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Richtungsweisende Entscheidung
Zwei Millionen Euro für Grundschul-Erweiterung

Schönwalde. Abgeordnete vergeben die Aufträge. Baubeginn nächstes Jahr geplant.

Schönwald wappnet sich für die Zukunft. Die Gemeinde im Unterspreewald will die Grundschule in Schönwalde erweitern. Sie hat jetzt die Objektplanung und die Tragwerksplanung während einer Gemeindevertretersitzung vergeben.

„Beide Leistungen waren europaweit ausgeschrieben worden“, sagt Katja Maraszek vom Bauamt der Verwaltung des Amts Unterspreewald. Die jetzt beauftragten Unternehmen seien von der Amtsverwaltung als geeignet eingeschätzt worden. Dieser Empfehlung folgten die Gemeindevertreter während ihrer jüngsten Sitzung.

Die „rw+Gesellschaft von Architekten mbH“ in Berlin übernimmt die Objektplanung. Die Tragwerksplanung wurde an die „Sonntag Ingenieure“ in Trebbin (Teltow-Fläming) vergeben. „Wir wollen ein nachhaltiges Produkt entwickeln, dass von allen Nutzern und Beteiligten getragen wird“, sagt Matthias Reese von „rw+“. Er will in Workshops diskutieren lassen, „was gewollt ist und gebraucht wird“.

Im Dezember dieses Jahres soll damit begonnen werden. Schönwalds Bürgermeister Roland Gefreiter (parteilos) rechnet damit, dass im nächsten Jahr mit dem Erweiterungsbau begonnen wird. Er schätzt die Gesamtkosten auf etwa zwei Millionen Euro.

Die Erweiterung der Grundschule ist dringend nötig. Schon aktuell können nicht alle 160 Schülerinnen und Schüler im Schulgebäude unterrichtet werden. Zwei Klassen nutzen das benachbarte Gemeinschaftshaus „Haus Kulick“. Die Genehmigung dafür gilt noch für etwa eineinhalb Jahre wie der Bürgermeister erklärt. Er rechnet damit, dass die Schülerzahlen weiter steigen.

In Schönwalde, Niewitz und Schlepzig beispielsweise entstehen neue Wohngebiete im Amtsbereich. Vor allem Familien bauen dort. Und mit ihnen kommen Kinder in den Unterspreewald. „Wir wollen der Entwicklung nicht hinterherlaufen, sondern frühzeitig auf das Bevölkerungswachstum vorbereitet sein“, sagt Roland Gefreiter.

Die Realität bestätigt dieses Vorgehen. 17 der 18 Grundstücke im neuen Wohngebiet in der Bahnhofstraße in Schönwalde sind den Worten des Bürgermeister zufolge schon verkauft. Die ersten Einfamilienhäuser stehen schon auf dem Gelände. Zuzug gebe es vor allem aus Berlin. Auch das Amt Unterspreewald reagiert darauf, spürt die Auswirkungen steigender Kinderzahlen.

Die Kita „Regenbogen“ in Schönwalde kann den Bedarf an Kitaplätzen schon heute nicht mehr decken. Deshalb soll die Einrichtung erweitert werden. Erste Planungen liegen vor, Anträge auf Fördermittel sind gestellt wie der Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU) sagt.

Der Erweiterungsbau soll für 30 Kinder zwischen null und drei Jahren errichtet werden und etwa 1,6 Millionen Euro kosten. Bis zur Fertigstellung werden übergangsweise Räume in einem Mietshaus am Verwaltungsgebäude gegenüber der Kita bereitgestellt. „Die Genehmigung auf Umnutzung liegt inzwischen vor“, sagt Katja Maraszek. Sie rechnet damit, dass die Umbauarbeiten Ende dieses Jahres beendet sind. Maximal zehn Kinder sollen in der Not-Kita betreut werden. Anfragen von Eltern die außerhalb des Amtsgebiets wohnen nach Kita-Plätzen werden derzeit abgelehnt. „Ich möchte nicht in die Situation kommen, Interessenten aus unserem Amt absagen zu müssen“, begründet Jens-Hermann Kleine diese Entscheidung.

Die Gefahr besteht durchaus, „denn die Bautätigkeit im Einzugsbereich unserer Schule und der Amtskita war noch nie so hoch wie jetzt“, sagt Roland Gefreiter. Für ihn war die Gemeindevertretersitzung mit den Vergaben von Leistungen für den Erweiterungsbau der Grundschule deshalb „eine richtungsweisende Sitzung“.