Patrick Ringel aus Meinsdorf bei Jüterbog und Maik Fröhlich aus Arzberg bei Torgau sind im ersten Lehrjahr, Christine Lehmann aus Jüterbog und Marko Schade aus Groß Leuthen im dritten. Herausgestellt habe sich bereits, so Personalrätin und Ausbilderin Margit Liese, dass die jetzt abschließenden Lehrlinge im Vergleich zu den sehr guten gehören. Der Wermutstropfen ist: Im zivilen Bereich haben die künftigen Fachkräfte so gut wie keine, als Soldat auf Zeit allenfalls sehr geringe Chancen, am Standort Krugau oder überhaupt bei der Bundeswehr übernommen zu werden. „Jeder weiß, dass das zivile Personal ebenfalls heruntergefahren werden muss“ , sagt Margit Liese.
Also müssen die vier jungen Leute ihren Arbeitsplatz einmal in der freien Wirtschaft suchen. Dafür allerdings, so ihre Ausbilderin, „haben sie beste Voraussetzungen“ , weil sie rundum ausgebildet worden seien.
Major Klaus-Dieter Goertz, Leiter des Luftwaffenmaterialdepots 51 in Krugau, betont, dass dies eine freiwillige Ausbildungsstätte ist. Die Belegschaft bekommt demnach für ihre Ausbildungsleistung keinen zusätzlichen Bonus. Darauf weist Major Goertz auch mit Bezug auf die Ausbildungssituation in der Region hin.
Nachdem sich die Spreewald-Kaserne die Erlaubnis geholt hatte, ausbilden zu dürfen, „haben wir uns am Standort entschlossen, erstmal mit zwei Lehrlingen zu beginnen“ , so Major Goertz. Schließlich habe man mit den ganzen Anforderungen der Ausbildung noch keine Erfahrung gehabt.
So begannen am 1. September 2001 Christine Lehmann und Marko Schade damit, die elf Lagerhallen kennenzulernen, Material zu kommissionieren, Vorgänge zu buchen, sich in die Transportbearbeitung hineinzudenken und Mängel zu bearbeiten, alles natürlich unter Anleitung.

Mehr Zeit und Ruhe
Die vier jungen Leute haben damit gute Erfahrungen gemacht. Im öffentlichen Dienst bleibe für die Ausbildung eben doch mehr Zeit und Ruhe als im teils hektischen Handel, Einkaufsmärkten beispielsweise. Eine Stunde vor Dienstschluss können sie sich zudem mit Ausbildungsrelevantem beschäftigen.
Patrick Ringel hat den Beginn der Ausbildung im zivilen Bereich der Bundeswehr nicht bereut. Er arbeitet gern, „weil der Beruf einfach mal Spaß macht“ , den seine Mutter übrigens auch ausübt. Er werde „gut unterstützt von den Ausbildern. Es wird mit sehr viel Ruhe alles gesagt“ und er müsse sich „nicht unter Druck alles reinhämmern“ .

Zählen und Gabelstapler fahren
Natürlich gibt es schonmal Überstunden oder Akkordarbeit, auch „bis 80 000 zählen zu müssen“ wie Maik Fröhlich sagt. Die großen Mengen zahlenmäßig zu erfassen, macht deutlich weniger Spaß als das Fahren mit dem Gabelstapler.
Wie es nach der Ausbildung weitergeht, müssen die vier sehen. In Krugau jedenfalls werde über eine Umstrukturierung nachgedacht, sagt Goertz. Die großen Flächen sollen möglicherweise in Zukunft als Sanitätsmateriallager genutzt werden. Ein Datum oder Konkretes ist noch nicht bekannt, allerdings hat Krugau mit den nahe beieinander liegenden Hallen und deren technischer Ausstattung gute Voraussetzungen dafür, was wiederum zum Standorterhalt beitragen könnte.

Hintergrund Daten und Fakten
 Mehr als 28 000 Versorgungsartikel werden im Lager der Spreewaldkaserne in Krugau verwaltet, dessen Fläche rund 48 000 Quadratmeter beträgt. In den elf Hallen, von denen sechs beheizbar sind, was die Lagerung von empfindlichen Gütern ermöglicht, stehen viele Hochregale.