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| 01:09 Uhr

Zum Ende des Krieges sich das Ja-Wort gegeben

Lübben.. Richtig gut drauf waren Anneliese und Rudolf Lüth gestern früh, als sie im ASB-Haus für betreutes Wohnen in Lübben die Gäste zu ihrem ganz besonderen Ehrentag empfingen. Foto: Krino Müller

Aus Anlass ihrer Diamantenen Hochzeit, der Heirat vor 60 Jahren, waren unter anderem Bürgermeister Lothar Bretterbauer und ASB-Geschäftsführerin Helga Meier gekommen, um dem Jubelpaar Glückwünsche zu übermitteln.
Auch wenn beide nicht kerngesund sind, so geht es der 82-jährigen Anneliese Lüth und ihrem 84-jährigen Mann doch relativ gut, versicherten sie in der Gästerunde, die inmitten einer liebevoll gepflegten Blumenpracht im Wohnzimmer saß. Das füllte sich nach und nach nicht nur mit Gästen, sondern auch mit weiteren Blumen.
Eine so genannte Sandkastenliebe ist das zwischen beiden zwar nicht gewesen, doch im schulpflichtigen Alter sind sie sich regelmäßig begegnet. Das war in Bützow, in Mecklenburg. Während Rudolf Lüth dort geboren ist, zog die in Prenzlau geborene Anneliese 1932 dort hin. Im Krieg zog Anneliese Lüth jedoch nach Berlin, während Rudolf Lüth in den Krieg ziehen musste.
Die in den letzten Kriegstagen am 8. Januar 1944 in Prenzlau geschlossene Ehe (Anneliese Lüth: „Die Angriffe auf Berlin waren schlimm.“ ) fand in Prenzlau statt, „weil wir die Hochzeitsnacht nicht im Luftschutzkeller verbringen wollten“ , erklärte Anneliese Lüth. Sogar einen schönen Hochzeitsurlaub habe es anschließend gegeben.
Dass sie raus aus Berlin und nach Bützow gezogen seien, habe mit der bevorstehenden Geburt des ältesten Sohnes zu tun gehabt. Insgesamt gingen aus der Ehe zwei Jungen und ein Mädchen hervor. In Bützow hätten sie sich sehr wohl gefühlt. Auf der Warnow-Werft in Warnemünde arbeitete er als Maschinenschlosser.
1956 seien sie nach Spremberg gezogen, wo Rudolf Lüth im Kraftwerk Treppendorf arbeitete, während die Industrieökonomin in der Wissenschafts- und Technikplanung beschäftigt war. Sie habe spät studiert, sagte sie gestern in der kleinen Besucherrunde.
Dass sie nun in Lübben angekommen sind, habe ihr Sohn Jürgen Lüth veranlasst. Er überließ ein Haus, das er vor etwa sieben Jahren in der Brunnenstraße zunächst für sich erworben hatte, seinen Eltern. Vor zwei Jahren, als am 1. April 2002 das Haus für betreute Wohnen des ASB eröffnete, zogen sie noch einmal um. Nun hoffen sie, dass ihr Blick auf die Schlossinsel nicht zugebaut wird, wie Rudolf Lüth gestern gegenüber der RUNDSCHAU einräumte. (km)