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| 16:37 Uhr

Mobilität
Zwei neue Plusbuslinien verbinden Lübben, Burg und Luckau

„Plusbus“ heißt das Konzept, das ab Donnerstag zwei Linien im Spreewald deutlich aufwerten soll. Infrastrukturministerin Katrin Schneider (SPD, Mitte) brachte das Projekt zur Verbesserung der Infrastruktur im ländlichen Raum gemeinsam mit VBB, Landkreis, Amt und politischen Vertretern auf den Weg.
„Plusbus“ heißt das Konzept, das ab Donnerstag zwei Linien im Spreewald deutlich aufwerten soll. Infrastrukturministerin Katrin Schneider (SPD, Mitte) brachte das Projekt zur Verbesserung der Infrastruktur im ländlichen Raum gemeinsam mit VBB, Landkreis, Amt und politischen Vertretern auf den Weg. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Lübben/Straupitz. Infrastrukturministerin Schneider stellt Konzept in Straupitz vor. Start ist am 5. Juli. Von Ingvil Schirling

Feste Taktung, Verlässlichkeit und eine bessere Verbindung zum ländlichen Raum – diese Ziele verfolgt das neue Plusbus-Konzept des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg. Am Montag haben Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) und VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel die zwölfte und 13. Linie dieser Art in Brandenburg vorgestellt. Die 472 und die 500 sollen Lübben – Luckau und Lübben – Burg ab 5. Juli besser verbinden und gleichzeitig die Anschlüsse an die Bahn gewährleisten.

Beide Linien sind nicht neu, durch das Konzept aber deutlich aufgewertet. Hier die drei wichtigsten Veränderungen im Überblick.

Erstens: Die Taktung. Bisher hatte vor allem die 472 Lübben-Luckau eine große Lücke im Fahrplan um die Mittagszeit. Zwischen 11 und 15 Uhr ging so gut wie nichts, und Fahrgäste mussten, soweit möglich, auf andere Verbindungen umsteigen. Das wird mit dieser Linie als Plusbus-Verbindung ab Donnerstag anders. Zwischen 5 und 20 Uhr fährt die 472 mit einer exakten Taktung stündlich, und zwar jeweils zur Minute 40 ab dem Lübbener Bahnhof. Die 500 verlässt diesen zentralen Knotenpunkt ebenfalls stündlich zur exakt gleichen Zeit.

Zweitens: Die Anbindung an die Bahn. Mit der Taktung ab Minute 40 am Lübbener Bahnhof und bei einer Ankunft zur Minute 20 sind beide Linien – zumindest theoretisch – auf den RE2 abgestimmt. Der verlässt die Kreisstadt zur Minute 26 und kommt zur Minute 33 an, sodass Fahrgäste aus Luckau (472) und Burg/Straupitz (500) sechs Minuten vorher da sein können und sieben Minuten Zeit zum Umsteigen von der Bahn in den Bus haben.

Drittens: Die Verbindung zwischen Kreisstadt und ländlicher Region. Sie soll einerseits durch die neue Verbindlichkeit in der Taktung gestärkt werden und damit Pendlern das Leben erleichtern. Andererseits fährt die 500 künftig von Burg über Straupitz nach Lübben fast durch. Die – ohnehin unregelmäßigen – Abstecher nach Alt Zauche oder Caminchen, den Dörfern am Wegesrand, übernehmen künftig die Linien 508 und 509. Damit hat die 500 deutlich weniger Halte und zweigt nicht mehr ab. So verkürzt sich die Fahrzeit.

Zu den weiteren Veränderungen gehört, dass die Linien gemeinsam mit dem Stadtverkehr in Lübben einen 20-Minuten-Takt ergeben. Die Plusbus-Linien 472 und 500 werden am Wochenende fünfmal in jede Richtung bedient und verbinden über den Pendel- und Alltagsverkehr hinaus einige der wichtigen touristischen Anziehungspunkte. Und sie machen mit ihrer Optik auf sich aufmerksam. Aufge­klebt auf den Seiten ist eine stilisierte Spreewaldbank mit Kahnfahrerin in Tracht und Haube mit ihren Gästen.

Abgeschaut haben sich Land und VBB das Konzept beim Mitteldeutschen Verkehrsverbund, wie Infrastrukturministerin Kathrin Schneider bei der feierlichen Präsentation in Straupitz einräumte. „Man muss ja nicht immer das Rad neu erfinden“, verwies sie darauf, dass das Projekt in anderen Brandenburger Landkreisen mit elf Linien bereits erfolgreich läuft. „Unser Ziel ist es, mehr Menschen in die Busse zu bekommen“, sagte sie. Die mit den Plusbuslinien durchschnittlich erreichte Steigerung um gut zehn Prozent sei „schon viel“, sagte sie weiter, „und ich hoffe, dass es auch hier im Spreewald so wird“.

Lieberose/Oberspreewalds Amtsdirektor Bernd Boschan, der sich zwar über die beiden ausgebauten Linien sehr freute, dies aber auch als „ersten Schritt“ bezeichnete, dem Ergänzungen folgen sollten, gab sie recht: „Aber mit einem ersten Schritt muss man auch immer anfangen“, betonte sie.

Drei Busse werden ab 5. Juli die Linie 472 bedienen, zwei weitere die 500. Die Busse, die jetzt neu bestellt werden, sollen künftig auch Ladestationen und Wlan bereithalten. Im Süden des Landkreises werden sie aber voraussichtlich erst ab kommendem Jahr im Einsatz sein.