| 02:42 Uhr

Zwei Bäume mehr, zwei Parkplätze weniger in Lübbener Bahnhofstraße

Lübben. Die Vorarbeiten für den weiteren Ausbau der Lübbener Bahnhofstraße im zweiten Bauabschnitt können planmäßig am Montag, 13. Februar, beginnen. Mit dem Nabu, der in einem offenen Brief den Vorwurf geäußert hatte, dass der Allee-Charakter durch das Bauvorhaben zerstört werde, wurde bei einem Vor-Ort-Termin ein Kompromiss gefunden. Die Stadtverordnetenversammlung hat die Stellungnahme der Verwaltung zu diesem Brief am Donnerstag verabschiedet. I. Hoberg

Mit der Fällung der alten Linden in der Lübbener Bahnhofstraße werden die Arbeiten im zweiten Abschnitt zum Ausbau der Bahnhofstraße beginnen. Ab 13. Februar bis voraussichtlich zum 24. Februar wird der Abschnitt voll gesperrt. Ab 27. März erfolgt eine halbseitige Sperrung für die Arbeiten des Eigenbetriebs Stadtentwässerung (SEL), teilt die Stadtverwaltung mit. Ab Mitte April soll die Bahnhofstraße für den Ausbau erneut voll gesperrt werden - voraussichtlich bis November. Es war bereits im Bauausschuss darüber informiert worden.

Vorwurf ist entkräftet

Dass sich der vorgesehene Baubeginn nicht verzögert und somit die Bahnhofstraße fertig ausgebaut sein kann, ehe an der B 87 im Schlossbereich und an den Brücken mit Straßensperrungen gearbeitet wird, ist dem Kompromiss zu verdanken, der im Gespräch mit dem Naturschutzbund, Kreisverband Spreewald (Nabu), der unteren Naturschutzbehörde und der Stadtverwaltung gefunden wurde. Wie Stadtplanerin Karin Jacobsen in der Stadtverordnetenversammlung informierte, konnte der Vorwurf entkräftet werden, dass der Alleen-Charakter der Straße durch den Straßenausbau zerstört werde. "Es handelt sich um eine Allee, um ein schützenswertes Element", betonte sie.

In dem Gespräch am vergangenen Mittwoch haben sowohl das Landesbüro als auch die untere Naturschutzbehörde ihre Zustimmung zu den vorliegenden, nach dem Gespräch etwas angepassten Plänen geäußert. Demnach sollen nun 75 Linden neu gepflanzt werden. Es wird eine vierjährige Anwuchs- und Entwicklungspflege vereinbar, wie es in der Stellungnahme der Stadt heißt. Elf Parktaschen sollen entstehen und damit zwei weniger als zuletzt geplant. Dafür werden zwei weitere Bäume gepflanzt. Die Forderung des Nabu, einen landschaftspflegerischen Plan für die Maßnahme zu erstellen, sei kein adäquates Mittel für den Innenbereich, so Karin Jacobsen. Die Vertreter der unteren Naturschutzbehörde haben zudem ihr Vertrauen in das vom Nabu kritisierte Baumgutachten unterstrichen.

Qualität ist gefordert

Die Stadtverwaltung hat in ihrem Schreiben nochmals den zeitlichen Ablauf der Planung erläutert. So hatte es im Frühjahr 2016 eine Stellungnahme eines Baumgutachters gegeben, wonach 55 von den 64 vorhandenen Linden (86 Prozent) keine Erhaltungswürdigkeit und -fähigkeit bescheinigt wurde. Im Juni waren dann Planungsvarianten vorgestellt worden, unter anderem mit der Maßgabe, dass der Allee-Charakter der Straße mit der höchstmöglichen Anzahl von Baumneupflanzungen beibehalten werden soll und auf die Qualität zu achten sei.

Peter Schneider (Stadtfraktion) lobte die Verwaltung für die umfangreiche, sachliche Stellungnahme zum offenen Brief. Dass darin den Fachleuten die Kompetenz abgesprochen worden sei, hielt er in dem gewählten Ton nicht für gut. Bereits zuvor im Bauausschuss hatte auch Andreas Rieger (CDU/Grüne) an der fachlichen Qualifikation des beauftragten Planungsbüros Zweifel geäußert. Er enthielt sich bei der Abstimmung über die Stellungnahme zum offenen Brief.

Weitere Informationen zur Stadtverordnetenversammlung gibt es auf der Internetseite www.luebben-rathaus.de .