beständiger Punkt in ihrem Leben ist die Aquarellmalerei geblieben. 1997 hatte sie autodidaktisch begonnen, später in der Gruppe mit Katrin Liszka und Gerd Schober die Malerei vertieft. Immer wieder unternimmt sie Malreisen, arbeitet an ihrem eigenen Stil. „So habe ich auch die reduzierte Malweise entdeckt – die Kunst des Weglassens“, erzählt sie. Und sie malt gern vor Ort, in der Natur, aber auch im Gewimmel einer Stadt, vielleicht in einem Café sitzend, Menschen beobachtend. Es sind lebensbejahende Bilder, die so entstehen. Und sie bekommt immer Reaktionen von den Leuten, die ihr beim Malen zuschauen.

Einmal im Monat trifft sich Antje Koßmagk mit den beiden Lübbenauerinnen Erika Seeliger und Astrid Vetter, um gemeinsam zu malen – und zu reden. Gespräche und für andere Menschen da sein, gehört auch zu ihrem Leben.  Seit 2003 arbeitet sie ehrenamtlich bei den Maltesern in der Sterbebegleitung.  „Die Art zu Sterben“ war der Titel einer Ausstellung, die sie gemeinsam mit den Maltesern in der Kunstfabrik Cottbus gestaltete.

Es ist der Alltag, aus dem Antje Koßmagk ihre Motive zieht. Da gibt es immer wieder etwas Liebenswertes zu entdecken. Für den immerwährenden Kalender „Heiterkeiten“ hatte sie für jede Woche ein Blatt ausgewählt. Die Kalender sind fast ausverkauft, eine neue Auflage könnte es demnächst geben. Mit einem Thema will sich die Lübbenauerin auf jeden Fall noch einmal intensiver befassen. „Ich möchte einen Kurs zur Aktmalerei machen. Das fasziniert mich“, sagt sie.

Weitere Informationen sind unter: dasantjeatelier.simdif.com zu finden.