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Zauer Marina verlängert Saison

Hagen Nelamischkis (r.) dirigiert mit Hilfe des Eigners Bernd Horn aus Forst ein Boot auf den Anhänger, um es aus dem Wasser zu ziehen. Die Marina Zaue bietet zahlreiche Liegeplätze mit einem Rundum-Service an.
Hagen Nelamischkis (r.) dirigiert mit Hilfe des Eigners Bernd Horn aus Forst ein Boot auf den Anhänger, um es aus dem Wasser zu ziehen. Die Marina Zaue bietet zahlreiche Liegeplätze mit einem Rundum-Service an. FOTO: Ingvil Schirling
Zaue. Der Schwielochsee ist als größtes Gewässer Brandenburgs derart bekannt, dass man von "Geheimtipp" nun wirklich nicht mehr reden mag. Doch der See hält noch so manche faustdicke Überraschung bereit – beispielsweise die Marina am Zauer Ufer, die sich in den vergangenen Jahren beinahe unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit unter den Pächtern Adrienne und Hagen Nelamischkis von zwölf auf 64 Liegeplätze vergrößert hat. Ingvil Schirling

Bootseigner von Berlin bis Sachsen und zur polnischen Grenze nutzen die Anlage. Nun will das Ehepaar mit vier Kindern das Angebot mit verschiedenen Facetten über die Saison hinaus ausbauen. Für den Herbst und Winter wird zu einer Reihe von Veranstaltungen eingeladen.

Der große Vorteil für die Bootseigner sei, dass die Marina ganzjährig im Wasser ist. "Damit verlängern wir die Saison künstlich um fast zwei Monate", sagt Hagen Nelamischkis, "von eisfrei bis zum Zufrieren". Vergangenes Jahr sei mit der Nikolausfahrt am 6. Dezember erst Schluss gewesen. Während er jetzt beginnt, nach und nach auf Wunsch der Eigner Boote aus dem Wasser zu holen, sie in Zaue in einer Halle und im Freilager unterbringt und es auf dem See etwas ruhiger wird, geht das Leben am Land munter weiter.

Alle Hände voll zu tun gibt es aktuell mit der Vorbereitung des Oktoberfestes am 30. September. Beginn ist um 10 Uhr im beheizten Festzelt, in dem die Spreetaler Blasmusikanten aufspielen. Eine gute Gelegenheit, die versteckte Ecke am Schwielochsee näher kennenzulernen. Am Ende der Bungalowsiedlung befindet sich die Yachtklause mit Terrasse und direktem Blick auf die Marina und den See.

Mit ihr im Kern, das wünschen sich Adrienne (41) und Hagen (47) Nelamischkis, könnte der Ort mit dem reizvollen Blick auf den See ein Anziehungspunkt für Weihnachts- und Familienfeiern, Firmenevents und Ähnliches werden. Eine Hochzeit direkt am Wasser für ein Paar aus Leipzig mit 200 Gästen war ein erster Prüfstein in diese Richtung mit dem Ergebnis: Auch das geht. Um das Bild einer modernen Marina mit Rundum-Service wie beispielsweise Tanken und Waschen für die Boote abzurunden, möchten die beiden,das Sanitärgebäude erneuern, damit es heutigen Standards ebenso entspricht.

Schritt für Schritt haben beide bereits die bisherigen Veränderungen umgesetzt. 1999 kamen sie, zunächst arbeitsbedingt, als Dauercamper auf den Campingplatz. Sie stammen aus Riesa. Hagen Nelamischkis hat einen beruflichen Hintergrund im Garten- und Landschaftsbau. Im Jahr 2000 übernahmen sie zunächst die Waldklause als Pächter auf dem Zeltplatz, betrieben sie bis 2005, anschließend bis 2010 den Imbiss "Semmelbude". Ab 2005 begannen sie parallel mit dem Bau der heutigen Yachtklause, zu Himmelfahrt 2010 folgte die Eröffnung.

Die Marina ist inzwischen gut ausgelastet. "Etwa vier Leute könnten wir noch aufnehmen", sagt Hagen Nelamischkis. Für die Yachtklause haben beide mittlerweile zwei Köche eingestellt. Die Planung für das Martinsgansessen läuft; Lamm aus dem Smoker steht noch auf dem Programm. Beide wollen sich auch noch stärker als bisher mit anderen Anbietern rund um den Schwielochsee vernetzen. Schließlich hat dieser sommers wie winters ein ganz besonderes Flair zu bieten.

www.marina-zaue.de

Ein Augenschmaus für Romantiker: Sonnenuntergang über dem Schwielochsee, von der Marina in Zaue aus gesehen.
Ein Augenschmaus für Romantiker: Sonnenuntergang über dem Schwielochsee, von der Marina in Zaue aus gesehen. FOTO: privat