| 02:50 Uhr

Zeitzeugen sprechen über das KZ-Außenlager

Der Bahnhof Lieberose in den 20er-Jahren. Später wurde hier ein KZ-Außenlager eingerichtet.
Der Bahnhof Lieberose in den 20er-Jahren. Später wurde hier ein KZ-Außenlager eingerichtet. FOTO: Archiv
Lieberose. Mit einer Veranstaltung am morgigen Freitag, 24. April, werden Kirchengemeinde und Akademie für Mitbestimmung im Bahnhof Jamlitz an die Auflösung des KZ-Außenlagers Lieberose erinnern. red/bt

"Vor 70 Jahren wurde das Lager befreit", erläutert Dr. Andreas Weigelt von der Dokumentationsstelle Lager Jamlitz. Nur wenige Menschen überlebten seinerzeit die Tortouren. Um 16 Uhr soll am Freitag an die ersten Wege in Freiheit erinnert werden, so Andreas Weigelt. Zeitzeugen aus nahezu allen europäischen Ländern kommen zu Wort. Darunter befinden sich jüdische Häftlinge, politische Häftlinge sowie Außenstehende. Gepaart mit Zitaten aus amtlichen Dokumenten solle es zu einem vielstimmigen Erinnern vereinigt werden, so der Historiker. In einer künstlerisch-dokumentarischen Lesung sollen die Verbrechen in Jamlitz bei der Auflösung des Lagers zur Sprache kommen.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wird der Film "One fine Line" der kanadischen Regisseurin Jo-Anne Velin aufgeführt. Sie hat sich vor wenigen Jahren auf die Spuren ihres im Ghetto Theresienstadt und im Außenlager Schwarzheide des KZ Sachsenhausen inhaftierten Vaters gemacht hat. "Nicht, um vordergründig die Geschichte ihres Vaters zu erzählen, sondern um zu fragen, was die Orte und wer die dort lebenden Menschen heute sind", erklärt Andreas Weigelt.

Der Dokumentarfilm entstand 2013. Für die Recherchen hat die in Berlin lebende kanadische Regisseurin Jo-Anne Velin drei Jahre mit ihrer Kamera in der südbrandenburgischen und ostsächsischen Lausitz auf der Route von Schwarzheide ins Tschechische verbracht. Diese Strecke ging ihr Vater 1945 als KZ-Häftling zu Fuß.