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Jubiläum
Zehn Stücke für 90 Jahre

Volles Rohr: 1997 ließ sich der Posaunenchor mit seinen Festgästen zum 70-jährigen Jubiläum vor der Landkirche ablichten.
Volles Rohr: 1997 ließ sich der Posaunenchor mit seinen Festgästen zum 70-jährigen Jubiläum vor der Landkirche ablichten. FOTO: Karl-Heinz Arendsee
Lieberose. Heute feiert der Lieberoser Posaunenchor sein 90-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wird das Ensemble in der Landkirche ab 17 Uhr ein Festkonzert geben – mit zahlreichen befreundeten Musikern. Jörg Kühl

20 Bläser, darunter die fünf Mitglieder des Lieberoser Posaunenchors und 15 musizierende Gäste aus Cottbus, Eisenhüttenstadt, Bad Saarow, Groß Rietz, Buckow, Schneeberg und Friedland, werden unter Leitung des Landesposaunenwarts Siegfried Zühlke das Konzert mit der "Festlichen Intrade" eröffnen. Zehn Stücke haben die Lieberoser, das sind Günter Lehman und Volker Schulze (Trompete), Frank Lehmann (Posaune/Trompete), André Lehmann (Tenorhorn) und Matthias Horn (Tuba) einstudiert. Drei Mal hat man sich bereits in großer Runde getroffen, eine vierte Probe wird es am Sonnabend vor dem Konzert geben.

Gegründet wurde der Posaunenchor im Jahr 1927 unter dem damaligen Pfarrer Friedrich Plath. Weiterere Chorleiter waren die Pfarrer Kowalewski, Berlin, Lüdersdorf, Verdin und Kuhn. Mit Alfred Hummel war kurz nach der Wende ein Nicht-Geistlicher Chorleiter. Günter Lehmann übernahm den Chor 2003, zuvor hatte ihn Pfarrer Tilman Kuhn geleitet.

Heute ist Günther Lehmann nicht nur Ensemblechef, sondern auch Dienstältester im Lieberoser Posaunenchor. Als 12-Jähriger trat er den Bläsern bei. "Mein Schulkamerad Günter Roggan nahm mich mal zu einer Probe mit, seitem bin ich dabei geblieben", erinnert sich der 74-Jährige. Über die Jahre entwickelte Lehmann so viel Leidenschaft für die Blechblasmusik, dass er gemeinsam mit seiner Ehefrau Regina die beiden Söhne Frank und André auf die Musikschule schickte, um Trompete und Co. zu erlernen.

Günter Lehmann, eigentlich Elektriker, ist seit dem Jahr 2003 für die Musikauswahl der weltlichen Stücke verantwortlich. Bei den Kirchenliedern entscheiden die jeweiligen Pfarrer, in Lieberose aktuell Pfarrerin Susanne Brusch, die selbst Musik in den Adern hat.

Das Nebeneinander von Kirchenmusik und weltlicher Musik ist auch für einen erfahrenen Bläserchef, wie Günter Lehmann, nicht immer leicht. "Die Kirchenorgel ist auf C gestimmt, die weltliche Musik meistens auf B." Da heißt es: transponieren, also das Versetzen eines Musikstücks in eine andere Tonart. Das erledigt der rüstige Senior selbst mit Bleistift und Papier.

Zehn Stücke werden am Sonnabend vorgestellt. Darunter alte klassische Musik, wie die "Intrada" von Prezelius, aber auch Klassiker zum Mitsingen, wie "Lobe den Herrn". Besonders freut sich der Leiter des Posaunenchors auf "The Prince of Denmark March", der auch schon beim 75-jährigen Jubiläum des Posaunenchors geschmettert wurde. Mit "Über den Wolken" von Reinhard Mai wagt sich das Ensemble sogar an zeitgenössisches Liedermacher-Repertoire.

Nach dem Konzert in der Landkirche geht es dann in die Darre, wo der Posaunenchor nicht nur seine musikalischen Gäste zum Wildschweinbraten einlädt, sondern auch andere interessierte Gäste, Freunde und Förderer.

Günter Lehmann leitet den Posaunenchor.
Günter Lehmann leitet den Posaunenchor. FOTO: Jörg Kühl