Zwischen Kontinuität und Neubeginn liegen die Wahlergebnisse im Amt Lieberose/Oberspreewald. So bleibt in der Stadt Lieberose Astrid Burisch Bürgermeisterin. 443 Stimmen (57,6 Prozent) wurden für sie ausgezählt, Gegenkandidatin Kerstin Michelchen (Freie Liste Lieberose) erhielt 326 Stimmen (42,4 Prozent). Die Wahlbeteiligung betrug 62,2 Prozent. Die Wahlsiegerin wertet das Ergebnis als Zustimmung für die Arbeit, die sie in mehr als anderthalb Jahren in diesem Ehrenamt geleistet hat. "Mit mehr Konstruktivität in der Stadtverordnetenversammlung für Lieberose arbeiten", nimmt sie sich für die kommende Legislaturperiode vor. "Stadtverordnete könnten sich für einzelne Sachgebiete zuständig fühlen", sagt sie und nennt Jugendarbeit, Bildung, Senioren und Tourismus als Beispiele. Und sie wünscht sich, dass für die ehrenamtliche Arbeit mancher Hemmschuh beiseite geräumt würde. "So haben wir Mitte April ans Straßenverkehrsamt beim Landkreis einen Antrag mit Begründung geschickt, warum es in Lieberose eine Geschwindigkeitsbegrenzung für den Lkw-Verkehr geben sollte. Wir haben nicht mal eine Eingangsbestätigung erhalten", nennt sie ein Beispiel. Sie hofft, gemeinsam mit den Bürgern etwas für die Stadt zu erreichen.

Einen Wechsel an der Spitze der Gemeindevertretung gibt es in Byhleguhre-Byhlen. Bei einer Wahlbeteiligung von 57,8 Prozent erhielt Jutta Vogel (Die Linke) 212 Stimmen (54,1 Prozent). Für Amtsinhaber Rainer Schloddarick (Bürger für Byhleguhre-Byhlen) stimmten 180 Wahlberechtigte (45,9 Prozent). "Nach zehn Jahren in der Gemeindevertretung will ich nun den Ball selber in die Hand nehmen", sagt die Lehrerin, die sich in der Ruhephase der Altersteilzeit befindet. Sie will durch einen anderen Arbeitsstil mehr Bürgernähe erreichen, beispielsweise durch regelmäßige Bürgersprechstunden in beiden Orten. Und sie hofft, dass auch ihre Kontakte als Kreisvorsitzende ihrer Partei für die kommunale Arbeit hilfreich sein können. "Wir haben mit der Wahl eine junge Gemeindevertretung bekommen, ich freue mich schon auf die Zusammenarbeit", sagt Jutta Vogel.

Die Geschicke der Gemeinde Schwielochsee wird künftig Rainer Hilgenfeld lenken. Der 50-Jährige erhielt bei einer Wahlbeteiligung von 69,9 Prozent, der höchsten im Amtsgebiet, 542 Stimmen (57,7 Prozent). Auf Amtsinhaber Wolfgang Gliese (CDU) entfielen 398 Stimmen (42,3 Prozent). Rainer Hilgenfeld bringt noch keine kommunalpolitischen Erfahrungen mit und hat sich vorgenommen, als ehrenamtlicher Bürgermeister mit den Gemeindevertretern an einem Strang zu ziehen. "Der Tourismus liegt mir am Herzen", sagt er. Hand in Hand mit der TEG könne da einiges bewegt werden. Industriestandort werde die Gemeinde sicher nicht werden.

"Ich hoffe, dass in den neuen Gremien alle an einem Strang ziehen", sagt Amtsdirektor Bernd Boschan. Er hatte allerdings bei der Wahlbeteiligung auf ein besseres Ergebnis gehofft, "denn Kommunalpolitik müsste interessieren". Bei den Gemeindevertretern stellt der Amtsdirektor einen kleinen Generationswechsel fest. "Einige Ältere sind nicht mehr angetreten, Jüngere rücken nach." Bei allen Beteiligten an der Durchführung der reibungslosen Wahl hat sich der Amtsdirektor bereits bedankt.

Kommentar von Ingrid Hoberg

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In Straupitz, Spreewaldheide, Alt Zauche-Wußwerk und Jamlitz ist der bisherige Bürgermeister auch der neue. In diesen Gemeinden gab es keine Gegenkandidaten. Auf Winfried Rekitt entfielen 75,8 Prozent der Stimmen, auf Manfred Meehs 80 Prozent, auf Jens Martin 86,7 Prozent und auf Wilfried Götze 81,3 Prozent. Die Wahlergebnisse werden auf der Internetseite www.amt-lieberose-oberspreewald.de veröffentlicht.