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| 17:28 Uhr

LR vor Ort
Zur Halbzeit positive Wehrbaubilanz

Jörg Wiesner (3. von rechts), Chef des Wasser-und Bodenverbands, erläutert den Gästen Details des Wehrersatzneubaus. Die RUNDSCHAU hatte zu „LR vor Ort“ an das Wehr bei Hartmannsdorf eingeladen.
Jörg Wiesner (3. von rechts), Chef des Wasser-und Bodenverbands, erläutert den Gästen Details des Wehrersatzneubaus. Die RUNDSCHAU hatte zu „LR vor Ort“ an das Wehr bei Hartmannsdorf eingeladen. FOTO: Andreas Staindl
Hartmannsdorf. Das Wehr bei Hartmannsdorf wird neu gebaut. LR hat den Arbeitsstand diskutiert.

Der Ersatzneubau des Wehrs bei Hartmannsdorf (Stadt Lübben) geht voran. Etwa die Hälfte der Arbeit ist bewältigt. Das imposante Bauwerk nimmt zunehmend Gestalt an.

Interessierte konnten sich davon am Mittwochabend überzeugen. Die LAUSITZER RUNDSCHAU hatte zu „LR vor Ort“ eingeladen. Etwa 35 Interessierte waren an die Baustelle gekommen. Jörg Wiesner war erstaunt. „Ich habe nicht mit einer so großen Resonanz gerechnet.“ Der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbands „Nördlicher Spreewald“ zog eine positive Halbzeitbilanz des Wehrersatzneubaus. Zwar liegen ihm zufolge die Arbeiten „wegen kleinerer Probleme“ etwa eineinhalb Monate hinter dem Zeitplan – unter anderem musste die alte Wehrsohle durchrammt werden – doch die geplanten Kosten werden wohl unterschritten. Zwölf Millionen Euro waren ursprünglich veranschlagt. „So wie es derzeit aussieht, kommen wir mit 11,5 Millionen Euro hin“, sagt Wiesner. „Die gesamte Baumaßnahme ist also leicht günstiger geworden.“

Bund und Land finanzieren den Ersatzneubau mit Kahnschleuse und Fischwanderhilfe. Der ist dringend nötig, denn das alte Wehr war marode. „Es funktionierte nicht mehr richtig“, sagt der Chef des Wasser-und Bodenverbands. „Der Hochwasserschutz für Lübben war nicht mehr zu gewährleisten.“

Das alte Wehr stammt aus dem Jahr 1934, wurde in den 1980er Jahre erneuert und ergänzt, wie der Oberbauleiter Sven Gerhardt vom Wasser- und Bodenverband sagt: „Der Ersatzneubau ist jetzt dringend nötig.“ Seit November 2016 wird gebaut. Die Vorbereitungen dafür wurden allerdings schon acht Jahre vorher begonnen, wie Jörg Wiesner sagt.

Inzwischen ist der erste Bauabschnitt so gut wie beendet. Die neue Kahnschleuse wird Anfang Juni dieses Jahrs in Betrieb genommen wie der Verbandschef ankündigt. Anschließend wird auf der anderen Seite Richtung Schlepzig (Unterspreewald) weitergebaut. Die temporäre Schleuse dort wird zurückgebaut. Teile der Anlage werden für den Fischpass verwendet.

„Das wird eine gigantische Anlage“, sagt Jörg Wiesner. „Die Becken sind so groß, dass dort auch Welse Platz haben.“ Im Zuge der gesamten Baumaßnahme wird auch ein öffentlicher Überweg entstehen. „Wir haben großes Interesse daran, dass Touristen und Einheimische die Spree an dieser Stelle queren können“, sagt Lübbens Bürgermeister Lars Kolan (SPD). Die Kreisstadt beteiligt sich ihm zufolge finanziell mit 270 000 Euro am Überweg, von denen sie 190 000 Euro gefördert bekommt. Der öffentliche Weg wird erst nach Abschluss der gesamten Baumaßnahme im Frühjahr 2019 in Betrieb genommen, wie Jörg Wiesner sagt. Er ist mit dem bisherigen Verlauf des Wehrersatzneubaus zufrieden: „Mit der Strabag haben wir einen sehr kompetenten Baubetrieb.“

Daniel Salewski, Bauleiter der Firma, sagt, dass der Bau der Anlage „auch für uns  etwas Besonderes ist, weil wir das neue Wehr am Standort des alten Wehrs bauen und die Hochwassersicherheit für Lübben jederzeit gewährleisten müssen. Zudem ist das Zusammenspiel von zahlreichen Firmen eine weitere Herausforderung.“ Lars Kolan würdigt die bisherigen Arbeiten als „super Leistung. Ich bin oft mit meinem Hund hier, verfolge die Arbeiten also regelmäßig.“

Auch während der nächsten Monate gibt es durchaus Spannendes zu entdecken. Das Wehr bei Hartmannsdorf steht wie alle Wehre im Spreewald unter Denkmalschutz, wie Sven Gerhardt erklärt. Ein Teil der alten Kahnschleuse muss deshalb erhalten bleiben. Wie der Oberbauleiter sagt, wird ein Teil der alten Anlage auf der Schlepziger Seite ausgebaut, per Lkw über Lübben auf die Hartmannsdorfer Seite transportiert und dort als technisches Denkmal an Land errichtet. Der Wehrersatzneubau bei Hartmannsdorf ist eines der größten Wehrbauprojekte in Brandenburg. Das Land hat die Arbeiten an den Wasser-und Bodenverband „Nördlicher Spreewald“ übertragen-so wie für andere Wehranlagen im Spreewald schon bisher und auch künftig. „Wir haben schon mehrere Wehre neu gebaut, saniert oder in Planung“, sagt der Geschäftsführer. Der Wehrersatzneubau bei Hartmannsdorf ist eines der imposantesten Bauwerke. Teilnehmer von „LR vor Ort“ konnten sich davon überzeugen.

LR vor Ort 4c
LR vor Ort 4c FOTO: LR