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| 18:39 Uhr

LR vor Ort
Wo die spannenden Themen herkommen

 Katrin Kunipatz (vorn re.) erklärt den Besuchern, wie Beiträge in die Zeitung kommen. Die Lokalredakteurin der LR in Lübben hat sich gemeinsam mit ihrer Kollegin aus Luckau, Anja Brautschek (hinten re.), gestern über die Schulter schauen lassen. Foto: Staindl
Katrin Kunipatz (vorn re.) erklärt den Besuchern, wie Beiträge in die Zeitung kommen. Die Lokalredakteurin der LR in Lübben hat sich gemeinsam mit ihrer Kollegin aus Luckau, Anja Brautschek (hinten re.), gestern über die Schulter schauen lassen. Foto: Staindl FOTO: Andreas Staindl
Tag der offenen Tür in der Lokalredaktion: Leser schauen den Journalisten über die Schulter und stellen viele Fragen. Von Andreas Staindl

Die LAUSITZER RUNDSCHAU hatte am Freitag Besuch. Leser und interessierte Bürger schauten den Journalistinnen während ihrer Arbeit über die Schulter. Sie besuchten die Lokalredaktion in Lübben, kamen mit den Redakteurinnen Katrin Kunipatz und Anja Brautschek ins Gespräch. Parallel dazu lud die Redakteurin Ingvil Schirling zu einer Diskussionsrunde in das Restaurant La Casa am Markt. Gäste haben mit dem Landrat Stephan Loge (SPD) über die aktuelle Entwicklung im Landkreis Dahme-Spreewald diskutiert. Zudem berichtete der LR-Chefredakteur Oliver Haustein-Tessmer über die journalistische Arbeit in der LAUSITZER RUNDSCHAU und seine Reise zum Europäischen Parlament, von der er erst kurz zuvor zurückgekehrt war.

Welchen Blick auf die Lausitz hat man in Brüssel? Wie wird der Kohleausstieg wahrgenommen? Hat der Brexit Auswirkungen auch auf Brandenburg? Oliver Haustein-Tessmer durfte hinter die Kulissen des Europäischen Parlaments blicken. Er kam auch mit dem deutschen EU-Kommissar Günther Oettinger und weiteren Experten ins Gespräch. Deutlich wurde: Die Herausforderungen sind oft sehr komplex, werden im Großen teils anders gesehen als im Kleinen.

Stephan Loge hat vor allem seinen Landkreis im Blick. Auch der steht vor großen Aufgaben. Wie lässt sich Wohnraum schaffen, der auch bezahlbar ist? Im Berliner Speckgürtel explodieren die Preise. „Der Wohnungsmangel dort ist eine Chance für den Süden unseres Kreises“, sagt Stephan Loge. Seine Vision: „Wer im Norden keine Wohnung findet, der zieht halt nach Lübben. Hier kommt gerade richtig Bewegung rein.“ Der Landrat verweist etwa auf den geplanten Tunnel am Bahnhof in der Kreisstadt. Dieser wäre hilfreich für die Erschließung eines weiteren Wohngebiets in Treppendorf. Die Stadtverwaltung prüft derzeit, wo noch gebaut werden kann in Lübben, wie die Stadtsprecherin Dörthe Ziemer sagt.

 Horst Schulze nutzte den Tag der offenen Tür bei der LR in Lübben, um sein Großprojekt vorzustellen. Lebendig und detailliert erzählt er die Geschichte der Spreewaldstadt nach dem Zweiten Weltkrieg, wie er sie als kleiner Junge erlebte. Der erste Band „Sternmarsch gen Lübben“ ist veröffentlicht. Für den zweiten und dritten, die zur Hälfte geschrieben und weitgehend recherchiert  sind, braucht er Unterstützung.
Horst Schulze nutzte den Tag der offenen Tür bei der LR in Lübben, um sein Großprojekt vorzustellen. Lebendig und detailliert erzählt er die Geschichte der Spreewaldstadt nach dem Zweiten Weltkrieg, wie er sie als kleiner Junge erlebte. Der erste Band „Sternmarsch gen Lübben“ ist veröffentlicht. Für den zweiten und dritten, die zur Hälfte geschrieben und weitgehend recherchiert  sind, braucht er Unterstützung. FOTO: LR / Ingvil Schirling

Roland Gefreiter würde gern bauen, darf es aber nicht. „Der Landesentwicklungsplan bremst uns aus“, sagt Schönwalds Bürgermeister. Das Dorf im Unterspreewald gehört dennoch zu den Orten, die am schnellsten wachsen.“ Eine Eigenheimsiedlung entsteht gerade, Schule und Kita werden erweitert. Doch, wo kommen, kreisweit betrachtet, die vielen neuen Erzieher her? Auch darüber wurde gestern diskutiert. Die RUNDSCHAU wird dieses Thema und weitere aufgreifen.

Marga Morgenstern ist noch etwas anderes wichtig. Der Lübbenerin liegt die Tracht am Herzen. Nicht die moderne Interpretation, sondern die ursprüngliche Tracht. „Tracht ist doch keine Mode, sondern Brauchtum auf der Haut“, sagt sie, die häufig mit ihrer Tracht unterwegs ist. Die LR wird die Diskussion darüber anschieben.

Besucher der Lokalredaktion bewegte etwas anderes. Wie wird denn Zeitung heute gemacht? Wo kommen denn die spannenden Themen her? „Ich bin neugierig, wie das alles funktioniert“, sagt Ingrid Domann. Sie war dafür extra aus Lübbenau nach Lübben gekommen. Auch, „weil ich Katrin Kunipatz von früher kenne und schauen wollte, welche Herausforderungen sie als Journalistin meistern muss.“

Ulrike und Günter Noatsch sind ebenfalls aus der Nachbarstadt in die Lokalredaktion nach Lübben gekommen. „Es interessiert uns sehr, wie eine Zeitung entsteht“, sagen sie. „Das ist schon ein sehr komplexer Prozess, da müssen viele Teile zusammenpassen.“

Anja Brautschek und Katrin Kunipatz haben alle Fragen geduldig beantwortet, auch die von Wilfried Stobernack. Der Lübbener wollte etwa wissen, wonach entschieden wird, wann welche Beiträge in der Zeitung sind. Dass Aktualität ein wichtiges Kriterium ist, auch Themen, die möglichst viele Menschen betreffen, gute Chancen haben, veröffentlicht zu werden, war für ihn nachvollziehbar. Doch dass in Lübben auch viel über Luckau zu lesen ist, kommt seiner Ansicht nach „gerade bei älteren Menschen nicht gut an“. Die Erklärung von Anja Brautschek, dass der Spreewald journalistisch als eine einheitliche Region betrachtet wird, sich die Redakteure untereinander über Themen absprechen, hat Wilfried Stobernack überzeugt. Er war zudem von den technischen Möglichkeiten begeistert, die den Journalisten heute zur Verfügung stehen. Das hat auch Ingrid Domann beeindruckt. „Das, was ihr heute schreibt, steht schon morgen in der Zeitung?“ Genau. So wie dieser Text.