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Zickige Sonntagskinder im Dahmer Tierpark

Drei aus der Ziegenbaby-Bande erobern ihr Gehege.
Drei aus der Ziegenbaby-Bande erobern ihr Gehege. FOTO: be
Dahme. Wer durch den kleinen Dahmer Heimattierpark geht, sieht im Ziegengehege gleich vierfach Nachwuchs tollen. "Alle vier sind Sonntagskinder", sagt Pflegerin Christiane Kolisch. Carmen Berg / be

Ein kleiner Bock erblickte am 15. Januar das Licht der Welt, Drillings-Mädels folgten eine Woche später. "Die kalten Temperaturen haben ihnen nichts ausgemacht," so die Pflegerin. Von der Mutter gelockt, trauten sich die Mädchen schon nach zwei Tagen hinaus ins Freie, der Junge war etwas vorsichtiger, brauchte für seinen ersten Erkundungsgang fünf Tage. Christiane Kolisch ist seit 30 Jahren Tierpflegerin in Dahme. "Ich habe schon viele Tiergeburten erlebt, und es ist immer wieder schön", erzählt sie. Wie Menschenkinder sei auch der tierische Nachwuchs verschieden. "Einige Zicklein sind Tolpatsche, bekommen anfangs nichts auf die Reihe, andere sind gleich kess und in Bewegung", so die Tierparkmitarbeiterin. Die Neulinge brauchen ihre Mütter noch. Andere, schon etwas ältere Jungziegen sollen in gute Hände verkauft werden. Interessierte können sich im Tierpark informieren, so Christiane Kolisch.

Neben den Ziegen tummeln sich Damwild, drei Esel-Damen sowie fünf Nasenbären in den Gehegen. Die Kamerunschafe teilen sich ein Quartier mit Lamahengst Heinrich, der sich für den Anführer der Schafherde hält, wie Christiane Kolisch schmunzelnd berichtet. Ein Renner bei den Kindern sind die Meerschweinchen, die auch im Winter gern draußen sitzen, wie die Tierpflegerin sagt. Zu Halloween, zu Weihnachten und demnächst zu Ostern wird ihr Gehege phantasievoll geschmückt. Dabei helfen Kinder aus zwei Tierpark-Arbeitsgemeinschaften, die Christiane Kolisch und eine Kollegin leiten.

Nachdem sich vor zwei Jahren die ehrenamtliche Interessengemeinschaft (IG) Tierpark auflöste, hat diese Tradition überlebt. Anderes, wie die beliebte Eiersuche am Ostersonntag und das Tierparkfest zu Pfingsten, gibt es nicht mehr. Dennoch halten viele Dahmenser dem Tierpark die Treue, helfen mit Patenschaften und auch mit Futterspenden, verzeichnet Christiane Kolisch. "Besucher sollten die Tiere aber keinesfalls selbst füttern, denn nicht jede gut gemeinte Kost bekommt dem Vierbeiner", sagt sie. So hatten die Mitarbeiter unlängst Blumenkohlstengel im Ziegengehege gefunden. "Daran können die Ziegen sterben", so die Pflegerin.