Von Andreas Staindl

Wenn die Seele krank ist, die Psyche Betroffenen einen Streich spielt, ist Hilfe nötig. Doch welche Angebote gibt es? Wer kann sie nutzen? Und für wen sind welche Unterstützungen geeignet? Diese und andere Fragen wurden während der bundesweiten Woche der seelischen Gesundheit beantwortet.

Der Landkreis Dahme-Spreewald war zum ersten Mal dabei. Ziel war es laut sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamts des Spreewaldkreises, seelisch und körperlich gesunde Entwicklung zu fördern, Einrichtungen und Hilfsangebote vorzustellen sowie Hemmschwellen abzubauen. Von Montag bis Freitag gab es verschiedene Angebote. „Das Interesse daran zumindest im Süden unseres Kreises war super“, sagt Katrin Stuth. „Zahlreiche Leute haben sich informiert und sind miteinander ins Gespräch gekommen. Diese spezielle Woche durchzuführen, war aus meiner Sicht eine gute  Entscheidung.“

Die Diplompsychologin ist eine der Organisatoren der Woche der seelischen Gesundheit im Landkreis Dahme-Spreewald. Und als Leiterin des Bereichs „Betreutes Wohnen für Menschen mit Behinderung“ beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Lübben auch bestens mit seelischen Erkrankungen und deren Folgen vertraut.

Das, was sie dann am Mittwochvormittag im Film zum Buch „Nebel im August“ im Kino in Lübben zu sehen bekam, „treibt mir noch heute die Tränen in die Augen“. Gezeigt wurde, wie Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen in den Jahren 1940 und 1941 systematisch ermordet wurden. „Aktion T4“ hieß das Programm – benannt nach der Adresse der damaligen Zentraldienststelle in der Tiergartenstraße 4 in Berlin. Der Landkreis Dahme-Spreewald verband die Woche der seelischen Gesundheit mit dem Gedenktag T4. Der Kino-Saal in Lübben war bis auf den letzten Platz gefüllt wie Katrin Stuth sagt. Später ging es zum Asklepios Klinikum in Teupitz, wo ein Gedenkstein für Euthanasie-Opfer steht. Zum Gedenken der Opfer legten Vertreter der Klinik, der Kommunalpolitik und weitere Gäste Kränze und Blumengebinde nieder. Zudem gab es im Klinikum in Teupitz eine Gesprächsrunde zum Thema. „Auch diese Veranstaltung war gut besucht“, sagt Katrin Stuth. Sie berichtet zudem von „großem Interesse“ für zwei Einrichtungen in Lübben, die am Donnerstag ihre Türen für Besucher geöffnet hatten. Der Verein „Horizonte“ in der Logenstraße stellte am Vormittag seine Angebote vor. Chronisch psychisch kranke und seelisch behinderte Menschen werden dort betreut. Sie haben einen Ort, an dem sie ihre Zeit sinnvoll verbringen können – und das gemeinsam statt einsam. „Bewohner von uns haben sich das Angebot angeschaut und waren begeistert“, erzählt Katrin Stuth. „Sie wollen die Möglichkeiten bei ,Horizonte’ künftig nutzen. Wir fördern das natürlich.“

Auch in der Tagesstätte für Menschen mit psychischen Störungen der Lobetaler Wohnen gGmbH in der Weinbergstraße (die RUNDSCHAU berichtete) wurden zahlreiche Gäste begrüß,t wie die Diplompsychologin beim ASB sagt: „Die Leute sind neugierig, aber auch dankbar, sich informieren zu können.“ Gestern dann hatte der Arbeiter-Samariter-Bund in das Mehrgenerationenhaus (MGH) in der Gartengasse in Lübben eingeladen. Besucher konnten etwa ihre Sinne testen, sich über Angebote rund um seelische Erkrankungen informieren, und haben das auch recht zahlreich gemacht. Der Regionalverband Brandenburg-Süd der Arbeiterwohlfahrt (AWO) unterstützte diese Veranstaltung. Mit Grillwurst und netten Gesprächen ist die Woche der seelischen Gesundheit im Landkreis Dahme-Spreewald gestern zu Ende gegangen.