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| 15:47 Uhr

Kulturangebot
Eine gelungene Mixturaus Musik und Literatur

Für Kultur in der Kirche öffnet Pfarrerin Dörte Wernick jedes Jahr die Türen der Zauer Marienkirche.
Für Kultur in der Kirche öffnet Pfarrerin Dörte Wernick jedes Jahr die Türen der Zauer Marienkirche. FOTO: Dorn
Zaue. Zauer Advent ist der Abschluss der Veranstaltungsreihe aus Musik und Literatur in der Marienkirche.

Seit vielen Jahren macht die Kirchengemeinde in Zaue am Schwielochsee mit etwas anderen Kulturangeboten auf sich aufmerksam. Urlauber, Einheimische und Gäste wissen dies zu schätzen. Wenn sich am Samstag, 1. Dezember, die Türen der kleinen Marienkirche zum „Zauer Advent“ öffnen, ist das der Jahresabschluss der Veranstaltungssaison.

Mit Beginn der warmen Jahreszeit öffnet Pfarrerin Dörte Wernick an Freitagabenden das Gotteshaus und lädt zu besonderen Konzerten, Lesungen und Events ein. Manches davon bewegt sich abseits dessen, was Kirchen üblicherweise an Kultur bieten. Die Tradition, die idyllisch am See gelegene Marienkirche nicht nur für Gottesdienste zu öffnen, hat Dörte Wernick von ihrem Vorgänger Hartmut Kaestner übernommen. „Zunächst habe ich den Fokus auf die Urlauber am Schwielochsee gelegt, doch zunehmend haben Einheimische und Gäste aus der näheren Umgebung die Freitagskonzerte liebgewonnen“, sagt die Pfarrerin.

Und nicht nur die Gäste kommen gern wieder. Auch Künstler wie Kerstin Domrös und Peter Ewald mögen die besondere Atmosphäre der mittelalterlichen Kirche. Mindestens einmal im Jahr sind die namhafte Sopranistin und der Tenor in Zaue mit einem ihrer spritzigen Programme zu erleben. Als Jazzfan ist es für die 55-jährige Pfarrerin nahezu ein Muss, dass bekannte Jazzmusiker wie Hannes Zerbe und Jürgen Kupke in Zaue zu erleben sind.

Auch Literatur spielt eine große Rolle. Und so ergeben in Zaue Musik und Literatur eine gelungene Mixtur: unterhaltsam, nachdenklich und stimmungsvoll. „Unser Sommerprogramm ist immer auch ein Produkt des Zufalls. Ich bin mittlerweile in der glücklichen Lage, dass Künstler anfragen. Wenn die Programme in die Marienkirche passen, sind sie in Zaue willkommen. Hinzu kommen Ideen, die mein Sommerkollege Volkhard Dietrich entwickelt hat – angeregt durch das, was er bisher in seiner Vertretungszeit in Zaue erlebt hat. So ist die Auswahl stets persönlich geprägt und keineswegs beliebig, sagt Wernick. Dazu zählt auch der Tag der Schöpfung, der am ersten Sonntag im September gefeiert wird. Nach einem Gottesdienst gibt es im Dahliengarten einen Frühschoppen mit Blasmusik.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist stets frei. Die Künstler und die Kirchengemeinde freuen sich über Spenden. Dankenswerterweise geht dieses Konzept auf. Es schließt allerdings Künstler aus, die mit Konzerten ihren Lebensunterhalt verdienen. Die Kirchengemeinde ist eine kleine Gemeinde, deren wirtschaftliches Potenzial begrenzt ist. Für Touristen und die Menschen vor Ort sind die Veranstaltungen jedenfalls ein Gewinn.

Der letzte Höhepunkt für das Jahr 2018 ist der Zauer Advent am 1. Dezember, organisiert vom Dorf Zaue und der Kirchengemeinde. Der beginnt um 13 Uhr an der Marienkirche mit einem Advents- und Weihnachtsliedersingen. Es wird die biblische Weihnachtsgeschichte vorgelesen, dazu musizieren Kinder und Jugendliche aus Zaue und Umgebung. Im Anschluss wird auf dem Kirchenvorplatz an eine Kaffeetafel eingeladen. Es gibt eine Märchenaufführung, Kinderschminken und Ponyreiten. Den Abschluss macht um 17 Uhr der Lampionumzug.