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| 01:33 Uhr

Zuschuss für Spreewaldbahn-Weg abgelehnt

Straupitz.. Das Amt Lieberose/Oberspreewald bleibt auf der Karte überregionaler Radwege vorerst ein weißer Fleck.

Denn der Antrag auf Fördermittel vom Land für die Strecke, die dem Verlauf der einstigen Spreewaldbahn folgen soll, ist abgelehnt worden, informierte Amtsdirektor Bernd Boschan während der Sitzung des Amtsausschusses in Straupitz. Die Begründung sei aus seiner Sicht nicht nachvollziehbar. „Sie lautet, dass wir mit diesem Projekt nicht Be standteil der Landeskonzeption sind. Das widerspricht der Tatsache, dass wir in die Konzeption des Landkreises aufgenommen wurden.“ Gemeinsam mit dem Landkreis solle deshalb der Ablehnung widersprochen werden.
Der Spreewaldbahn-Radweg soll den Anschluss an das Netz im Spree-Neiße-Kreis bilden, das bislang an der Grenze zum LDS in Burg endet. Dort ist die 800 Meter lange Lückenschließung nach Byhleguhre in Angriff genommen worden, von wo aus „wir einen Weg nach Byhlen selbst gebaut haben. Auch an der Strecke zum Byhleguhrer See sind wir dran“ , so Boschan. Mit dem Spreewaldbahn-Radweg soll über Byhlen und Straupitz „der Ring nach Burg geschlossen und eine Anbindung an die Strecke nach Lübben geschaffen werden. Mit dem zweiten Strang von Straupitz nach Goyatz wollen wir den Schwielochsee anschließen, wo in Regie der Gemeinde ja auch schon Wegebau läuft“ , so der Amtsdirektor.
„Das ist für mich ernüchternd“ , sagte der Straupitzer Bürgermeister Winfried Rekitt zu der Information über die Ablehnung. „Ist man sich denn nicht bewusst, was da dranhängt?“ Stelle doch der Spreewaldbahn-Radweg eine Verbindung dar zwischen mehreren Teilprojekten, die in Regie der Gemeinden verwirklicht werden sollen. „Wir wollen zum Beispiel das ehemalige Bahnbetriebswerk touristisch verwerten.“ Es gehe einerseits um Tourismusförderung, andererseits aber auch um die Bewahrung dessen, was an die Spreewaldbahn erinnert. „Es ist für mich höchste Ignoranz, sich nicht einer Tradition bewusst zu sein“ , so Rekitt, zumal es jetzt 110 Jahre her sei, dass der Teilabschnitt von Straupitz nach Lübben in Betrieb ging.
Aber nicht nur mit diesem Projekt „kommen wir bei den Radwegen nicht weiter“ , beklagte Boschan. Nicht nur, „dass wir hier sehr krasse Formulierungen darüber hören, wie man in der Landschaft sieht, wo der LDS anfängt“ . Es sei für ihn „Schwachsinn“ , sagte Boschan, wenn Land und Landkreis Erhalt und Rekonstruktion der Goyatzer Schule unterstützen, „aber man die Kinder auf den reichlich frequentierten Lan des- und Bundesstraßen fahren lässt. Das kann ich nicht mehr nachvollziehen.“ Zu einer Beratung über straßenbegleitenden Radwegebau „sind wir vom Landkreis gar nicht erst eingeladen worden. Es jammert einen.“
Bei der Beratung, zu der der Landkreis eingeladen hatte, ist es Landrat Stephan Loge (SPD) zufolge darum gegangen, Bürgermeister über genau das Modell zu informieren, das der Landkreis erstmals bei dem Bau des Radweges von Burg nach Byhleguhre anwendet. Mittels einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung mit dem Land übernehme der Landkreis Planung und Bau und gehe finanziell in Vorleistung. Auf diese Art und Weise hat auch die Gemeinde Märkische Heide in den vergangenen Jahre Radwege gebaut.
Loge betont, „dass wir als nächstes den Radweg von Neu Zauche nach Straupitz in Angriff nehmen, wie ich es den Oberspreewäldern zugesagt habe. Die Planung dafür geht los.“ (dh)