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| 17:12 Uhr

Traditonell
Zwischen Regentänzen und Schneewalzer

 Auf dem Hof von Daniel und Franziska Huhn angekommen, setzte der Regen ein, dem die Butzener mit fröhlichen Regentänzen begegneten.
Auf dem Hof von Daniel und Franziska Huhn angekommen, setzte der Regen ein, dem die Butzener mit fröhlichen Regentänzen begegneten. FOTO: Andreas Zöllner
Butzener Fastnachtsteilnehmer nehmen es mit jedem Wetter auf und sorgen für gute Stimmung im Ort. Von Andreas Zöllner

In Butzen fand am Samstag die Fastnacht statt. Bereits um 9.30 Uhr trafen sich Jung und Alt in bunten Zamperkostümen um im Ort Eier, Speck und „Pinke“ zu sammeln.

Auch das Wetter sollte den gut gelaunten Butzenern die Stimmung nicht verderben. Während es zu Beginn noch trocken war, setzte wenig später Regen ein, der den Zamperzug in der ersten Hälfte ihrer Dorf­runde auf die Probe stellte. Doch wie so oft machten die Butzener aus der Not eine Tugend. Von den Caminchener Blasmusikanten angeführt, tanzten die als Faultier, Hummel und Co. Kurzerhand führten sie einen Regentanz auf dem Hof von Daniel und Franziska Huhn auf und sangen: „Weine nicht, wenn der Regen fällt!“

Gegen Mittag bewies der Wettergott dann zumindest etwas Güte und bescherte den Butzenern den gesamten Nachmittag dicke Schneeflocken, die den Ort binnen Minuten in eine Winterlandschaft verwandelten. „Schnee zur Fastnacht, das gab es auch schon lange nicht mehr“, erinnerte sich der als kugelrunder Schneemann verkleidete Lars Kasprick, der damit im wahrsten Sinne des Wortes in seinem Element war und von der Kapelle den „Schnee-, Schnee-, Schnee-Walzer“ forderte.

Unterstützung erfuhr der Zampertrupp nicht nur durch die zahlreichen Spenden der Butzener Einwohner. Als Gerhard Basto aus dem Fenster schaute und das einsetzende Schneegestöber bemerkte, zögerte er nicht lang: Er montierte das Schneeschild an seinen Traktor und fuhr den Zamperern entgegen, um die Bürgersteige und Straßen auf der Fastnachtsroute freizuräumen. „Ihr sollt ja hier sicher durch den Ort kommen“, rief er den Kostümierten zu.

Maximilian Leder, der mit einer Butzenerin liiert ist, war in diesem Jahr das erste Mal beim Zampern dabei: „Ich musste mir erst mal erklären lassen, was es mit dieser Tradition auf sich hat“, gestand Leder, der ursprünglich aus Rathenow stammt. Er fühle sich von der Butzener Fastnachtsgesellschaft herzlich aufgenommen. „Wenn man das so erlebt, verwundert es auch nicht, dass die Fastnacht hier von allen als ‚viel schöner als in Straupitz‘ beschrieben wird.“ Zumindest das habe sich auch schon bis zu ihm herumgesprochen, erklärte der Zamperdebütant, der sich sogleich der schon zur Tradition gewordenen freundschaftlichen Fastnachtsfehde zwischen Straupitz und Butzen solidarisch anschloss.

Nach alter Tradition wurde Leder als Neuling dann am Abend standesgemäß von den Butzenern „eingetanzt“. Die River Band begleitete den Fastnachtstanz zu den Musikwünschen des Publikums bis in die Morgenstunden.

„Dieses Veranstaltungsjahr ist für Butzen ein besonderes“, verkündete Daniel Zimmer vom Dorfclub mit Verweis auf „unser bevorstehendes 725-jähriges Jubiläum“. Die Fastnacht hat dieses Jubiläumsjahr würdig eingeläutet.