Es fehlen kleine Wohnungen und bezahlbare Angebote.

Dass dieses Problem durch die Unterbringung von Flüchtlingen, die einen Aufenthaltstitel bekommen und dann die Gemeinschaftsunterkünfte verlassen müssen, noch mehr Brisanz erhält, ist zuvor im Bildungsausschuss schon angesprochen worden. Benjamin Kaiser (Fraktion CDU/Grüne) verwies darauf, dass die Residenzpflicht für den Landkreis kommen werde. Auch wenn in begründeten Fällen die Unterkunft in Heimen wohl um begrenzte Zeit verlängert werden kann, bleibt die Frage des Wohnraumangebots. Gegenwärtig gibt es in der Stadt jedoch nur wenig Leerstand, um kurzfristig Wohnungen anmieten zu können. Bürgermeister Lars Kolan (SPD) verwies darauf, dass es Gespräche mit beiden Wohnungsunternehmen gegeben habe.

Infos für Vermieter

Um weitere Möglichkeiten zu erschließen, kündigte er eine Informationsveranstaltung für private Vermieter an. Der Termin soll noch bekannt gegeben werden. Es gehe darum, praktische Fragen eines Mietverhältnisses mit Flüchtlingsfamilien zu besprechen - von der Vertragsvorbereitung bis zur sprachlichen Verständigung. Bei Gesprächen mit Flüchtlingen habe er festgestellt, dass viele immer besser deutsch sprechen. Kolan betonte, dass unter den in Lübben angekommenen Menschen Professionen vertreten sind, "die der Stadt guttun". Es könne bei der Unterbringung "kein Abducken" geben, es dürfe keine Obdachlosigkeit produziert werden.

Um den Menschen das Leben in einer eigenen Wohnung zu ermöglichen, muss die deutsche Sprache ausreichend beherrscht werden, wie Elitsa Mollas im Bildungsausschuss zur Integration von Flüchtlingen ausgeführt hatte. Sie betreut als Sozialarbeiterin beim ASB Luckau-Dahme die Bewohner des Lübbener Übergangswohnheims. Ehrenamtliche begleiten die Flüchtlinge beispielsweise bei Wegen zu Behörden, wie Ilka Gelhaar-Heider vom Lübbener Forum erklärte. Sie schätzt, dass rund 50 Lübbener die Familien unterstützen - durch Begleitung, Angebote von Sprechübungen, Spenden und persönlichen Kontakten.

Ehrenamtliche helfen

"Nicht alle Ehrenamtlichen melden sich bei uns, manche helfen einfach von sich aus ", erklärt Ilka Gelhaar-Heider.

Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich per E-Mail bei der Initiative "Lübbener Forum" melden unter: forumluebben@gmx.de. Ansprechpartner für Sachspenden ist die Stadtverwaltung Lübben (Ute Dybski, Telefon 03546 792403).