(asd) Die Holländerwindmühle in Straupitz (Lieberose-Oberspreewald) bleibt ein Publikumsmagnet. Hunderte Besucher hatten sich anlässlich des Deutschen Mühlentags auf den Weg gemacht. Der Mühlentag in Straupitz war auch diesmal ein Volksfest zum Schauen, Amüsieren und Mitmachen, ein Eldorado für Mühlenliebhaber sowieso.

Die Holländerwindmühle ist die letzte produzierende Dreifachwindmühle in Europa. Mahl-, Öl-und Sägemühle befinden sich unter einem Dach. Und das Schöne daran: Man kann nicht nur schauen, wie es theoretisch funktionieren könnte, sondern es funktioniert tatsächlich.

Überall in der Mühle drehen sich kleine und größere Räder, surren Bänder, rattert und rumpelt es. Arbeitsatmosphäre. Raik Schmidt bestätigt das. „Bei uns ist alles funktionstüchtig, wird tatsächlich noch gearbeitet in den einzelnen Bereichen der Mühle.“ Der gelernte Müller kennt sich aus, und bringt wie andere Mitglieder des Mühlenvereins den Besuchern technische Details näher. „Die Leute sind sehr interessiert“, sagt er.

Raik Schmidt ist nicht nur technisch fit, er versteht es auch, die Besucher zu begeistern: „Das ist Voraussetzung für unsere Arbeit hier in der Mühle. Die Leute wollen schließlich unterhalten werden, aber auch technische Fragen beantwortet haben.“ Roland Koch ist sehr am Zusammenspiel der einzelnen Teile der Holländerwindmühle interessiert. „Technische Abläufe interessieren mich“, sagt der Berliner. „Und ein historisches Bauwerk wie diese Mühle hier ist natürlich besonders reizvoll. Die Mitarbeiter können die Funktion des technischen Denkmals gut rüberbringen.“

Auf allen Ebenen der Mühle gaben kompetente Vereinsmitglieder Auskunft. Sie demonstrierten auch anschaulich, wie man mit den Geräten und Werkszeugen umgeht und wofür sie verwendet werden. In der Ölmühle wird noch wie vor über Hundert Jahren Leinöl gepresst. Wie man das macht, das erklärte etwa Thomas Bonhage. Er animierte auch regelmäßig Besucher, selbst einmal den wuchtigen Hammer zu schwingen, um quasi mitzuhelfen, das „Spreewaldgold“ aus den Leinsamen zu gewinnen. Vor allem der Nachwuchs war sehr an dieser Arbeit interessiert.

Ein paar Schritte weiter ratterte das große Sägeblatt am Horizontalgatter. Es fraß sich Millimeter für Millimeter durch den großen Eichenstamm. Mehr als 1000 Kilogramm wiegt der fast vier Meter lange Baum. Besucher durften mitanschauen, wie Bohlen aus dem Stamm gesägt wurden. „Das hat etwas“, sagt Mandy Köhler. „Ich finde es faszinierend, dass alte Technik heute noch so wunderbar funktioniert.“ Wolfgang Raband hat das Horizontalgatter bedient und beantwortet die vielen Fragen der Besucher.

Im Umfeld der Mühle wurde derweil gefeiert. Volksfeststimmung war angesagt. An zahlreichen Ständen wurden handwerkliche Erzeugnisse angeboten, auch der Gaumen wurde verwöhnt. Musiker sorgten dafür, dass auch getanzt wurde. Das Festgelände war schon zu Beginn der Veranstaltung sehr gut gefüllt.

Auch die Leinölfee Yvonne Schulz pilgerte über das Gelände. Sie ist so etwas wie die Botschafterin der Holländerwindmühle und war gefragte Gesprächspartnerin: „Die Leute wollen viel über unsere Mühle wissen, aber auch über das Leinöl. Sie staunen immer, wie vielseitig es verwendet werden kann. Es macht mir großen Spaß, den Besuchern meine Kenntnisse und Erfahrungen weiterzugeben.“ Yvonne Schulz freut sich schon auf das nächste große Ereignis in Straupitz, den Johannismarkt am 22./23.Juni. Dann wird sie nicht mehr allein mit Krone und Schärpe für Aufmerksamkeit sorgen, sondern dort acht weitere Hoheiten der Region auf der großen Bühne präsentieren – „so viele wie noch nie während des Johannismarkts“. Und natürlich wird auch die Holländerwindmühle wieder eine Rolle spielen.