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Wo Geflügelpest und Trump Thema sind

Die Zamperer um Marcel Klauk und Daniel Zimmer machen Stopp am Hof von Frank Kokel (v.l.n.r.). Robert Zöllner (Vierter von links), der als Donald Trump verkleidet ist, überlegt, an diesem Gehöft eine Mauer hochzuziehen.
Die Zamperer um Marcel Klauk und Daniel Zimmer machen Stopp am Hof von Frank Kokel (v.l.n.r.). Robert Zöllner (Vierter von links), der als Donald Trump verkleidet ist, überlegt, an diesem Gehöft eine Mauer hochzuziehen. FOTO: azr1
Butzen. Zur Fastnacht in Butzen hat sich eine illustre Schar am Dorfgemeinschaftshaus getroffen. Von dort ging es laut und fröhlich auf die alljährliche Dorfrunde. Andreas Zöllner / azr1

In Begleitung der Caminchener Blasmusikanten zog die kostümierte Gesellschaft durch den Ort, um Eier, Speck und Pinke zu sammeln. "In diesem Jahr müssen wir jedoch eine Einschränkung machen", verkündete der Ortsvorsteher und Zamperälteste Hilmar Möller: "Aufgrund der Geflügelpest müssen wir dieses Jahr wohl darauf verzichten, Eier durch den Ort zu tragen."

Auf aktuelle Umstände zu reagieren, ist für die Butzener nichts Neues: Das politische Geschehen wird zur Fastnacht gern zum Thema und karikiert. Robert Zöllner etwa verkleidete sich mit blonder Perücke und oranger Schminkfarbe im Gesicht als Donald Trump und machte die Herkunft der Geflügelpest schnell aus: "Das kommt doch alles aus Straupitz. Deshalb flüchten doch alle hier her nach Butzen. Selbst der Straupitzer Wirt schenkt mittlerweile lieber auf der Butzener Fastnacht aus, als in Straupitz", erklärte er mit dem traditionellen Seitenhieb ins Nachbardorf. "Deshalb haben wir beschlossen, eine Mauer nach Straupitz zu bauen", tönte er laut und ragte eine Maurerkelle empor. "Und wer bezahlt für diese Mauer? Die Straupitzer!", äffte er passend zur Verkleidung dem US-Präsidenten nach. Anschließend beendete er das Gespräch mit der Presse und bezeichnete sie als Fake-News.

Auf seinem Weg von Haus zu Haus nutzte der Zamperzug die Gelegenheit, um die Neu-Butzener zu begrüßen und mit den Traditionen vertraut zu machen. So etwa bei Petra und Jörn Adrian, die im letzten Jahr in die Hauptstraße gezogen sind. "Jahre lang wurde vor diesem Haus kein Ständchen mehr gespielt. Endlich können wir auch hier zur Fastnacht wieder anhalten", freute sich Hilmar Möller, während die Blasmusik spielte und Hausherr und -dame auf ein Tänzchen und einen Fastnachtsschnaps eingeladen wurden.

"Das ist jetzt schon die 99. Fastnacht in Butzen", verkündete öller das Ergebnis der Nachforschungen vom Ortschronisten Udo Mietk. "Das könnten aber auch alternative Fakten sein", entgegnete Robert Zöllner alias Trump humorvoll.

Am Abend tanzten die Zamperer - ohne Anzeichen von Entkräftung - im Dorfgemeinschaftshaus. Zu der Musik von DJ Black Boy's feierten die Butzener bis in die Morgenstunden.