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| 02:44 Uhr

Zuhause auf Zeit mit viel Platz

Zum Jubiläumsfest stand er noch bescheiden am Rand, doch der neue Bus des Kinderdorfs Märkische Heide ist zentraler Bestandteil der täglichen Arbeit. Ermöglicht wurde er über eine Förderung von der Aktion Mensch.
Zum Jubiläumsfest stand er noch bescheiden am Rand, doch der neue Bus des Kinderdorfs Märkische Heide ist zentraler Bestandteil der täglichen Arbeit. Ermöglicht wurde er über eine Förderung von der Aktion Mensch. FOTO: Kinderdorf Märkische Heide
Alt Schadow. Hier leben 18 Kinder, davon sieben Mädchen, in drei familienähnlichen Wohngruppen, wenn sie zeitweise oder auf Dauer nicht bei ihren Familien sein können. Betreut werden sie von zehn Erziehern, 20 Mitarbeiter insgesamt kümmern sich um ihr Wohlergehen. Dazu kommen noch die vierbeinigen "Helfer" – das Kinderdorf in Trägerschaft der Wadzeck-Stiftung hält ein paar Ziegen, zwei Waschbären, Hasen, Katzen sowie Singvögel in einer Voliere. Ingvil Schirling

Viel Platz, Sportmöglichkeiten, der durch die Kiefern vor dem Eingang schimmernde Neuendorfer See und nicht zuletzt eine Wohnmöglichkeit für Eltern, die zu Besuch kommen, sollen mit zu einer guten Grundlage beitragen, damit die Kinder in einer "gesunden und natürlichen Umgebung ein anregendes und förderndes Zuhause finden" können, sagt das Kinderdorf über sich selbst. Leiter ist seit dem Jahr 2010 Alex Hoestermann. Ihn freute besonders, dass zum 20. Geburtstag auch ehemalige Kinder mit eigenem Nachwuchs kamen. Auch frühere Erzieher zählten zu den Gästen, ebenso Interessierte, die wissen wollten, was aus dem ehemaligen Ferienlager eines Industriebetriebes zu DDR-Zeiten inzwischen geworden ist.

Präsentiert wurde bei dem Fest auch die neueste Errungenschaft des Kinderdorfs: Ein Kleinbus, den die Aktion Mensch mit 70 Prozent gefördert hatte.

Mit 18 Kindern ist die Einrichtung aktuell ausgelastet. "Zukünftig möchten wir aber unsere Kapazität erweitern", sagt Alex Hoestermann. Für den Herbst ist eine vierte Gruppe mit weiteren sechs Kindern geplant. Das Baustellenschild hängt bereits.

Zur Schule gehen die Sechs- bis 16-Jährigen nach Gröditsch, Lübben oder Goyatz. Wenn sie bisher gar nicht zur Schule gegangen sein sollten, erklärt Hoestermann, besteht die Möglichkeit, sie für angemessen kurze Zeiträume in der "Kleinen Schule am Wald" auf die Bildungseinrichtung vorzubereiten. Ein einladendes Schild weist auf den Gebäudeteil gleich am Eingang hin.

Ziel ist es, den Kindern Vertrauen, Zuversicht, Sicherheit, Selbstwert- und Verantwortungsgefühl mitzugeben und Grunderfahrungen machen zu lassen, damit sie sinnvoll eine eigene Identität entwickeln können. Trotz allem, betont Hoestermann, soll auch ihre Herkunft gewürdigt werden. Kontakt mit den Eltern wird soweit wie möglich unterstützt, die Familien werden auch beraten. Wenn es geht, werden die Kinder dort auch wieder integriert, sagt der Leiter: "Ziel ist es, dass sie wieder im Elternhaus leben können."