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| 07:31 Uhr

Zugeparkt bei Tropical Islands
War es eine kriminelle Masche?

 Riesenschreck nach dem Badespaß: Zwei Schönwalder wurden auf dem Parkplatz von Tropical Islands von Montag bis Mittwoch zugeparkt. Jetzt will das Unternehmen reagieren.
Riesenschreck nach dem Badespaß: Zwei Schönwalder wurden auf dem Parkplatz von Tropical Islands von Montag bis Mittwoch zugeparkt. Jetzt will das Unternehmen reagieren. FOTO: LR / Liane Rieß-Meißner
Krausnick/Schönwalde. Der Wirbel um ein fast zwei Tage lang zugeparktes Auto auf dem Parkplatz von Tropical Islands hat Folgen. Die Security hat diesen nun besser im Blick. Von Ingvil Schirling

Nach der Aufregung um zugeparkte Autos gibt es gleich drei Neuigkeiten. Zur Erinnerung: Am Montag waren sieben bis zwölf Autos von hinten durch eine neu eröffnete Reihe eingekeilt worden (die LR berichtete). Betroffen war unter anderen die Bäckerin aus Schönwalde (Dahme-Spreewald) Liane Rieß-Meißner. Da die Verursacher in dem Tropenpark nicht ausgerufen werden konnten, weil die Halle so weitläufig ist, mussten sie und ihr Mann letztlich von Freunden abgeholt werden. Nun gibt es gute Nachrichten und Lösungsansätze.

Erstens: Die betroffene Schönwalder Bäckersfamilie hat ihren Transporter wieder. Am Mittwochmorgen kam der erlösende Anruf.

Zweitens: Das Unternehmen reagiert. Angedacht ist, die Stellflächen auf dem Parkplatz künftig mit Baumstämmen besser abzuteilen. Das sei aber „nicht mal eben umsetzbar“, schränkte Tropical-Islands-Sprecherin Katja Benke am Donnerstag ein. „Deshalb haben wir einige Sofortmaßnahmen eingeleitet.“ Die Sicherheitskräfte sollen verstärkt auf die Parkordnung auf dem unbefestigten Schotterplatz achten. Und „über die kommenden zwei Wochenenden hinweg werden wir Personal abstellen – jeweils acht Stunden pro Tag –, um unseren Gästen eine bessere Parkordnung aufzuzeigen“.

Offenbar ist das auch dringend nötig. Liane Rieß-Meißner zufolge hätten Mitarbeiter von Tropical in ihrem konkreten Fall verhindern müssen, dass Autofahrer beim Parken noch eine vierte Reihe eröffnen. Wegfahren konnten die Schönwalder am Ende nur, weil sich Mitarbeiter von Tropical hinter ihr Auto stellten, damit es nicht immer wieder neu zugeparkt werden konnte.

Sprecherin Benke zufolge handelt es sich aber keinesfalls um ein generelles Problem. „Wir haben schon in den vergangenen Jahren Maßnahmen eingeleitet. Unsere Kollegen der Werkfeuerwehr stehen, wenn nötig, als Parkplatzeinweiser zur Verfügung. Das passiert besonders an stark besuchten Tagen.“ 2018 habe das Unternehmen „jene alten Landebahnabschnitte, die wir als Parkraum nutzen“, mit Markierungen versehen. „Seitdem ist das Problem auf den Plätzen nicht mehr aufgetaucht. Es geht nur noch um einen unbefestigten Schotterparkplatz, den unsere Gäste besonders bei schlechtem Wetter gern nutzen, um den Weg in die Halle möglichst kurz zu halten.“

Drittens: Es war höchstwahrscheinlich keine „Masche“. Diesen Verdacht hatte eine Mitarbeiterin der Bäckerin geschöpft. Sie hatte kürzlich eine Sendung gesehen, in der darüber informiert wurde, wie kriminelle Akteure an Autos Transponder anbringen – in Vorbereitung eines Diebstahls auf Bestellung –, um sie später bei Bedarf wiederfinden zu können. Dass auf einem fast leeren Parkplatz an einem besucherschwachen Tag Autos zugeparkt werden, erschien dann doch sehr seltsam. Doch „diesen Verdacht kann man verwerfen“, sagt Polizeisprecherin Ines Filohn. „Das würde potenziellen Dieben zu lange dauern. Da muss sich die Familie keine Sorgen machen.“ Unabhängig davon rät sie Besitzern von hochwertigen Autos, die vermuten, dass ihr Wagen in ein bestimmtes „Beuteschema“ passt, mit der Werkstatt ihres Vertrauens über Vorkehrungen gegen Diebstahl zu sprechen, die möglichen Dieben das Starten des Wagens erschweren und ohne großen Aufwand einzubauen sind.

Weiterhin bestätigt sie, dass die Polizei allein schon aus Zeitgründen nicht zu Hilfe kommen kann, wenn man zugeparkt wird – es sei denn, es ist Gefahr in Verzug. „Es handelt sich um eine zivilrechtliche Sache“, ordnet sie ein. „Wenn das Unternehmen eine Parkplatzsituation geschaffen hat, die vielleicht etwas unglücklich ist, dann sind die Betroffenen gehalten, sich an das Unternehmen zu wenden und ihm zu sagen: ,Ihr müsst reagieren’.“ Das hatte Liane Rieß-Meißner auch versucht, anfangs aber nicht ausreichend Gehör gefunden.

„Die ärgerlichen Ereignisse der vergangenen Tage haben uns dazu veranlasst, die Suche nach Lösungen erneut aufzunehmen“, sagt Katja Benke abschließend. „Grundsätzlich haben wir auf unserem eigenen Gelände die Verkehrssicherungspflicht“, sagt sie weiter. Die Werkfeuerwehr räume beispielsweise den Schnee im Winter. „Wenn jemand zu Schaden kommt aufgrund einer von uns verursachten Verletzung unserer Verkehrssicherungspflicht, haftet Tropical Islands. Wenn ein Gast dem anderen schadet, in welcher Form auch immer, gilt – wie überall – die Verursacherpflicht.“