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Ich kaufe Regional
Wie frisch geröstete Kaffeebohnen duften

In der Kaffeerösterei Piamo in Lübben erfüllt  Barista Nicole Meyl die Wünsche der Gäste.
In der Kaffeerösterei Piamo in Lübben erfüllt  Barista Nicole Meyl die Wünsche der Gäste. FOTO: Ingrid Hoberg
Lübben. Im Lübbener Piamo sind alle Generationen willkommen - so wie in vielen Geschäften rund um den Markt.

Wer die Kaffeerösterei Piamo (Aroma & Amore) in der Lübbener Poststraße betritt, kommt in eine Welt der Aromen und Glücksmomente. Christoph Meyl röstet Rohkaffee in der „Marlene“ genannten Maschine. Seine Frau Nicole berät eine junge Urlauber-Familie, die gerade eingetreten ist. Während der Vater schon weiß, dass er einen Kaffee möchte - und damit eine Reihe von Fragen auslöst - ist sich seine Frau sicher, dass sie keinen Kaffee mag. Während Nicole Meyl erfragt, welche Geschmacksrichtung und Größe der Coffee to go haben soll, ob mit Milch oder ohne und, und, und entscheidet sich die Tochter, doch für eine der selbst gemachten Limonaden. Na, dann kann aus dem Kaffee zum Mitnehmen doch einer in der Tasse werden. Und wenn das Mädchen einen Kindercappuccino möchte, dann ist das kein Problem.

In der bequemen Sitzecke, direkt neben der Röstmaschine ist Platz zum Verweilen. Während Barista Nicole Meyl an der kreativen Kaffee-Variante arbeitet, beantwortet Christoph Meyl die Fragen der Gäste zum Röstvorgang. Mit dem Kaffee des Monats bietet Piamo regelmäßig Gelegenheit, Unbekanntes zu probieren und Unerwartetes zu entdecken. Während sich Vater und Tochter ihr Getränk schon schmecken lassen, hat auch die Frau auf der handgeschriebenen Tafel über dem Tresen etwas gefunden. Es gibt nicht nur diverse Tee-Sorten - auch Kakao wird in den verschiedensten Varianten zubereitet. Nicole Meyl erklärt gern die Zutaten, denn im Piamo wird Wert gelegt auf Zutaten ohne Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker, auf die Herstellung in der Region, auf Lieferanten, die die gleichen hohen Anforderungen an ihr Produkt stellen wie die beiden Kaffeeröster und Baristi. „Bald bekommen wir Quitten von einem Bauern aus der Region, dann gibt es vielleicht Mus oder Kompott - da lasse ich mir noch etwas einfallen“, sagt Nicole Meyl.

Nur kurz schaut Valerie Naske herein. „Den Kaffee wie immer, heute zum Mitnehmen“, sagt sie und ihre Bestellung ist schon in Arbeit. Seit Kurzem ist die junge Frau an der Lübbener Spreewaldschule tätig und das Piamo ist zu einem festen Anlaufpunkt geworden. Stammkunden wählen aus zehn verschiedenen Kaffeesorten und nehmen frisch gerösteten Kaffee mit nach Hause, andere lieben die belgischen Waffeln oder Panini.

Ein großes Herz für junge Familien und Kinder haben Meyls. „Bei uns wurden schon Kindergeburtstage gefeiert“, erzählt Nicole Meyl. Zur Nacht der Kürbislichter gab es einen Sensorik-Parcours und die nächste Überraschung ist schon in Vorbereitung. Am 5. Dezember wird es ein Fest mit Sinterklaas geben. „Er ist die Hauptfigur des Festes, das in den Niederlanden traditionell einen Tag eher gefeiert wird als in Deutschland“, sagt sie. Christoph Meyl lebte lange in Den Haag, so entstand die Idee, das bei Kindern beliebte Fest einmal anders zu feiern. Es werden Geschichten erzählt und es soll nicht nur für die Jüngsten kleine Überraschungen geben. „Auch an die Eltern haben wir gedacht“, erklärt Nicole Meyl.

Auf Gäste aller Generationen ist  das Gasthaus am Markt eingerichtet - auch wenn die Zeit der Rosen im Biergarten zu Ende geht. Familien mit Kindern sind zu allen Jahreszeiten willkommen. „Wir haben selbstgemachte Bolognese, auf Wunsch werden auch Fischstäbchen gebraten oder Buttermilchplinse gebacken“, sagt Thomas Scherz. Und zum Abschluss gibt es für die Jüngsten auch gern mal ein paar „Gummitiere“ als Nachtisch.  Während die einen gern beim Essen auf den Marktplatz schauen, finden andere einen ruhigen Platz im hinteren Teil des Gasthauses. Und die Stufen am Eingang sind kein Hindernis für Gäste, die nicht gut zu Fuß sind. Helfende Hände sind immer bereit.

So ist es auch bei den Geschäften, zu denen einige Stufen zu überwinden sind. „Wir haben eine Klingel für unsere Kunden“, sagt Sandra Toberna, Inhaberin der Delphinen-Apotheke. Sie und ihre Mitarbeiterinnen helfen gern, wenn eine junge Mutter den Kinderwagen mit hochnehmen will. „Wir packen einfach mit an“, sagt sie. „Leute, die schlecht zu Fuß sind und aus den umliegenden Dörfern kommen, nutzen den täglichen Botendienst“, ergänzt sie.

„Wir haben den Eingangsbereich immer im Blick und können helfen, wenn jemand nicht über die Stufen kommt“, sagt Ines Schloddarick vom „Stoffwandel“. „Wir wollen demnächst renovieren und dann den Platz für Kinder umgestalten“, sagt sie, denn die Jüngsten seien willkommen.

Ein Anlaufpunkt für alle Generationen ist das Spiel- und Lederwarengeschäft von Jens Grötschel. „Wir brauchen keine Spielecke - es gibt ja bei uns genug zu sehen“, sagt Katja Grötschel. Eltern und Großeltern entdecken vielleicht bei den Lederwaren etwas Interessantes. Aufgrund des Kellergewölbes haben hier Kunden die meisten Stufen zu bewältigen. „Wir bringen gerade auch Älteren das Gewünschte vor die Tür“, sagt sie.